Revision admissible on public video recording; legal basis uncertain

BVerwG 6 B 56/10, 6 B 56/10 (6 PKH 18/10, 6 C 9/11)Bverwg / 6. Abteilung28.03.2011Granted

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Administrative Court held that the case raises questions of fundamental importance concerning the legality of open video recording in public spaces for crime-prevention purposes and its possible basis in state police law versus exhaustive federal criminal-procedure law. It therefore allowed revision under § 132(2) No. 1 VwGO. It also granted the applicant legal aid for the revision instance, found her financially unable to bear the costs, and appointed her chosen lawyer D. A. as counsel.

Omnilex-Regeste

§ 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO; grundsätzliche Bedeutung bei ungeklärten Rechtsfragen zur offenen Bildaufzeichnung im öffentlichen Raum zur Strafverfolgungsvorsorge; revisibel ist namentlich, ob eine landespolizeirechtliche Ermächtigung mit Bundesrecht über das Strafverfahrensrecht und mit Bundesverfassungsrecht vereinbar sein kann. Für die Bewilligung von Prozesskostenhilfe genügt, dass die beabsichtigte Rechtsverfolgung hinreichende Aussicht auf Erfolg bietet und nicht mutwillig erscheint; die wirtschaftliche Bedürftigkeit ist durch Erklärung und Belege nachzuweisen. Bei bewilligter Prozesskostenhilfe ist auf Antrag der bereitstehende Rechtsanwalt beizuordnen (§ 166 VwGO i.V.m. §§ 114, 117, 121 ZPO).

Gesamter Gesetzestext

BVerwG — 6 B 56/10, 6 B 56/10 (6 PKH 18/10, 6 C 9/11), Beschluss

Entscheidungsdatum: 2011-03-28

Aktenzeichen: 6 B 56/10, 6 B 56/10 (6 PKH 18/10, 6 C 9/11)

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 132 Abs 2 Nr 1 VwGO

Vorinstanz: vorgehend Hamburgisches Oberverwaltungsgericht, 22. Juni 2010, Az: 4 Bf 276/07, Urteil

Spruchkörper: 6. Senat

Titelzeile

Revisionszulassung; Bildaufzeichnung im öffentlichen Raum; Rechtsgrundlage

Gründe

1 1. Die Revision ist gem. § 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO wegen grundsätzlicher Bedeutung des Rechtsstreits zuzulassen. Das angestrebte Revisionsverfahren kann zur Beantwortung insbesondere der bisher in der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts nicht ausreichend geklärten Fragen beitragen, ob die offene Bildaufzeichnung im öffentlichen Raum zum Zwecke der Strafverfolgungsvorsorge auf das Polizeigesetz eines Bundeslandes gestützt werden darf oder ob die Gesetzgebung des Bundes zum Strafverfahrensrecht insoweit abschließend ist, sowie welche Anforderungen Bundesverfassungsrecht an die Ausgestaltung einer landesrechtlichen Ermächtigung zu solchen Maßnahmen stellt.

2 2. Auf ihren Antrag ist der Klägerin Prozesskostenhilfe für die Revisionsinstanz zu bewilligen. Sie hat dargetan, dass sie nach ihren persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen die Kosten der Prozessführung nicht aufbringen kann und die Beschwerde gegen die die Nichtzulassung der Revision im Urteil des Hamburgischen Oberverwaltungsgerichts hinreichende Aussicht auf Erfolg bietet und nicht mutwillig erscheint (§ 166 VwGO i.V.m. § 114 ZPO). Die Klägerin hat durch Erklärung über ihre persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse und Vorlage entsprechender Belege (§ 117 Abs. 2 ZPO) nachgewiesen, dass sie die Kosten für die Prozessführung nicht aufbringen kann.

3 3. Der Klägerin wird für das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht der von ihr benannte und zu ihrer Vertretung bereite Rechtsanwalt D. A. beigeordnet (§ 166 VwGO i.V.m. § 121 Abs. 1 ZPO).

4 4. Die Streitwertfestsetzung für das Beschwerdeverfahren folgt aus § 47 Abs. 1 Satz 2 und Abs. 3 i.V.m. § 52 Abs. 2 GKG; die vorläufige Streitwertfestsetzung beruht auf § 47 Abs. 1 und 3, § 52 Abs. 2 GKG i.V.m. § 63 Abs. 1 Satz 1 GKG.

Schlagwörter

revision admissibilityfundamental importancevideo surveillancepublic spacecrime preventionlegal aidappointment of counselcosts

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether revision should be allowed for fundamental importance under § 132(2) No. 1 VwGO.

Extrahierter Entscheid

Yes. The case raises unresolved questions on whether open video recording in public space for crime-prevention purposes can rely on state police law and whether federal criminal-procedure law is exhaustive.

Extrahierte Begründung

The proposed revision could clarify questions not yet sufficiently settled in the court's case law.

Kernrechtsfrage

Whether the applicant is entitled to legal aid for the revision instance.

Extrahierter Entscheid

Yes. The applicant showed financial inability and sufficient prospects of success; the application was not abusive.

Extrahierte Begründung

The declarations and supporting documents under § 117(2) ZPO established inability to pay, and the complaint had sufficient prospects of success.

Kernrechtsfrage

Whether D. A. should be appointed as counsel for the Federal Administrative Court proceedings.

Extrahierter Entscheid

Yes. The named lawyer was willing to represent the applicant.

Extrahierte Begründung

Appointment followed from the legal aid grant and the named lawyer's readiness to act.

Setzen Sie Ihre Recherche in ChatGPT oder Claude fort

Verbinden Sie Omnilex, um den Rechtskorpus über Ihren KI-Assistenten zu durchsuchen.