Leitlinien zum Bildungsauftrag des Kindergartens
LGBL_KA_20090127_5Leitlinien zum Bildungsauftrag des KindergartensGazette01.01.1900Originalquelle öffnen →
Datum der Kundmachung
27.01.2009
Fundstelle
LGBl. Nr. 5/2009 2. Stück
Bundesland
Kärnten
Kurztitel
Text
Aufgrund des § 16c Abs. 3 des Kindergartengesetzes 1992 – K-KGG, LGBl. Nr. 86/
1992, zuletzt geändert durch LGBl. Nr. 55/
2008, wird verordnet:
Artikel I
Die in der Anlage angeführten Leitlinien zum Bildungsauftrag des Kindergartens sind im Kindergarten anzuwenden und dienen als Orientierungshilfe für die pädagogische Arbeit. Diese Leitlinien legen nach dem aktuellen Stand der einschlägigen Wissenschaften, insbesondere der Pädagogik, Psychologie, Erziehungswissenschaften und Qualitätsforschung, fest, in welchen Bildungsbereichen die Kinder die verschiedenen Kompetenzen erwerben sollten.
Artikel II
Diese Verordnung tritt mit dem der Kundmachung nächstfolgenden Tag in Kraft.
Der Landeshauptmann:
D ö r f l e r
Der Landesamtsdirektor:
Dr. S l a d k o
Anlage
Leitlinien zum Bildungsauftrag des Kindergartens für Kinder im letzten Jahr vor dem Schuleintritt
Um sein Leben im gegenwärtigen Augenblick und in der Zukunft meistern zu können, benötigt das Kind zahlreiche Fähigkeiten (Basiskompetenzen). Die Entwicklung bzw. Förderung dieser Fähigkeiten lässt sich nicht einem Bildungsgebiet (z. B. Sprache, Bewegung usw.) zuordnen, sondern findet in „allen Bildungsbereichen“ statt.
Die Bildungsprozesse des Kindes werden von seinen allgemeinen Fähigkeiten (Kompetenzen) beeinflusst:
1.1 Selbstkompetenz (personale Kompetenz)
Dieser Kompetenzbegriff bezeichnet die Fähigkeit, für sich selbst verantwortlich zu handeln. Die Entwicklung und Förderung von Selbstwertgefühl, das Erleben von Autonomie (Selbstbestimmung) und die Erreichung einer hohen Widerstandsfähigkeit (Resilienz) können als wesentliche Elemente der Selbstkompetenz angesehen werden.
Im Kindergarten lernt das Kind
– ein positives Selbstkonzept zu entwickeln und sich als selbstwirksam zu erleben,
– sich eine eigene Meinung zu bilden und sich für eigene Rechte einzusetzen,
– Hilfe anzubieten und anzunehmen, Kritik zu üben und auszuhalten,
–Brüche in Lebenssituationen auszuhalten und sich in neuen Situationen zurechtzufinden.
1.2 Sozialkompetenz
Darunter versteht man die Fähigkeit, sozial relevante Situationen wahrzunehmen und zu bewältigen. Die Beziehungsgestaltung zu anderen Kindern und zu Erwachsenen, die Rollen- und Perspektivenübernahme sowie die Fähigkeit zur Kommunikation und Kooperation, aber auch zur Konfliktbewältigung sind wesentliche Teile der Sozialkompetenz.
Im Kindergarten lernt das Kind
– sich in andere Menschen einzufühlen und Differenzen auszuhalten,
– sich für andere einzusetzen und anderen zu helfen,
– Verantwortung zu übernehmen,
– achtungsvoll mit anderen zu kommunizieren und zu kooperieren,
– sich an Regeln zu halten und Regeln gemeinsam aufzustellen,
– Konflikte auszuhalten und zu lösen,
–Bindungen einzugehen.
1.3 Lernkompetenz
Die Fähigkeit, Aufgaben als Lernanlässe zu erkennen, angemessene Lösungen zu finden und diese zu beurteilen, kann als Lernkompetenz bezeichnet werden. Die Beschaffung von Informationen, das Finden von Antworten und Lösungsvorschlägen auf Fragen und Problemstellungen sowie sich gezielte Unterstützung zu holen sind wesentliche Faktoren dieses Kompetenzbereiches.
Im Kindergarten lernt das Kind
– zu beobachten, Fragen zu entwickeln und sich eigene Aufgaben zu stellen,
– Antworten zu suchen und eigene Lösungswege zu erproben,
– eigenen Lernwegen zu vertrauen,
– sich gezielte Unterstützung zu holen,
–sich Sachwissen anzueignen, zu überprüfen und weiterzuentwickeln.
