Requirements for substantiating a complaint against refusal of leave to appeal

BVerwG 2 B 99/09Bverwg / 2. Abteilung04.01.2010Dismissed

Zusammenfassung

The Federal Administrative Court held that a complaint against refusal of leave to appeal was inadmissible because the statement of reasons was not submitted in a legally sufficient form within the two-month period. An unsigned fax labeled as the complaint reasons did not satisfy the substantiation requirements, no signed original followed, and the party failed to remedy the defect after notice. The court therefore found no basis to treat the fax as effectively filed or to consider reinstatement.

Regest

§ 133 Abs. 3 VwGO; substantiation of a complaint against refusal of leave to appeal; formal requirements and cure of defects. A complaint against denial of leave to appeal is inadmissible unless, within the statutory period, it designates and substantiates one of the grounds under § 132 Abs. 2 VwGO in a clear, comprehensible, and legally reasoned manner. The reasons must reflect a structured legal assessment by the authorized representative. An unsigned fax without a subsequent original submission does not satisfy these requirements; if, despite notice, no correction follows, neither effective filing nor grounds for reinstatement are established (consid. 1-3).

Gesamter Gesetzestext

BVerwG — 2 B 99/09, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2010-01-04

Aktenzeichen: 2 B 99/09

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 133 Abs 3 VwGO, § 132 Abs 2 VwGO

Vorinstanz: vorgehend Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 25. Juni 2009, Az: 1 A 1961/07, Urteil

Spruchkörper: 2. Senat

Titelzeile

Anforderungen an Begründung einer Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision

Gründe

1 Die Beschwerde ist unzulässig, weil sie nicht innerhalb der am 17. September 2009 abgelaufenen Frist (§ 133 Abs. 3 Satz 1 VwGO) in zureichender Weise begründet worden ist.

2 § 133 Abs. 3 VwGO bestimmt, dass die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision binnen zwei Monaten nach Zustellung des vollständigen Urteils, gegen das sich das Rechtsmittel richtet, zu begründen ist. Dabei ist einer der in § 132 Abs. 2 VwGO vorgesehenen Gründe für die Zulassung der Revision zu bezeichnen und darzulegen. Eine zulässige Beschwerdebegründung erfordert, dass sie gewissen Mindestanforderungen hinsichtlich ihrer Klarheit, Verständlichkeit und Überschaubarkeit genügt. Sie muss eine Sichtung und rechtliche Durchdringung des Streitstoffs durch den Bevollmächtigten oder zugelassenen Behördenvertreter im Sinne des § 67 Abs. 4 Satz 3 bis 6 VwGO enthalten, der sie unterzeichnet hat (vgl. Beschlüsse vom 19. August 1993 - BVerwG 6 B 42.93 - Buchholz 310 § 67 VwGO Nr. 81; vom 16. Dezember 1996 - BVerwG 4 B 218.96 - NJW 1997, 1865; vom 23. November 1995 - BVerwG 9 B 362.95 - Buchholz 310 § 133 <n.F.> VwGO Nr. 20 und vom 19. August 1997 - BVerwG 7 B 261.97 - Buchholz 310 § 133 <n.F.> VwGO Nr. 26). Diesen Anforderungen entspricht die Beschwerdebegründung nicht.

3 Zwar ist ein als "Beschwerdebegründung" bezeichnetes Fax innerhalb der Frist eingegangen, dieses war aber weder unterzeichnet noch enthielt es einen Beglaubigungsvermerk. Ein Originalschreiben zu diesem Fax ist nicht nachgefolgt. Auf die fehlende Unterschrift ist die Beklagte hingewiesen worden. Sie hat hierauf nicht reagiert. Damit ist weder ersichtlich, dass das Fax mit ihrem Willen in den Verkehr gebracht worden war noch dass Wiedereinsetzungsgründe vorliegen könnten.

Schlagwörter

non-admission complaintsubstantiation requirementsformal validityunsigned faxreinstatementadmissibility