Wrong appeal notice does not create a right of revision

KG 2000.00005Li Supreme Court05.12.2000Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The OGH held that the prosecution had no right of revision because the OG merely confirmed the first-instance conviction and no prison sentence exceeding one year was imposed. Under § 235 Abs 1 StPO, the OG decision was therefore final. The incorrect appeal instruction stating that revision to the OGH was admissible did not cure the lack of statutory appellate entitlement. The revision was accordingly dismissed as inadmissible.

Omnilex-Regeste

§ 235 Abs 1 StPO; finality of an OG decision confirming a first-instance judgment; a confirming appellate decision is final unless a custodial sentence of more than one year has been imposed. Inadmissibility of a legal remedy cannot be created by an incorrect appeal instruction. A faulty Rechtsmittelbelehrung does not confer a statutory right of revision where none exists (consid. 1).

Gesamter Gesetzestext

KG 2000.00005

Leitsatz 1

§ 235 Abs 1 StPO

Gemäss § 235 Abs 1 StPO ist die E des OG, wodurch das erstrichterliche U bestätigt wird, endgültig, soweit nicht eine Freiheitsstrafe von über einem Jahr ausgesprochen worden ist.

Durch eine unrichtige Rechtsmittelbelehrung kann die Zulässigkeit eines Rechtsmittels nicht bewirkt werden.

Sachverhalt

Mit U des Land- als Kriminalgerichtes vom 29.05.2000 wurde der Angeklagte NN wegen Vergehens der Urkundenfälschung und nach Art 23 Abs 1 ANAG zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt.

Die StA bekämpfte dieses U mit Berufung, der das OG keine Folge gab und die Rechtsmittelbelehrung erteilte: "Gegen dieses U ist die Revision binnen 14 Tagen ab Zustellung an den OGH zulässig."

Dagegen erhob die StA Revision zum OGH.

Der OGH wies die Revision als unzulässig zurück.

Aus der Begründung

Gemäss § 235 Abs 1 StPO ist die E des OG, wodurch das erstrichterliche U bestätigt wird, endgültig, soweit nicht eine Freiheitsstrafe von über einem Jahr ausgesprochen worden ist.

Im vorliegenden Fall wurde der Berufung der StA hinsichtlich des Angeklagten NN vom OG keine Folge gegeben. Betreffend NN wurde das erstrichterliche U sohin bestätigt. Da auch keine Freiheitsstrafe von über einem Jahr ausgesprochen wurde, ist diese E des OG iS obzitierter Gesetzesstelle endgültig. Der StA steht daher ein Weiterzugsrecht zum OGH nicht zu, weshalb die Revision hinsichtlich NN als unzulässig zurückzuweisen war.

An diesem Ergebnis vermag auch die unrichtige Rechtsmittelbelehrung des OG, in der es gegen ihre E die Revision an den OGH für zulässig erklärte, nichts zu ändern (EvBl 1972, 355).

Schlagwörter

finalityadmissibilitywrong legal remedy instructionrevisionappealcriminal procedure

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the prosecution had a right of revision to the OGH after the OG confirmed the first-instance judgment without imposing more than one year of imprisonment.

Extrahierter Entscheid

No further appeal lay because the OG's decision confirming the judgment was final under § 235 Abs 1 StPO.

Extrahierte Begründung

A decision of the OG confirming the first-instance judgment is final unless a prison sentence of more than one year was imposed. That condition was not met here.

Kernrechtsfrage

Whether an incorrect appeal instruction by the OG could create admissibility of revision.

Extrahierter Entscheid

No. An incorrect legal remedy instruction cannot create appellate admissibility.

Extrahierte Begründung

The court held that the wrong notice stating revision to the OGH was available did not alter the statutory finality of the OG decision.

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