1.4 Widerstandsfähigkeit (Resilienz)
Gegenwärtig wird aus pädagogischer Perspektive bei Entwicklungsprozessen des Kindes das Augenmerk weniger auf seine Defizite als vielmehr auf seine Stärken gelegt. Resilienz bezeichnet die Fähigkeit des Kindes, seine Kompetenzen in der Auseinandersetzung mit der Umwelt erfolgreich zu nutzen, um schwierige Lebenssituationen (Risikobedingungen) erfolgreich zu bewältigen. Die Widerstandsfähigkeit des Kindes baut auf seinen personbezogenen, sozialen und sachlichen Kompetenzen auf und wird in hohem Maße durch seine sozialen Ressourcen (z. B. stabile emotionale Bindungspersonen, positive Beziehungsgestaltung zu anderen Kindern, bereichernde Erfahrungen in der Bildungseinrichtung, wertschätzende Erziehungsatmosphäre usw.) günstig beeinflusst.
Die oben dargestellten Kompetenzen des Kindes werden in den verschiedensten Bildungsbereichen entwickelt und gefördert.
im Kindergarten
Die im Folgenden angeführten Querschnittsdimensionen von Bildung sind in allen Bildungsbereichen (z. B. Gesundheit, Sprache, Mathematik, Natur) gleichermaßen von Bedeutung. Bei der Umsetzung (Realisierung) der Bildungs- und Erziehungsziele in den verschiedenen (sachorientierten) Bildungsbereichen sollten sie so oft als möglich berücksichtigt werden.
2.1 Genderbewusstsein
Während das biologische Geschlecht von der Natur bestimmt wird, entwickelt das Kind in der Interaktion mit anderen Menschen eine soziale Geschlechtsidentität, die durch die in einer Kultur vorherrschenden Geschlechtsrollen, den Männer- und Frauenleitbildern, den geschlechtstypischen Verhaltensnormen und Wertorientierungen, der Ethik und den kulturellen Vereinbarungen beeinflusst wird. Für die Entwicklung der Geschlechtsidentität ist es wichtig, dass das Kind ein differenziertes und vielseitiges Bild von möglichen Rollen bzw. Leitbildern von Männern und Frauen (aus unterschiedlichen Kulturkreisen) erfährt.
Bildungs- und Erziehungsziele:
Im Kindergarten lernt das Kind eine eigene Geschlechtsidentität, mit der es sich sicher und wohl fühlt. Es ist in der Lage, einengende Geschlechtsstereotypen zu erkennen und traditionelle sowie kulturell geprägte Mädchen- und Jungenrollen kritisch zu hinterfragen und sich durch diese nicht in seinen Interessen, seinem Spielraum und seinen Erfahrungsmöglichkeiten beschränken zu lassen. Das Kind erwirbt ein differenziertes und vielfältiges Bild von den möglichen Rollen von Männern und Frauen.
2.2 Interkulturalität
Informations- und Wissensgesellschaften werden immer stärker durch kulturelle Vielfalt geprägt (Globalisierungstendenzen). Die interkulturelle Bildung und Erziehung gewinnt zunehmend an Bedeutung, weil interkulturelle Kompetenzen als Grundlage für individuelle Lebens- und Berufschancen – die nicht mehr auf regionale Gebiete beschränkt sind – angesehen werden können. Multikulturalität sollte als Bereicherung und Chance angesehen werden, neue „Kulturkreise“ kennen zu lernen und neuartige Erfahrungen zu sammeln. In diesem Zusammenhang gilt es auch Kinder mit Migrationshintergrund vor allem beim Erlernen der deutschen Sprache, was eine große Herausforderung für sie darstellt, bestmöglich zu unterstützen.
Bildungs- und Erziehungsziele:
Im Kindergarten lernt und erlebt das Kind ein selbstständiges Miteinander verschiedener Sprachen und Kulturen. Gleichzeitig hat es Interesse und Freude, andere Kulturen und Sprachen kennen zu lernen, zu verstehen und sich damit auseinanderzusetzen. Dadurch beschäftigt sich das Kind mit der eigenen Herkunft und reflektiert die eigenen Einstellungen und Verhaltensmuster.
2.3 Förderung und Integration von Kindern mit besonderen Bedürfnissen – (drohende) Behinderung, erhöhtes Entwicklungsrisiko, Auffälligkeiten im Sozialverhalten, Begabung
Aufgrund unterschiedlicher genetischer Potenziale und Sozialisationsprozesse verläuft die Entwicklung von Kindern individuell verschieden. Im Kindergartenalltag zeigt sich immer wieder, dass erhebliche Unterschiede zwischen Kindern gleichen Alters bestehen. Die derzeitige Rechtslage betont ausdrücklich den Anspruch jedes Kindes, bei seinen Entwicklungsprozessen angemessen unterstützt und gefördert zu werden, so dass es sich zu
einer selbstverantwortlichen Person entfalten kann.
Das Gesetz schreibt vor, dass den Kindern mit (drohender) Behinderung und jenen mit erhöhtem Entwicklungsrisiko die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ohne eine Trennung von ihrem sozialen Umfeld und gemeinsam mit Kindern ohne Beeinträchtigung zu ermöglichen ist (vgl. Integrationsbestimmungen im Kärntner Kindergartengesetz). Als wesentliche Voraussetzung für gelingende Integrationsprozesse kann die optimale Kooperation mit anderen Institutionen und Experten angesehen werden.
