Quelldetails
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Rechtsraum
Schweiz
Region
Federal
Verfugbare Sprachen
Französisch
Zitat
EMARK-2000-29
Gericht
Emark
Geschaftszahlen
EMARK-2000-29
Zuletzt aktualisiert
24.03.2026

EMARK - JICRA - GICRA 2000 29/244

EMARK - JICRA - GICRA 2000 / 29

2000 / 29 - 244

Auszug aus dem Urteil der ARK vom 3. Oktober 2000 i.S. Y.K., T�rkei (Revision)

[English Summary] Art. 66 Abs. 2 VwVG; Art. 40 OG i.V.m. Art. 72 BZP: Revisionsgesuch gegen die in einem Abschreibungsbeschluss enthaltene Kostenregelung.

  1. Der Grundsatz, wonach Abschreibungsbeschl�sse der ARK weder in Revision noch in Wiedererw�gung gezogen werden k�nnen (vgl. EMARK 1993 Nr. 33, Erw. 1a, S. 230 ff.), gilt nicht, wenn das Revisionsbegehren ausschliesslich gegen die Kostenauflage beziehungsweise den Entsch�digungspunkt gerichtet ist, da insoweit ein eigenst�ndiger Urteilsspruch vorliegt (Erw. 2).
  2. Bei Gegenstandslosigkeit des Beschwerdebegehrens wird �ber den Kosten- und Entsch�digungspunkt gem�ss den Prozessaussichten vor Eintritt der Gegenstandslosigkeit entschieden. Dabei handelt es sich um eine Frage der rechtlichen W�rdigung, zu der sich die betroffene Partei grunds�tzlich nicht vorg�ngig �ussern kann und deren Richtigkeit im Rahmen eines Revisionsverfahrens nicht zu pr�fen ist (Erw. 5).

Art. 66 al. 2 PA ; art. 40 OJ en relation avec l'art. 72 PCF : demande de r�vision d'une d�cision sur les frais contenue dans une d�cision de classement.

  1. Le principe selon lequel les d�cisions de classement de la CRA ne peuvent �tre revues ni par la voie de la r�vision ni par celle du r�examen (cf. JICRA 1993 no 33, consid. 1a, p. 230ss), n'est pas applicable lorsque la demande de r�vision est exclusivement fond�e sur la condamnation aux frais, respectivement aux d�pens, car il s'agit d'un point ind�pendant du dispositif (consid. 2).
  2. Dans une proc�dure de recours devenue sans objet, il est statu� sur les frais de proc�dure et les d�pens en tenant compte des chances de succ�s de la proc�dure existant avant le fait qui met fin � dite proc�dure. Dans cette mesure, il s'agit d'une question d'appr�ciation sur laquelle la partie concern�e ne peut en principe pas se d�terminer au pr�alable et dont le bien-fond� ne peut pas �tre remis en cause dans le cadre de la r�vision (consid. 5).

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Art. 66 cpv. 2 PA; art. 40 OG in relazione con l'art. 72 PC: domanda di revisione della statuizione relativa alle spese contenuta in un'ordinanza di stralcio.

  1. Il principio secondo cui le ordinanze di stralcio della CRA non danno adito n� a revisione, n� a riesame (vedi GICRA 1993 n. 33, consid. 1a, pag. 230 e segg.), non si applica alla statuizione relativa alle spese rispettivamente alle ripetibili, dacch� essa costituisce un punto indipendente del dispositivo (consid. 2).
  2. Allorquando un ricorso diventa senza oggetto, le decisioni relative alle spese e alle ripetibili si fondano sulla probabilit� d'esito favorevole del gravame prima del verificarsi del motivo che termina la lite. Si tratta di una questione d�apprezzamento sulla quale non occorre di regola udire preliminarmente le parti e la cui fondatezza non pu� essere censurata nell'ambito di una procedura di revisione (consid. 5).

Zusammenfassung des Sachverhalts: Das Asylgesuch des Gesuchstellers vom 31. Oktober 1989 wurde vom BFF am 26. November 1993 abgewiesen. Mit Verf�gung vom 8. August 1996 trat das BFF auf ein Wiedererw�gungsgesuch nicht ein und erkl�rte die Wegweisung des Gesuchstellers aus der Schweiz f�r vollstreckbar. Mit Eingabe vom 9. September 1996 liess der Gesuchsteller bei der Asylrekurskommission Beschwerde gegen die Verf�gung des BFF erheben und beantragte, das Wiedererw�gungsgesuch sei gutzuheissen und es sei ihm wegen Unzumutbarkeit der Wegweisung die vorl�ufige Aufnahme zu gew�hren. Im Rahmen der "Humanit�ren Aktion 2000" kam das BFF mit Verf�gung vom 28. August 2000 auf seine Verf�gung vom 26. November 1993 teilweise zur�ck und gew�hrte dem Gesuchsteller wiedererw�gungsweise die vorl�ufige Aufnahme. In der Folge schrieb die ARK die Beschwerde des Gesuchstellers mit Beschluss vom 31. August 2000 als gegenstandslos geworden ab. Ausserdem hielt sie fest, dass keine Verfahrenskosten auferlegt und keine Parteientsch�digung ausgerichtet w�rden.

