OGH review of document interpretation in interim relief

4 Cg 2001.305Li Supreme Court03.10.2002Confirmed

Zusammenfassung

The OGH held in proceedings under Art. 282 EO that, as a court of law only, it may review the lower courts' interpretation of documents only for violations of linguistic rules, general principles of knowledge, or statutory interpretation rules. If no such defect exists, the assessment remains part of non-reviewable fact-finding. The same applies to the question whether the submitted evidence is sufficient to make a fact probable.

Regest

Art. 282 EO; review of documentary interpretation in interim-relief proceedings by the OGH as a court of law only: the Supreme Court may correct lower-court inferences drawn exclusively from documents only where the interpretation contravenes rules of language, general rules of cognition or statutory rules of interpretation (consid. 13.1). Absent such defects, the assessment of the documentary evidence falls within non-reviewable evidentiary appreciation (consid. 13.2). Likewise, the question whether the available evidence suffices to regard a factual allegation as made credible is part of fact-finding and is not subject to review in revision proceedings (consid. 13.3).

Gesamter Gesetzestext

4 Cg 2001.305

Leitsatz 1

Art 282 EO

Glaubhaftmachung - Überprüfung der untergerichtlichen Interpretation von Urkunden durch den OGH als einer reinen Rechtsinstanz.

Aus der Begründung

...

13. Nach seiner neueren Rechtsprechung (veröffentlicht in: LES 1998, 317) versteht sich der OGH im Allgemeinen und im Rechtssicherungsverfahren im Besonderen als reine Rechts-, nicht als Tatsacheninstanz. Daraus ergibt sich für die Überprüfung der untergerichtlichen Interpretation von Urkunden im Rechtssicherungsverfahren dreierlei:

13.1. Der OGH kann die von den Untergerichten ausschliesslich aus Urkunden abgeleiteten Bescheinungsannahmen nur dann überprüfen und, gegebenenfalls, davon abweichen, wenn ihm dies im Rahmen der rechtlichen Überprüfung der angefochtenen E möglich ist: nämlich dann, wenn die untergerichtliche Interpretation einer Urkunde den Sprachregeln, den allgemeinen Erkenntnisgrundsätzen oder den gesetzlichen Auslegungsregeln widerspricht.

13.2. Leidet die untergerichtliche Interpretation einer Urkunde nicht an derartigen Mängeln, so liegt die Beurteilung der Untergerichte im Bereich der im Revisionsrekursverfahren nicht nachprüfbaren Beweiswürdigung.

13.3. Ebenfalls im Bereich der im Revisionsrekursverfahren nicht nachprüfbaren Beweiswürdigung liegt die Frage, ob die vorgelegten Beweismittel ausreichen, um einen bestimmten Sachverhalt für bescheinigt oder für nicht bescheinigt zu erachten.

Schlagwörter

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