Bildungs- und Erziehungsziele:
Im Kindergarten erhalten die Kinder eine ihrer individuellen Situation angemessene Unterstützung und Förderung. Das Kind erfährt das gemeinsame Spielen und Lernen zusammen mit Kindern mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen als Möglichkeit, miteinander in Kontakt zu treten, und erkennt diese Unterschiede als Bereicherung und Chance, vom anderen zu lernen. Es lernt, andere Kinder in ihrer Individualität zu sehen und zu respektieren. Das Kind erwirbt die Fähigkeit, Hilfe anzubieten sowie anzunehmen.
2.4 Umgang mit individuellen Unterschieden und soziokultureller Vielfalt
Die sozioökonomischen Lebensbedingungen der Menschen in Österreich gehen zunehmend auseinander. Ungünstige familiäre Rahmenbedingungen können neben der aktuellen Lebenssituation der beteiligten Kinder auch deren zukünftige Lebenschancen stark negativ beeinflussen. So können Kinder in von Armut betroffenen Familien, die nicht auf ausreichende finanzielle Ressourcen zurückgreifen können, in zentralen Lebensbereichen (Wohnen, Gesundheit, kulturelle Teilhabe usw.) belastet sein, was sich wiederum negativ auf ihre Bildungsprozesse und in der Folgezeit auf berufliche Chancen auswirken kann. Es ist Aufgabe der KindergartenpädagogInnen das begrenzende soziale Eingebundensein, mögliche Stigmatisierungs- und Diskriminierungserfahrungen sowie die soziale Ausgrenzung weitgehend zu verhindern und Kompensationsmöglichkeiten für fehlende Erfahrungsmöglichkeiten dieser Kinder ausreichend zur Verfügung zu stellen. Zu dieser Querschnittsdimension der Bildung gehört auch das Prinzip der „Lebensweltorientierung“. Die konkrete Lebenswelt des Kindes zum Ausgangspunkt der pädagogischen Arbeit zu machen, sie sozusagen als Lernfeld zu erfassen und in allen Bereichen einzubeziehen, kann als Grundvoraussetzung für gelingende, positiv gestaltete pädagogische Prozesse in „allen Bildungsinstitutionen“ angesehen werden.
Bildungs- und Erziehungsziele:
Im Kindergarten setzt das pädagogische Handeln direkt bei den von Armut betroffenen Kindern und ihren Familien an. Es werden sowohl das aktuelle Wohlbefinden der Kinder als auch ihre Entwicklungschancen gefördert. Für fehlende Erlebnis-, Entfaltungs- und Erprobungsräume der Kinder werden Kompensationsmöglichkeiten bereitgehalten. Die Beziehung zu den Familien benachteiligter Kinder gestaltet sich unterstützend, entlastend und die Erziehungskompetenz stärkend. Des Weiteren gilt es, spezifische gruppenbezogene, also alle Kinder einbeziehende Ziele umzusetzen und soziale Werthaltungen und wertschätzende Verhaltensweisen aller Kinder zu fördern.
Bildungs- und Erziehungsziele
Im neuen Bildungsverständnis geht man davon aus, dass Bildung ein von vielen Aspekten beeinflusstes ganzheitliches Ereignis (Prozess) ist, das in unterschiedlichen Situationen (formale und informelle Bildungsorte) stattfindet und vielfach mehrere Bildungs- sowie Kompetenzbereiche betrifft. Obwohl sich die im Folgenden angeführten Bildungsbereiche aufgrund des ganzheitlichen Verständnisses von Bildung häufig überschneiden, ist für die Beobachtung, Planung, Durchführung und Evaluierung von Bildungsprozessen eine systematische Kategorienbildung sinnvoll (notwendig).
Die Abgrenzung der Bildungsbereiche voneinander verfolgt vor allem das Ziel, einerseits die Gebiete abzugrenzen, die in der Elementarpädagogik von Bedeutung sind, und andererseits auf ihren hohen Stellenwert in der Entwicklung des Kindes aufmerksam zu machen.
Die Bildungsbereiche können für KindergartenpädagogInnen eine nützliche Hilfestellung bei der Planung von pädagogischen Aktivitäten sein, um Handlungs- und Bildungsangebote so einzurichten, dass jedes Kind in der Kindergartengruppe mit umfassenden und ganzheitlichen Lernangeboten gefördert wird.
Die Lernmöglichkeiten sollten möglichst umfangreich angeboten werden, so dass jedes Kind die Chance erhält, neue Erfahrungen zu machen und die für seine weitere Entwicklung notwendigen Bildungsprozesse einzuleiten. Wie immer die Bildungsbereiche angeordnet werden, bedeutend ist, dass sie in der Bildungsarbeit im Kindergarten möglichst ausgeglichen berücksichtigt werden und den Kindern damit ein vielfältiges Angebot gemacht wird, das ihre unterschiedlichen Anlagen, Fähigkeiten und Erfahrungen anspricht und fördert.
