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BVerwG 9 B 80/10 ΓÇó Non-admission complaint dismissed in assessment-backtracking case
BVerwG 9 B 80/10Bverwg / Division 927.10.2010Dismissed
The Federal Administrative Court rejected a non-admission complaint against a Bavarian Administrative Court of Appeal judgment concerning the partial revocation of a final development contribution assessment. It held that the asserted ground of fundamental significance was not shown. The proposed question about a reduction of revocation discretion to zero was irrelevant because the appellate court had found the assessment not manifestly unlawful. The court also noted that the lower court relied on incorporated state-law provisions, so no revisable federal law question arose.
§ 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO; requirements for fundamental significance in a non-admission complaint: a complainant must identify a concrete, decisive and supra-individual legal question whose clarification is expected in revision and is necessary for uniformity or development of the law. A question that is not outcome-relevant to the appealed judgment cannot justify leave. Where the appellate court bases its decision on provisions of the municipal charges statute that incorporate the Tax Code into irrevisible state law, those provisions are not subject to revision review; the complaint cannot derive a revisable federal question from them (consid. 1-3).
Entscheidungsdatum: 2010-10-27
Aktenzeichen: 9 B 80/10
Dokumenttyp: Beschluss
Normen: Art 13 Abs 1 Nr 3b KAG BY, § 130 Abs 1 AO, § 132 Abs 2 Nr 1 VwGO, § 133 BauGB
Vorinstanz: vorgehend Bayerischer Verwaltungsgerichtshof, 15. Juli 2010, Az: 6 BV 08.1087, Urteil
Spruchkörper: 9. Senat
Nichtzulassungsbeschwerde; teilweise Rücknahme eines bestandskräftigen Erschließungsbeitragsbescheids nach Kommunalabgabengesetz
1 Die Beschwerde kann keinen Erfolg haben. Der allein geltend gemachte Zulassungsgrund der grundsätzlichen Bedeutung der Rechtssache liegt nicht vor (§ 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO). Dies wäre nur dann der Fall, wenn für die Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs eine konkrete, jedoch fallübergreifende Rechtsfrage von Bedeutung war, deren noch ausstehende höchstrichterliche Klärung im Revisionsverfahren zu erwarten ist und zur Erhaltung der Einheitlichkeit der Rechtsprechung oder zu einer bedeutsamen Weiterentwicklung des Rechts geboten erscheint; dies muss in der Beschwerdebegründung dargelegt werden (vgl. Beschluss vom 2. Oktober 1961 - BVerwG 8 B 78.61 - BVerwGE 13, 90 <91>). Daran fehlt es hier.
2 Die von der Beschwerde aufgeworfene Frage,
unter welchen Voraussetzungen eine Reduzierung des Rücknahmeermessens auf Null im Falle offensichtlicher Rechtswidrigkeit von bestandskräftigen Verwaltungsakten gegeben ist,
war für die Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs nicht von Bedeutung, weil er davon ausgegangen ist, dass der bestandskräftige Erschließungsbeitragsbescheid vom 7. November 2002 nicht offensichtlich rechtswidrig war (UA S. 9 f.).
3 Abgesehen davon wäre eine Klärung der genannten Frage in dem angestrebten Revisionsverfahren auch deshalb nicht zu erwarten, weil der Verwaltungsgerichtshof den vom Kläger geltend gemachten Anspruch auf teilweise Rücknahme des bestandskräftigen Erschließungsbeitragsbescheids auf der Grundlage von Art. 13 Abs. 1 Nr. 3b BayKAG i.V.m. § 130 Abs. 1 AO beurteilt hat. Die in den landesrechtlichen Kommunalabgabengesetzen kraft landesrechtlichen Anwendungsbefehls Geltung beanspruchenden (an sich bundesrechtlichen) Vorschriften der Abgabenordnung werden insoweit in das irrevisible Landesrecht inkorporiert, teilen mithin dessen Rechtscharakter und können daher nicht Maßstab einer revisionsgerichtlichen Überprüfung des Rechtsstreits sein (stRspr, vgl. Urteil vom 19. März 2009 - BVerwG 9 C 10.08 - Buchholz 406.11 § 133 BauGB Nr. 135 Rn. 9 = NVwZ 2009, 848 = BayVBl 2010, 89).