Challenge to cost assessment; no fee exemption for inadmissible appeal

BVerwG 1 KSt 1/13, 1 KSt 1/13 (1 B 9/13)Bverwg / 1. Abteilung16.07.2013Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Administrative Court treated the filing of 7 July 2013 as a reminder against the cost assessment issued by its registry office. It held that the invoice of 3 July 2013 was correct because the fee resulted from the earlier dismissal of the complaint and the allocation of costs under § 154 Abs. 2 VwGO. The applicant could not use the reminder to attack the final merits and cost decision of 19 June 2013. The Court further ruled that the fee exemption in § 66 Abs. 8 GKG does not apply to an inadmissible complaint before the Federal Administrative Court.

Omnilex-Regeste

§ 66 Abs. 1, Abs. 8 GKG; § 154 Abs. 2 VwGO; challenge to cost assessment and fee exemption for inadmissible complaint: The reminder under § 66 Abs. 1 GKG is directed only against the cost assessment itself and cannot serve to reopen the substantive or cost ruling underlying a final decision. A fee exemption under § 66 Abs. 8 GKG for reminder and complaint proceedings against a cost assessment does not extend to a complaint before the Federal Administrative Court if that complaint is not statutorily admissible. The fixed fee arises where the prior decision imposing costs has become final and the assessment correctly applies the tariff provision (consid. 3-5).

Gesamter Gesetzestext

BVerwG — 1 KSt 1/13, 1 KSt 1/13 (1 B 9/13), Beschluss

Entscheidungsdatum: 2013-07-16

Aktenzeichen: 1 KSt 1/13, 1 KSt 1/13 (1 B 9/13)

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 66 Abs 1 GKG 2004, § 66 Abs 8 GKG 2004, § 152 Abs 1 VwGO, § 154 Abs 2 VwGO

Vorinstanz: vorgehend Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 29. April 2013, Az: 18 E 438/13, Beschlussvorgehend VG Köln, 4. April 2013, Az: 5 K 356/11, Beschluss

Spruchkörper: 1. Senat

Titelzeile

Erinnerung gegen den Kostenansatz; keine Gebührenfreiheit bei unstatthafter Beschwerde

Gründe

1 Die mit Schreiben vom 7. Juli 2013 erhobene Erinnerung ist, soweit sie sich gegen die Kostenrechnung der Geschäftsstelle des Senats vom 3. Juli 2013 (Kassenzeichen 1180 0185 8141) richtet, als Erinnerung gegen den Kostenansatz (§ 66 Abs. 1 Satz 1 GKG) zu werten. Die Erinnerung, über die gemäß § 66 Abs. 6 Satz 1 GKG der Einzelrichter zu entscheiden hat, hat keinen Erfolg.

2 Es kann offenbleiben, ob die Erinnerung gegen den Kostenansatz gemäß § 66 Abs. 1 GKG vor dem Bundesverwaltungsgericht dem Vertretungszwang nach § 67 Abs. 4 VwGO unterliegt. Denn die angegriffene Kostenrechnung vom 3. Juli 2013 ist weder dem Grunde noch der Höhe nach zu beanstanden.

3 Der Kostenansatz beruht darauf, dass der Senat mit Beschluss vom 19. Juni 2013 - BVerwG 1 B 9.13 - die Beschwerde des Klägers zu 2 gegen den Beschluss des Oberverwaltungsgerichts für das Land Nordrhein-Westfalen vom 29. April 2013 verworfen und ihm gemäß § 154 Abs. 2 VwGO die Kosten des Beschwerdeverfahrens auferlegt hat. Diese Entscheidung des Senats ist unanfechtbar. Die demgemäß in der Kostenrechnung angesetzte Festgebühr von 50 € ist entstanden (§ 3 Abs. 2 GKG i.V.m. Nr. 5502 des Kostenverzeichnisses). Ihre Festsetzung weist keine Fehler auf.

4 Soweit der Vortrag des Klägers zu 2 dahingehend zu verstehen sein sollte, dass die dem Kostenansatz zugrunde liegende Sach- und Kostenentscheidung im Beschluss des Senats vom 19. Juni 2013 unrichtig sei, ist ein solcher Einwand im Erinnerungsverfahren nicht statthaft. Die Erinnerung ist ein Rechtsbehelf gegen den Kostenansatz. Sie ist kein Mittel, um ein - wie hier - rechtskräftig abgeschlossenes Verfahren nachträglich wieder aufzurollen. Im Übrigen beruht die Entscheidung - wie sich aus den Gründen ergibt - nicht auf der mangelnden Vertretungsbefugnis des Klägers zu 2, sondern allein darauf, dass Entscheidungen der Oberverwaltungsgerichte nur in den Fällen angefochten werden können, die § 152 Abs. 1 VwGO aufführt. Zu diesen Entscheidungen gehört der angefochtene Beschluss des Oberverwaltungsgerichts nicht.

5 Ohne Erfolg beruft sich der Kläger zu 2 auf eine Befreiung von den Gerichtskosten nach § 66 Abs. 8 GKG. Zwar sind Verfahren der Erinnerung und Beschwerde gegen den Kostenansatz gemäß der vorgenannten Vorschrift gebührenfrei. Zudem unterfällt das der Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts zugrunde liegenden Verfahren dem § 66 Abs. 8 GKG. Die Gebührenfreiheit nach § 66 Abs. 8 GKG erstreckt sich aber nicht auf das Beschwerdeverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht. Denn für eine nicht statthafte Beschwerde besteht keine Gebührenfreiheit nach dieser Vorschrift (so auch BFH, Beschlüsse vom 30. November 2005 - VIII B 181/05 - BFHE 211, 37 = NJW 2006, 861 <863> und vom 30. Mai 2012 - IX B 55/12 - juris Rn. 4; stRspr).

6 Ein auf anderen Vorschriften gründender Anspruch auf Befreiung von der Erhebung von Gerichtskosten oder auf Niederschlagung derselben ist weder ersichtlich noch vom Kläger zu 2 geltend gemacht worden.

Schlagwörter

cost assessmentreminderfee exemptioninadmissible complaintcourt feescosts order

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the reminder against the Federal Administrative Court's cost assessment was well-founded.

Extrahierter Entscheid

No. The cost invoice was correct in principle and in amount; the reminder failed.

Extrahierte Begründung

The fee arose from the earlier order dismissing the complaint and imposing costs. A challenge to the underlying cost decision cannot be reopened through the cost-assessment reminder.

Kernrechtsfrage

Whether the proceedings before the Federal Administrative Court were fee-free under § 66 Abs. 8 GKG.

Extrahierter Entscheid

No. Fee exemption for reminder and complaint proceedings against a cost assessment does not extend to an inadmissible complaint before the Federal Administrative Court.

Extrahierte Begründung

Section 66(8) GKG does not cover a complaint that is not statutorily admissible; therefore the fixed fee of EUR 50 was properly charged.

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