Zu berücksichtigen ist ebenfalls, dass sie keine Fächer (Unterrichtsgegenstände) darstellen, die nach einem Stundenplan zu festgelegten Zeiten durchgenommen werden. Sie sollten aber auch nicht als Programm aufgefasst werden, das es „nachzuarbeiten“ bzw. „abzuarbeiten“ gilt. Vielmehr stellen sie einen Rahmenplan für die pädagogische Arbeit dar, die didaktische und methodische Anforderungen der Elementarpädagogik berücksichtigt und einem pädagogischen Konzept (zB Situationsansatz) verpflichtet ist.
Die pädagogische Umsetzung der Bildungsbereiche sollte den Bildungsprozessen entsprechen, mit denen Kinder in diesem Alter ihre Welt wahrnehmen, sich aneignen, verarbeiten und ihr Weltbild selbstständig konstruieren. Es kann als zentrale Aufgabe der KindergartenpädagogInnen angesehen werden, im geeigneten Augenblick und in der dafür günstigen Kindergartensituation vielfältige Anregungen zu geben, um zu gewährleisten, dass Kinder ihre emotionalen, körperlichen, sozialen und kognitiven Fähigkeiten in Selbstbildungsprozessen optimal entwickeln bzw. erweitern können.
Vergleicht man die zahlreichen Bildungspläne für den Elementarbereich (in der Bundesrepublik Deutschland), so fällt auf, dass im Wesentlichen unter unterschiedlichen Bezeichnungen und in abweichender Reihenfolge folgende Themengebiete der Bildung (Bildungsbereiche) angesprochen werden:
lKörper, Bewegung, Gesundheit
lRhythmik, Musik
lSpiel
lSozialverhalten, Normen und Werte
lKommunikation und Sprache
lBauen, künstlerisches Gestalten
lNatur und Naturerleben, Ökologie
lNaturwissen, Mathematik, Technik
In den vorliegenden Leitlinien zum Bildungsauftrag des Kindergartens (für Kinder im letzten Jahr vor dem Schuleintritt) sind zahlreiche Bildungsbereiche und deren Bildungs- und Erziehungsziele angeführt. Es wurde bewusst auf eine Zusammenfassung (Kategorisierung) der Bildungsbereiche verzichtet, um die Aufmerksamkeit der KindergartenpädagogInnen auf die vorhandene Vielfalt zu lenken. Um zu verdeutlichen, dass für die Entwicklung des Kindes „alle Bildungsbereiche“ gleichwertig sind, werden diese in alphabetischer Reihenfolge dargestellt.
3.1 Bewegung und Sport
Bewegung kann als Grundlage für die gesamte Entwicklung angesehen werden und stellt ein elementares Ausdrucksmittel des Kindes dar. Bewegung bedeutet stets Sinneserfahrung und ermöglicht dem Kind, Einsichten über die Welt zu gewinnen. Körperliche Aktivitäten sind auch im Bereich der Gesundheitsförderung bzw. der Krankheitsvorbeugung einzuordnen. Da Bewegung und Denken eng miteinander verknüpft sind, wirkt sich Bewegung einerseits positiv auf das Lernen aus, andererseits fördert sie eine Reihe kognitiver Kompetenzen und hat somit einen wesentlichen Einfluss auf die sprachliche Entwicklung des Kindes. Durch Bewegung kann das Kind seine Grenzen austesten, seine Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit fördern, bestehende Aggressionen abbauen und somit seine soziale Kompetenz erweitern.
Bildungs- und Erziehungsziele:
Im Kindergarten entwickelt das Kind Freude daran, sich zu bewegen, und erlangt zunehmend mehr Sicherheit in seiner Körperbeherrschung. Seine Wahrnehmungsfähigkeit hinsichtlich des Sehens, Hörens und Fühlens sowie sein Gleichgewichtssinn werden mittels körperlicher Aktivitäten gestärkt.
3.2 Bildnerische und darstellende Kunst
Wie schon beim Bildungsbereich „Bewegung und Sport“ angeführt, erschließt das Kind mit allen Sinnen seine Umwelt. In der Begegnung mit Kunst und den unzähligen künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten kann das Kind nicht nur sinnliche Wahrnehmungen erfahren, sondern auch seine Gedanken und Emotionen anderen Menschen mitteilen. Im eigenen Gestalten und Darstellen (zB Bilder, darstellendes Spiel) kann das Kind seine Bedürfnisse, Wünsche und Vorstellungen „kommunizieren“. Das sinnlich-körperliche Wahrnehmen und das kreative Gestalten fördern und verbessern nicht nur die Vorstellungskraft, sondern auch die Denkfähigkeit des Kindes und seine sprachliche Ausdrucksfähigkeit. Weiters bietet das bildnerische und darstellende Gestalten dem Kind vielfältige Gelegenheiten, sich mit unterschiedlichsten Situationen und noch unbekannten Themen auseinanderzusetzen.
Bildungs- und Erziehungsziele:
Im Kindergarten lernt das Kind in der Begegnung mit bildnerischer und darstellender Kunst, seine Umwelt mit allen seinen Sinnen bewusst wahrzunehmen. Es entdeckt die Vielfalt an Möglichkeiten, seine Gefühle und Gedanken auszudrücken und darzustellen. Das Kind erfährt unterschiedliche Ausdrucks- und Darstellungsformen als Möglichkeiten, seine Eindrücke zu ordnen und Wahrnehmung zu strukturieren. Es entwickelt Freude am eigenen Gestalten und daran, in verschiedene Rollen zu schlüpfen.
