Non-recognition of foreign driving licence; revision allowed

BVerwG 3 B 71/11, 3 B 71/11 (3 C 29/11)Bverwg / 3. Abteilung21.09.2011Granted

Zusammenfassung

The Federal Administrative Court allowed the complaint against the refusal of leave to appeal. It found that the case raises a question of fundamental importance: whether Germany, as host Member State, may refuse to recognize a driving licence issued by another EU or EWR state already because the person had previously lost a German driving licence or been subject to another measure listed in Section 28(4) sentence 1 No. 3 FeV. The court also fixed the provisional amount in dispute for the revision proceedings.

Regest

§ 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO; grundsätzliche Bedeutung bei unionsrechtlich geprägter Nichtanerkennung ausländischer Fahrerlaubnisse: Die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision ist begründet, wenn die Rechtssache eine klärungsbedürftige und klärungsfähige Frage von über den Einzelfall hinausgehender Tragweite aufwirft. Dies gilt insbesondere für die Auslegung von § 28 Abs. 4 Satz 1 Nr. 3 FeV in Verbindung mit Art. 2 Abs. 1 sowie Art. 11 Abs. 2 und 4 der Richtlinie 2006/126/EG, wenn zu entscheiden ist, ob der Aufnahmemitgliedstaat die Anerkennung einer in einem anderen EU-/EWR-Staat erteilten Fahrerlaubnis schon wegen einer früheren inländischen Entziehung oder einer gleichgestellten Maßnahme versagen darf (vgl. Rn. 1).

Gesamter Gesetzestext

BVerwG — 3 B 71/11, 3 B 71/11 (3 C 29/11), Beschluss

Entscheidungsdatum: 2011-09-21

Aktenzeichen: 3 B 71/11, 3 B 71/11 (3 C 29/11)

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 28 Abs 4 S 1 Nr 3 FeV 2010, Art 2 Abs 1 EGRL 126/2006, Art 11 Abs 2 EGRL 126/2006, Art 11 Abs 4 EGRL 126/2006, § 132 Abs 2 Nr 1 VwGO

Vorinstanz: vorgehend Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz, 15. April 2011, Az: 10 A 11396/10, Urteil

Spruchkörper: 3. Senat

Titelzeile

Befugnis zur Nichtanerkennung einer in einem anderen EU- oder EWR-Mitgliedstaat erteilten Fahrerlaubnis; dortige frühere Entziehung der Fahrerlaubnis; Revisionszulassung

Gründe

1 Die Beschwerde hat Erfolg. Der Rechtssache kommt die geltend gemachte grundsätzliche Bedeutung (§ 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO) zu. Sie wird dem Bundesverwaltungsgericht voraussichtlich Gelegenheit geben, unter anderem die Frage zu klären, ob § 28 Abs. 4 Satz 1 Nr. 3 der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) i.V.m. Art. 2 Abs. 1 sowie Art. 11 Abs. 2 und 4 der Richtlinie 2006/126/EG des Europäischen Parlaments und des Rates über den Führerschein vom 20. Dezember 2006 in der Bundesrepublik Deutschland als Aufnahmemitgliedstaat zur Nichtanerkennung der in einem anderen EU- oder EWR-Mitgliedstaat erteilten Fahrerlaubnis bereits dann befugt, wenn dem Betroffenen hier zuvor eine frühere Fahrerlaubnis entzogen oder er einer der anderen in § 28 Abs. 4 Satz 1 Nr. 3 FeV genannten Maßnahmen unterworfen wurde.

2 Die vorläufige Streitwertfestsetzung für das Revisionsverfahren beruht auf § 47 Abs. 1 und 3, § 52 Abs. 2 und § 63 Abs. 1 Satz 1 GKG.

Schlagwörter

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