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Mit Eingabe vom 4. September 2000 beantragt der Gesuchsteller die Revision dieses Abschreibungsbeschlusses in Bezug auf die Ausrichtung der Parteientsch�digung. Die ARK weist das Revisionsgesuch ab. Aus den Erw�gungen: 2. Gem�ss Praxis der ARK kann ein Abschreibungsbeschluss grunds�tzlich weder in Revision noch in Wiedererw�gung gezogen werden (EMARK 1993 Nr. 33, S. 232 Erw. 1a). Das Revisionsgesuch vom 4. September 2000 richtet sich indessen einzig gegen die Entsch�digungsregelung, nicht aber gegen die Abschreibung des Beschwerdeverfahrens an sich. Die Kostenformel bildet jedoch bei s�mtlichen Arten der Verfahrenserledigung vor der ARK einen eigenst�ndigen Urteilsspruch (vgl. dazu F. Gygi, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 326 und 328 f.). Ein Revisionsgesuch, das sich einzig gegen die Kosten- und Entsch�digungsregelung richtet, ist daher zul�ssig, wenn sich der angerufene Revisionsgrund direkt auf die Kosten- und Entsch�digungsfestsetzung bezieht (vgl. auch U. Beerli-Bonorand, Die ausserordentlichen Rechtsmittel in der Verwaltungsrechtspflege des Bundes und der Kantone, Z�rich 1985, S. 78 f. mit Hinweisen). Dies ist vorliegend der Fall. (...) 5. Der Gesuchsteller bringt in seiner Eingabe vor, dass sein verfassungsm�ssiger Anspruch auf das rechtliche Geh�r verletzt worden sei, indem ihm vor Erlass des angefochtenen Beschlusses nicht Gelegenheit geboten worden sei, zur Frage der Parteientsch�digung Stellung zu nehmen. Der Anspruch auf rechtliches Geh�r, wie ihn die bundesgerichtliche Rechtsprechung aus Art. 4 aBV (Art. 29 Abs. 2 nBV) ableitet und wie er sich f�r das Bundesverwaltungsverfahren aus den Art. 29 ff. VwVG ergibt, beinhaltet eine Vielzahl von Teilaspekten, welche insgesamt im Dienste eines fairen Verfahrens stehen. Zun�chst - und f�r eine Prozesspartei regelm�ssig im Vordergrund stehend - geh�rt dazu das Recht auf vorg�ngige �usserung und Anh�rung, welches der Partei einen Einfluss auf die Ermittlung des wesentlichen Sachverhaltes gew�hrt. Im Falle der Gegenstandslosigkeit des Beschwerdebegehrens wird die Parteientsch�digung gem�ss den Prozessaussichten nach dem Stand der Streitsache vor der Gegenstandslosigkeit verlegt (vgl. Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 40 OG

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i.V.m. Art. 72 BZP; vgl. auch F. Gygi, a.a.O., S. 326). Die zust�ndige Instanz hat somit bez�glich der Frage der Ausrichtung einer Parteientsch�digung von Amtes wegen die Erfolgsaussichten der vom Gesuchsteller eingereichten Beschwerde zu beurteilen. Dabei handelt es sich indessen um eine Frage der rechtlichen W�rdigung des Sachverhalts, bez�glich welcher sich die betroffene Partei grunds�tzlich nicht vorg�ngig �ussern k�nnen muss (vgl. J.-P. M�ller, Grundrechte in der Schweiz, 3. Aufl., Bern 1999, S. 521). [Erw�gungen zur Begr�ndung des Entsch�digungspunktes im Abschreibungsbeschluss] Die rechtliche W�rdigung des Sachverhaltes durch die Beschwerdeinstanz kann indessen ungeachtet ihrer Richtigkeit im Rahmen des vorliegenden Revisionsverfahrens nicht ger�gt werden (vgl. Beerli-Bonorand, a.a.O., S. 133 f.). Bei dieser Sachlage er�brigen sich weitere Ausf�hrungen zu den entsprechenden Vorbringen des Gesuchstellers. Nach dem Gesagten liegt keine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh�r vor. Das Vorliegen eines Revisionsgrundes nach Art. 66 Abs. 2 Bst. c VwVG ist demnach zu verneinen.

� 27.06.02

Zitate

Gesetze

11

aBV

  • Art. 4 aBV

AsylG

BZP

nBV

OG

  • Art. 40 OG

OJ

  • art. 40 OJ

PA

PC

PCF

VwVG