3.3 Demokratie und Politik
Demokratische Einstellungen und Verhaltensweisen haben in unserer Gesellschaft einen hohen Stellenwert. Voraussetzungen für demokratisches Verhalten sind gleichwertige und gleichberechtigte Mitglieder einer „Gruppe“ (Sozialverband), die sich gegenseitig respektieren, tolerieren und unterstützen. Demokratisches Verhalten gründet auf der Achtung vor der unantastbaren Würde eines jeden Menschen und setzt die Bereitschaft zur Verantwortungsübernahme in vielfältigen gesellschaftlichen Bereichen voraus.
Demokratische Verhaltensweisen können nur dann ausgebildet und weiterentwickelt werden, wenn das Kind in täglichen Interaktionsprozessen erfährt, was Demokratie bedeutet und wodurch demokratische Handlungsweisen gekennzeichnet sind. Demokratische Grundprinzipien können dem Kind nur vermittelt werden, wenn es aktiv in Entscheidungsprozesse eingebunden wird und seinen Lebensraum selbst mitgestalten kann.
Bildungs- und Erziehungsziele:
Im Kindergarten erwirbt das Kind die Fähigkeiten und die Bereitschaft zur demokratischen Teilhabe. Es entwickelt sich zu einem autonomen und mündigen Staatsbürger, dessen Handeln auf demokratischen Werten basiert.
3.4 Emotionalität und soziale Beziehungen
Das Kind entwickelt von Geburt an seine Fähigkeiten, Gefühle anderer Menschen wahrzunehmen und darauf zu reagieren. Gleichzeitig mit diesem Prozess kommt es zu einer wachsenden Unterscheidung und Bewusstwerdung seiner eigenen Gefühle.
Die emotionale und soziale Entwicklung des Kindes wird in einem hohen Ausmaß von den Gefühlen enger Bezugspersonen (Bindungs-) beeinflusst, wobei der Qualität der emotionalen Bindung in den ersten drei Lebensjahren eine große Bedeutung zukommt; das kulturelle und familiäre Umfeld prägt die Fähigkeiten des Kindes diesbezüglich entscheidend.
Im Zuge seiner weiteren Entwicklung wird es für das Kind wichtig, neben den Beziehungen zu den unmittelbaren Bezugspersonen im familiären Umfeld mehrere positiv besetzte und tragfähige Beziehungen zu anderen Personen (vorwiegend in Bildungsinstitutionen) zu errichten.
Die Entwicklung emotionaler und sozialer Fähigkeiten steht mit der Sprach- und Kognitionsentwicklung in einem engen Zusammenhang. Erst mit dem Fortschreiten sprachlicher Fähigkeiten wird es für das Kind möglich, eine emotionale und soziale Perspektivenübernahme durchzuführen und mit dem sozialen Zusammenleben verbundene schwierige Situationen – mit Unterstützung von Erwachsenen – einer Lösung zuzuführen.
Das Vorhandensein angemessener emotionaler und sozialer Fähigkeiten kann als wesentliche Grundlage für eine positive Gestaltung von Bildungs- und Erziehungsprozessen in allen Lebensabschnitten angesehen werden.
Bildungs- und Erziehungsziele:
Im Kindergarten lernt das Kind, kompetent und verantwortungsvoll mit eigenen Gefühlen und den Gefühlen anderer Menschen umzugehen. Es entwickelt sich, ausgehend von einem Gefühl der Sicherheit und des Vertrauens in andere, zu einem selbstbewussten, autonomen Menschen, ist kontakt- und kooperationsfähig und kann konstruktiv mit Konflikten umgehen. Es lernt, belastende Situationen effektiv zu bewältigen.
3.5 Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur
Das Kind ist bereits von Geburt an in gesellschaftliche, wirtschaftliche und kulturelle Strukturen eingebettet und wird zuerst im familiären Umfeld mit zahlreichen Werten, Normen und Orientierungsmustern konfrontiert, die sein Verhalten prägen. Mit dem Eintritt in Bildungseinrichtungen erweitert sich die Lebenswelt des Kindes, es wird nicht nur Mitglied einer größeren Gruppe, sondern erfährt auch neue, heterogene Wertsysteme.
Das Kind sollte genügend Möglichkeiten vorfinden, seine alltäglichen Lebenserfahrungen und sein Weltwissen zu erweitern, seine sozialen Beziehungen vielfältig auszubauen und seine Handlungsfähigkeiten in einer wertschätzenden und kritischen Auseinandersetzung mit seiner Umwelt zu erweitern.
Bildungs- und Erziehungsziele:
Im Kindergarten lernt das Kind, seine Beziehungen zu Menschen und der Welt auszugestalten und gesellschaftlich verantwortlich zu handeln; es versteht sich als eigenständiges und wichtiges Mitglied einer erweiterten Gemeinschaft, die in größere Zusammenhänge gesellschaftlicher, kultureller und wirtschaftlicher Art eingebettet ist. Es lernt, diese Strukturen zu verstehen und kritisch zu hinterfragen, sich in ihnen zu orientieren und sie aktiv mitzugestalten.
