Summation of noise levels for road construction

BVerwG 4 BN 28/10Bverwg / 4. Abteilung24.11.2010Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Administrative Court dismissed the applicant’s complaint against the refusal of leave to appeal. It held that the case raised no unresolved question of fundamental importance. In road-construction cases, only the noise attributable to the road to be built or altered is relevant, while a summed noise level is required only exceptionally where combined exposure with other transport routes may endanger health or affect property substance. The applicant’s criticism of the method for calculating overall noise exposure concerns a technical question not open to revision review.

Omnilex-Regeste

§ 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO; road construction and noise assessment under § 41 BImSchG: No fundamental importance arises where settled case law makes clear that, for the building or substantial alteration of public roads, the decisive factor is the noise caused by that transport route alone. A summed level of noise from different transport modes is required only exceptionally if the new or altered route, together with existing burdens from other routes, may produce an overall exposure involving health risks or impairment of property substance. The choice and adequacy of the technical method for determining total exposure is an expert question and, as such, is not amenable to revision review (consid. 3-4).

Gesamter Gesetzestext

BVerwG — 4 BN 28/10, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2010-11-24

Aktenzeichen: 4 BN 28/10

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 41 BImSchG

Vorinstanz: vorgehend Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 22. Februar 2010, Az: 7 D 14/09.NE, Urteil

Spruchkörper: 4. Senat

Titelzeile

Lärmpegelbildung beim Bau öffentlicher Straßen

Orientierungssatz

Die gegen diese Entscheidung erhobene Verfassungsbeschwerde hat das Bundesverfassungsgericht mit Beschluss vom 02.11.2011 - 1 BvR 51/11 - nicht zur Entscheidung angenommen.

Gründe

1 Die auf § 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO gestützte Beschwerde des Antragstellers hat keinen Erfolg.

2 Die Beschwerde wirft als Grundsatzrüge die Frage auf,

ob die verfassungsrechtliche Garantie der körperlichen Unversehrtheit der Bildung von Summenpegeln zur Ermittlung des Verkehrslärms, verursacht durch unterschiedliche Verkehrsträger, Bahn- und Pkw-Verkehr, entgegensteht, wenn bereits der Bahnverkehr eine Lärmbelastung zur Folge hat, die die Schwelle der Gesundheitsgefährdung überschreitet.

3 Die Rechtssache hat nicht die grundsätzliche Bedeutung, die ihr der Antragsteller beimisst. Die Beschwerde zeigt nicht auf, dass die vom Oberverwaltungsgericht zugrunde gelegte Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts einer Weiterentwicklung bedürfte. In der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts ist geklärt, dass bei dem Bau oder der wesentlichen Änderung öffentlicher Straßen nur sicherzustellen ist, dass "durch diese" keine schädlichen Umwelteinwirkungen hervorgerufen werden, die nach dem Stand der Technik vermeidbar sind. Maßgeblich ist ausschließlich der Beurteilungspegel des von dem zu bauenden oder zu ändernden Verkehrsweg ausgehenden Verkehrslärms (Urteile vom 21. März 1996 - BVerwG 4 C 9.95 - BVerwGE 101, 1 <6> und vom 23. Februar 2005 - BVerwG 4 A 5.04 - BVerwGE 123, 23 <34 f.>). Geklärt ist ferner, dass abweichend von dem Grundsatz, dass die Beurteilungspegel für jeden Verkehrsweg gesondert zu berechnen sind, die Bildung eines Summenpegels dann geboten sein kann, wenn der neue oder der zu ändernde Verkehrsweg in Zusammenwirkung mit vorhandenen Vorbelastungen anderer Verkehrswege insgesamt zu einer Lärmbelastung führt, die mit Gesundheitsgefahren oder einem Eingriff in die Substanz des Eigentums verbunden ist (Urteile vom 21. März 1996 a.a.O. S. 9, vom 20. Mai 1998 - BVerwG 11 C 3.97 - Buchholz 406.25 § 41 BImSchG Nr. 18 S. 51, vom 10. November 2004 - BVerwG 9 A 67.03 - Buchholz 406.25 § 41 BImSchG Nr. 41 S. 127 und vom 23. Februar 2005 a.a.O. S. 35).

4 Dass in einem Fall, in dem der planbedingte Straßenverkehrslärm die Immissionsgrenzwerte der 16. BImSchV zwar einhält (UA S. 17), die Vorbelastung aus Schienenverkehr sich aber - wie das Oberverwaltungsgericht weiter festgestellt hat - als kritisch erweist (UA S. 17, 19) und daher als abwägungserheblich bei der Prognose nicht nur die zu erwartende Straßenverkehrslärmbelastung, sondern auch der Lärm zu berücksichtigen ist, der von dem Schienenweg ausgeht, stellt der Antragsteller nicht in Abrede. Er meint jedoch, die Bildung eines Summenpegels sei im Fall der Kumulation des Lärms zweier nicht gleichartiger Verkehrswege nicht geeignet, die Lärmsituation abwägungsgerecht abzubilden. Wie die Gesamtlärmbelastung bei Zusammentreffen von planbedingtem Straßenverkehrslärm und einer kritischen Vorbelastung aus Schienenverkehrslärm zu ermitteln ist, betrifft indes eine außerrechtliche Fachfrage, die revisionsgerichtlicher Klärung nicht zugänglich ist (Beschlüsse vom 29. April 2003 - BVerwG 9 B 59.02 - juris Rn. 91 ff. und vom 18. August 2005 - BVerwG 4 B 20.05 - juris Rn. 14).

Schlagwörter

noise assessmentroad constructionrail trafficfundamental importancesummationhealth riskrevision review

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the complaint showed a question of fundamental importance justifying revision on summation of road and rail noise.

Extrahierter Entscheid

No. The court held that the complaint did not demonstrate a need to further develop settled case law.

Extrahierte Begründung

For new or materially altered public roads, only noise caused by that road is decisive. A summed noise level is only required where the new or altered transport route, together with existing burdens from other routes, creates an overall noise exposure linked to health risks or an infringement of property substance. Whether the technical method used to assess the combined exposure is appropriate is a non-legal expert question not reviewable in revision.

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