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BVerwG 8 B 4/14 ΓÇó Non-admission complaint granted; case remanded for rehearing
BVerwG 8 B 4/14Bverwg / Division 822.10.2014Modified
The Beigeladene challenged the Administrative Court Potsdam’s renewed annulment of a federal transfer order concerning a 22,987 sqm parcel. The Federal Administrative Court held the non-admission complaint to be well founded because the lower court had infringed the right to be heard and other procedural obligations. The court did not accept the substantive and divergence complaints, but it set aside the judgment and remanded the case to another chamber of the Administrative Court Potsdam. The costs decision was reserved. The dispute value was set at EUR 500,000.
Art. 103 Abs. 1 GG; § 108 Abs. 1 Satz 1 und 2, Abs. 2, § 86 Abs. 1, § 133 Abs. 6 VwGO; § 173 VwGO i.V.m. § 563 Abs. 1 Satz 2 ZPO analog: A successful non-admission complaint lies where the challenged judgment is vitiated by a hearing violation or other procedural defects affecting the court’s fact-finding and reasoning. If such a defect is decisive, the Federal Administrative Court sets aside the judgment and remands the matter to another chamber of the court of first instance to safeguard confidence in the administration of justice and to prevent repetition of procedural errors. Unfounded substantive-law and divergence complaints do not preclude remittal on procedural grounds.
Entscheidungsdatum: 2014-10-22
Aktenzeichen: 8 B 4/14
ECLI: ECLI:DE:BVerwG:2014:221014B8B4.14.0
Dokumenttyp: Beschluss
Vorinstanz: vorgehend VG Potsdam, 18. April 2013, Az: 1 K 839/11, Urteil
Spruchkörper: 8. Senat
I
1 Die Beigeladenen wenden sich mit ihrer Beschwerde - ebenso wie in den Parallelverfahren BVerwG 8 B 99.13, 8 B 100.13, 8 B 101.13, 8 B 102.13 und 8 B 3.14 - gegen die in dem aufgrund der mündlichen Verhandlung vom 18. April 2013 ergangenen Urteil des Verwaltungsgerichts erfolgte Nichtzulassung der Revision.
2 Das Verfahren betrifft das 22 987 qm große Flurstück ... der Flur ... im Gemeindegebiet der Klägerin, die dessen Eigentümerin und Verfügungsberechtigte ist. Das Grundstück gehörte ebenfalls zum historischen Gutsgelände ... der Brüder Albert und Max S. Mit dem hier streitgegenständlichen Bescheid vom 31. Mai 2006 übertrug das Bundesamt das Grundstück auf die Beigeladenen in ungeteilter Erbengemeinschaft.
3 Nachdem das Verwaltungsgericht Potsdam mit Urteil vom 13. November 2008 - VG 1 K 1399/06 - den streitgegenständlichen Bescheid aufgehoben hatte, hat das Bundesverwaltungsgericht auf die Nichtzulassungsbeschwerde der Beigeladenen mit Beschluss vom 28. März 2011 (BVerwG 8 B 44.10) dieses wegen Verfahrensmängel aufgehoben und die Sache an das Verwaltungsgericht zurückverwiesen. Das Verwaltungsgericht hat mit dem angegriffenen, am 24. September 2013 zugestellten Urteil vom 18. April 2013 - VG 1 K 839/11 - den Bescheid der Beklagten vom 31. Mai 2006 erneut aufgehoben und die Revision nicht zugelassen.
II
4 Die Beschwerde der Beigeladenen, deren Begründung im Wesentlichen wort-identisch mit der Begründung der in den Parallelverfahren BVerwG 8 B 99.13, 8 B 100.13, 8 B 101.13, 8 B 102.13 und 8 B 3.14 eingelegten Nichtzulassungsbeschwerden ist und alle drei Zulassungsgründe des § 132 Abs. 2 Nr. 1 bis 3 VwGO geltend macht, hat Erfolg. Das angegriffene Urteil verletzt die Beigeladenen in ihrem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 103 Abs. 1 GG, § 108 Abs. 2 VwGO) sowie in ihren Verfahrensrechten aus § 108 Abs. 1 Satz 1 und 2 VwGO sowie aus § 86 Abs. 1 VwGO. Dagegen sind die erhobenen Grundsatz- und Divergenzrügen nicht begründet. Zur Vermeidung von unnötigen Wiederholungen wird insoweit auf die Begründung in dem Beschluss des Senats vom heutigen Tage in dem dieselben Beteiligten betreffenden Verfahren BVerwG 8 B 99.13 verwiesen. Das angegriffene Urteil wird gemäß § 133 Abs. 6 VwGO aufgehoben und das Verfahren wird im Interesse des Vertrauens der Beigeladenen in die Rechtspflege und zur Vermeidung erneuter Verfahrensfehler gemäß § 173 VwGO i.V.m. § 563 Abs. 1 Satz 2 ZPO (analog) zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an eine andere Kammer des Verwaltungsgerichts Potsdam zurückverwiesen.
5 Die Kostenentscheidung muss der Schlussentscheidung vorbehalten bleiben.
6 Die Streitwertfestsetzung beruht auf § 47 Abs. 1 und 3, § 52 Abs. 1 und 4 GKG. Unter Zugrundelegung des vom Verwaltungsgericht in Ansatz gebrachten Grundstückswerts von 50 €/qm ergibt sich daraus für die Fläche von 22 987 qm und unter Berücksichtigung der in § 52 Abs. 4 Nr. 3 GKG vorgesehenen Begrenzungsregelung ein Wert von 500 000 €.