3.6 Gesundheit
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Gesundheit als Zustand von körperlichem, seelischem und sozialem Wohlbefinden. In den letzten Jahren sind verstärkt die Bedingungen für ein gesundes Leben in den Mittelpunkt der Überlegungen gerückt (Salutogenese). Als günstige Faktoren für Gesundheit kann vor allem das persönliche gesundheitsorientierte Verhalten angesehen werden, das es im Rahmen der Gesundheitsförderung zu stärken gilt. Das Kind sollte schon früh erfahren, dass jeder Mensch für seine Gesundheit selbst verantwortlich ist. Des Weiteren sollte es gesundheitsfördernde Verhaltensweisen „erlernen“.
Bildungs- und Erziehungsziele:
Im Kindergarten lernt das Kind, selbstbestimmt Verantwortung für sein eigenes Wohlergehen und seine Gesundheit zu übernehmen. Es erwirbt entsprechendes Wissen für ein gesundheitsbewusstes Leben und lernt gesundheitsförderndes Verhalten.
3.7 Lebenspraxis
Die Fähigkeit zu selbstständigen, flexiblen, kreativen und kritischen Verhaltensweisen gewinnt in modernen Wissensgesellschaften, in denen Diskontinuitäten sowie fast unbegrenzte Wahlmöglichkeiten vorherrschen und sich Lebensbedingungen rasch ändern, immer mehr an Bedeutung. Vor dem Hintergrund zahlreicher Unsicherheiten müssen Menschen ihr Leben selbst planen und organisieren, sollten in Eigenverantwortung Entscheidungen für ihre Lebensgestaltung treffen. Das selbsttätige Kind setzt sich mit seiner Umwelt in aktiven Handlungsprozessen auseinander und bewältigt seine Entwicklungsaufgaben, wobei die eigentätige Aneignung der unmittelbaren Lebenswelt die bloße Aneignung durch bestehende Muster (zB Trends, Moden usw.) überwiegt. Zu einem selbstständigen, aktiv agierenden und veränderungsfähigen Menschen entwickelt sich das Kind dann, wenn es die gesellschaftlichen Vorgaben eigenständig lösen kann und dabei zum aktiven Mitgestalter „kultureller Bedingungen“ wird. Durch lebenspraktisches Lernen macht das Kind elementare Erfahrungen und gewinnt Einsichten in seine individuelle Lebenswirklichkeit, die ihm bei seiner Lebensbewältigung entscheidend helfen können.
Bildungs- und Erziehungsziele:
Im Kindergarten versteht das Kind durch lebenspraktische Erfahrungen seine Lebenswirklichkeit. Dies befähigt es dazu, unabhängig zu denken, selbsttätig, selbstständig und verantwortlich zu handeln.
3.8 Mathematik
In Wissensgesellschaften ist mathematisches Denken eine bedeutende Grundlage für ein lebenslanges Lernen und für die Erkenntnisgewinnung. In unserer naturwissenschaftlich und technisch orientierten Lebenswelt ist eine Alltagsbewältigung ohne „mathematische Kenntnisse“ kaum mehr möglich. Bereits vor dem Eintritt in die Volksschule bilden sich beim Kind wichtige mathematische Basiskompetenzen (Erfahrungen mit Form, Größe, Gewicht, Muster, Zeit, Raum usw.) heraus. Gegenwärtig wird einer früh beginnenden mathematischen Förderung große Bedeutung beigemessen. Das Kind sollte frühzeitig genügend Möglichkeiten vorfinden, Erfahrungen mit mathematischen Phänomenen und Zusammenhängen mit allen Sinnen zu machen.
Die Entwicklung der mengen- und zahlenbezogenen (Vorläufer)Fähigkeiten des Kindes sollte in seinem familiären Umfeld und in elementarpädagogischen Bildungseinrichtungen einen zentralen Stellenwert haben.
Bildungs- und Erziehungsziele:
Im Kindergarten entdeckt das Kind seine Freude am Umgang mit Formen, Mengen, Zahlen sowie Raum und Zeit. Darauf aufbauend erwirbt es mathematisches Wissen und Können und die Fähigkeit, mathematische Probleme und Lösungen sprachlich zu formulieren. Es erfasst mathematische Gesetzmäßigkeiten und verfügt über Handlungsschemata für die Bewältigung mathematischer Probleme im Alltag.
3.9 Medien
In Informations- und Wissensgesellschaften sind Medien, als maßgeblicher Faktor des öffentlichen Lebens, ein alltäglicher Bestandteil individuellen Lebens. Medienkompetenz hat heute den Stellenwert einer Basisfähigkeit erlangt. Da das Kind schon sehr früh mit Medien in Kontakt kommt, in seinem sozialen Umfeld und in verschiedenartigen inhaltlichen und kommunikativen Kontexten, sollte die Stärkung der Medienkompetenz schon in der frühen Kindheit beginnen.
