Residence rights after retroactive revocation of naturalization

BVerwG 1 B 11/10, 1 B 11/10 (1 C 16/10)Bverwg / 1. Abteilung06.09.2010Granted

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Administrative Court upheld the plaintiff's complaint against the non-admission of revision. It found the case to be of fundamental importance under Section 132(2) No. 1 VwGO. The unresolved question is whether a person whose naturalization was revoked ex tunc counts as a former German under Section 38 AufenthG, and whether the earlier residence title continues to apply, revives, or can support a new claim to a settlement permit.

Omnilex-Regeste

§ 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO; grundsätzliche Bedeutung bei rückwirkender Rücknahme der Einbürgerung und aufenthaltsrechtlichen Folgen: Die Revision ist zuzulassen, wenn klärungsbedürftig ist, ob der Betroffene trotz ex-tunc-Wegfalls der Einbürgerung als ehemaliger Deutscher i.S.d. § 38 AufenthG anzusehen ist und ob der vor der Einbürgerung innegehabte Aufenthaltstitel fortwirkt, wiederauflebt oder Grundlage eines Anspruchs auf Neuerteilung eines Aufenthaltstitels sein kann (vgl. Erwägungen zur Klärungsbedürftigkeit).

Gesamter Gesetzestext

BVerwG — 1 B 11/10, 1 B 11/10 (1 C 16/10), Beschluss

Entscheidungsdatum: 2010-09-06

Aktenzeichen: 1 B 11/10, 1 B 11/10 (1 C 16/10)

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 38 AufenthG 2004, § 26 Abs 4 AufenthG 2004, § 132 Abs 2 Nr 1 VwGO

Vorinstanz: vorgehend Hessischer Verwaltungsgerichtshof, 18. Februar 2010, Az: 9 A 2080/09, Beschluss

Spruchkörper: 1. Senat

Titelzeile

Aufenthaltsrecht nach rückwirkender Aufhebung der Einbürgerung; Revisionszulassung

Gründe

1 Die Beschwerde des Klägers ist zulässig und begründet.

2 Die Revision ist gemäß § 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO wegen grundsätzlicher Bedeutung der Rechtssache zuzulassen. Sie kann dem Bundesverwaltungsgericht Gelegenheit zur Klärung der Frage geben, ob ein Ausländer, dessen Einbürgerung ex tunc zurückgenommen wurde, ein ehemaliger Deutscher im Sinne des § 38 AufenthG ist bzw. ob der Aufenthaltstitel, den der Ausländer vor der Einbürgerung innehatte, im Fall einer rückwirkenden Aufhebung der Einbürgerung fortgilt oder "wiederauflebt" oder sich auf einen Anspruch auf Wiedererteilung eines solchen Aufenthaltstitels (hier: Niederlassungserlaubnis) auswirkt.

Schlagwörter

residence permitnaturalizationretroactive revocationformer Germanrevision admissibilityfundamental importance

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether revision should be allowed for fundamental importance under Section 132(2) No. 1 VwGO.

Extrahierter Entscheid

Yes. The complaint was admissible and well-founded, so revision had to be allowed.

Extrahierte Begründung

The case raises a fundamental question whether a foreign national whose naturalization was revoked retroactively is a former German under Section 38 AufenthG, and whether a pre-naturalization residence permit continues to exist, revives, or supports a renewed grant of a settlement permit.

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