Persönliche und soziale Faktoren beeinflussen den Umgang mit Medien, denn dieser wird durch das Alter, Geschlecht, die soziokulturelle Umgebung usw. bestimmt. Medienexperten gehen davon aus, dass sich vor allem in sozial benachteiligten Familien die Risiken für das Kind durch „ungünstigen“ Medienkonsum häufen.
Bildungs- und Erziehungsziele:
Im Kindergarten lernt das Kind, die Medien und Techniken gesellschaftlicher Kommunikation zu begreifen und zu handhaben, sie kritisch, in sozialer und ethischer Verantwortung zu reflektieren, sie selbstbestimmt und kreativ zu gestalten und sie als Mittel kommunikativen Handelns zu nutzen.
3.10 Musik und Tanz
Bereits in frühester Kindheit zeigen Menschen aller Kulturen eine große Neugier für Musik. Die Begegnung mit ihr ermöglicht eine große Vielfalt an Sinneswahrnehmungen und gewährleistet den Zugang zu verschiedenartigsten Ausdrucksformen der eigenen Gedanken und Gefühle. Die Auseinandersetzung mit Musik stärkt die gesamte Persönlichkeit des Kindes.
Musik fördert
–das „aktive Hören“ (wesentliche Grundlage für Verstehen und Lernen),
–die Kontakt- und Teamfähigkeit (gemeinsames Musizieren und Singen),
–das Lernverhalten (Konzentration und Ausdauerverbesserung),
–das (emotionale und kognitive) Intelligenzvermögen,
–die Fantasie und Kreativität (einbringen eigener Ideen),
–die motorische Entwicklung und das Körperbewusstsein (Atem- und Stimmapparat usw.),
–die Sprachentwicklung (Stimmbildung ist zugleich Sprachbildung).
Bildungs- und Erziehungsziele:
Im Kindergarten erfährt das Kind Musik als Quelle von Freude und Entspannung sowie als Anregung zur Kreativität in einer Reihe von Tätigkeiten, wie beispielsweise im Singen, im Instrumentalspiel oder im Tanz, aber auch im Erzählen, Bewegen und Malen. Es setzt sich mit den unterschiedlichen musikalischen Facetten, wie Tönen, Tempo oder Rhythmus, auseinander. Es erlebt Musik als festen Teil seiner Erlebniswelt und als Möglichkeit, seine Emotionen und Gefühle auszudrücken.
3.11 Naturwissenschaften und Technik
In hochtechnischen und komplexen Gesellschaften liefern die Naturwissenschaften grundlegendes Wissen über die unbelebte und belebte Natur, das letztendlich unser Weltbild prägt. Neue interdisziplinäre Forschungsarbeiten belegen, dass das Kind bereits im Elementarbereich (Vorschulbereich) über differenzierte Denkstrukturen verfügt, die ihm erlauben, Zusammenhänge aus der Physik, Biologie und der Chemie zu verstehen. Die kognitive Fähigkeit des Kindes, logisch zu denken, Zusammenhänge herzustellen und sich naturwissenschaftliche und technische Inhalte anzueignen, ist bereits vor der Grundschulzeit vorhanden.
Der frühe Zugang des Kindes zu Naturwissenschaften und Technik im familiären Umfeld, und in der Folgezeit in der Bildungsinstitution Kindergarten, stellt eine wichtige Basis für weitere Bildungsprozesse (Interesse) des Kindes auf diesen Gebieten dar.
Bildungs- und Erziehungsziele:
Im Kindergarten erwirbt das Kind Zugang zu naturwissenschaftlichen Themen und hat Freude am Experimentieren und Beobachten von Phänomenen der belebten und unbelebten Natur. Es lernt Gesetzmäßigkeiten und Eigenschaften biologischer, chemischer und physikalischer Erscheinungen kennen und setzt sich mit Zusammenhängen in diesen Bereichen auseinander. Es entwickelt ein Grundverständnis darüber, dass es noch nicht alles, was es gerne wissen möchte, schon verstehen kann, sondern dass man sich mit manchen Dingen lange auseinandersetzen muss, um sie zu begreifen.
Das Kind macht Erfahrungen mit Sachverhalten aus der technischen Umwelt, lernt verschiedene Technik sowie deren Funktionsweise in unterschiedlichen Formen kennen. Einfache technische Zusammenhänge werden verstehbar und begreifbar. Zudem erwirbt es einen verantwortungsvollen, sachgerechten und sinnvollen Umgang mit Technologien und technischen Geräten.
3.12 Religiosität und Wertorientierung
In seiner Selbstkonstruktion der Welt kann für das Kind die Frage nach Gott eine zentrale Lebensfrage sein. Aufgrund der zunehmenden Interkulturalität in Informations- und Wissensgesellschaften lebt das Kind in einem gesellschaftlichen Umfeld, das durch das Vorhandensein von vielfältigen Religionen gekennzeichnet ist sowie eine Vielzahl von Menschen aufweist, die kein religiöses Bekenntnis haben. Der respektvolle Umgang mit allen religiösen Inhalten und eine offene, möglichst wertfreie Auseinandersetzung mit ihnen können für das Kind wertvolle Orientierungshilfen bieten. Eine Einstellung, die Individualität und das „Anders-Sein-Können“ als zentralen Wert ansieht, ermöglicht den Prozess, anderen Menschen sowie sich selbst mit Achtung zu begegnen und tolerante Handlungsweisen zu entwickeln. Religiöse und ethische Bildung und Erziehung bieten dem Kind die Möglichkeit, seine spezifische Sicht der Welt zu entwickeln und Antworten auf Sinnfragen zu finden.
Bildungs- und Erziehungsziele:
Im Kindergarten erhält das Kind die Möglichkeit, religiöse Erfahrungen zu sammeln und sich mit religiösen und ethischen Fragen auseinanderzusetzen. Es erfährt die christliche und humanistische Tradition, nach ethischen Grundsätzen zu handeln und religiöse und kulturelle Werte zu achten. Gleichzeitig entwickelt es Achtung vor der Freiheit der Religionen, der Weltanschauungen, des Glaubens und des Gewissens. Es entwickelt eine Grundhaltung, die von Wertschätzung und Respekt vor anderen Menschen sowie von Achtung gegenüber der Natur und der Schöpfung geprägt ist.
3.13 Sprache und Literacy
(literarische Bildung)
Sprachkompetenz ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für schulischen und beruflichen Erfolg. Sprachentwicklung, die bereits vor der Geburt beginnt, wird in einem hohen Ausmaß vom sprachlichen Klima und dem Bildungsniveau in der Familie beeinflusst. Daher ist es sehr wichtig, dass das Kind mit geringer sprachlicher Anregung im primären Sozialisationsprozess außerhalb seiner Familie besonders vielfältige sprachliche Lernmöglichkeiten erhält. Gerade für ein Kind mit Migrationshintergrund, welches die deutsche Sprache als Zweitsprache lernen möchte, ist es erforderlich, dass es in Bildungsinstitutionen mannigfaltige deutsche Sprachangebote angeboten bekommt. Bei der Sprachförderung gilt es zu berücksichtigen, dass neben dem Interesse des Kindes, der persönlichen Beziehungsgestaltung, der Dialogmöglichkeit auch die Handlungen, die für das Kind einen Sinn ergeben sollen (zB eingebaut in den Lebensalltag), günstige Einflussfaktoren für den Spracherwerb darstellen.
Neben dem mündlichen Sprachgebrauch spielen auch die nonverbalen Kommunikationsaspekte (zB Körpersprache) eine wichtige Rolle.
Die Entwicklung von Literacy, das Sammeln von kindlichen Erfahrungen rund um Buch-, Erzähl-, Reim- und Schriftkultur, ist ein wichtiger Bestandteil von Sprachentwicklung. Literacy-Erziehung sollte bereits in den ersten drei Lebensjahren beginnen und ein lebenslanger Lernprozess bleiben.
Von großer Bedeutung für das Lesenlernen und für das Erlernen der Schriftsprache ist die Entwicklung der phonologischen Bewusstheit. Darunter versteht man die Fähigkeit, die Lautstrukturen gesprochener Sprache wahrzunehmen (einzelne Laute, Silben, Reime).
Die Förderung von Zwei- und Mehrsprachigkeit gehört vor dem Hintergrund einer zunehmenden interkulturellen Vielfalt als wesentlicher Bereich zur sprachlichen Bildung.
Systematische Beobachtung und Dokumentation der Sprachentwicklung des Kindes stellen die Grundlage einer differenzierten Sprachförderung in Bildungsinstitutionen dar.
Bildungs- und Erziehungsziele:
Im Kindergarten erwirbt das Kind Freude am Sprechen und am Dialog. Es lernt, aktiv zuzuhören, seine Gedanken und Gefühle sprachlich differenziert mitzuteilen. Es entwickelt literacybezogene Kompetenzen, Interesse an Sprache und Sprachen, ein sprachliches (auch mehrsprachiges) Selbstbewusstsein.
3.14 Umwelt
Der verantwortungsvolle Umgang mit der Natur gewinnt vor dem Hintergrund zahlreicher globaler ökologischer Krisen immer mehr an Bedeutung. Dabei geht es nicht primär um die Reparatur bereits eingetretener Schäden, sondern vielmehr um die Entwicklung von schonenden Verhaltensweisen des Menschen gegenüber seiner Umwelt und deren Ressourcen, wobei das Aufzeigen des starken Zusammenhangs zwischen Umwelt, Wirtschaft und Sozialem im Mittelpunkt stehen sollte. Umweltbildung und -erziehung sieht sich vor allem dem Ziel verpflichtet, nachfolgenden Generationen die natürliche Lebensgrundlage zu erhalten.
Bildungs- und Erziehungsziele:
Im Kindergarten lernt das Kind, Umwelt mit allen Sinnen zu erfahren und sie als unersetzlich und verletzbar wahrzunehmen. Es entwickelt ein ökologisches Verantwortungsgefühl und ist bemüht, auch in Zusammenarbeit mit anderen, die Umwelt zu schützen und sie auch noch für nachfolgende Generationen zu erhalten.
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