Electronic VAT advance returns are constitutional

BFH V B 158/14Bfh / 5. Abteilung14.04.2015Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The BFH rejected the taxpayer’s complaint against non-admission of revision. It held that there was no question of fundamental significance regarding the statutory duty to file VAT advance returns electronically, because the issue had already been settled in prior BFH case law. The taxpayer’s arguments about internet insecurity, the NSA affair, and tax secrecy were considered too general and unsupported by concrete danger indications. The complaint proceedings’ costs were imposed on the appellant.

Omnilex-Regeste

§ 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO; electronic transmission of VAT advance returns under § 18 Abs. 1 UStG in conjunction with the Tax Data Transmission Ordinance; no fundamental significance where the asserted legal question has already been clarified by existing case law and no new aspects are shown. General references to internet insecurity or abstract concerns about tax secrecy do not establish a need for further clarification; specific, case-related grounds for a breach must be substantiated. Cost allocation follows § 135 Abs. 2 FGO when the complaint is unsuccessful.

Gesamter Gesetzestext

BFH — V B 158/14, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2015-04-14

Aktenzeichen: V B 158/14

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 18 Abs 1 UStG 2005, § 150 Abs 7 AO, GG, StDÜV, § 30 AO, § 115 Abs 2 Nr 1 FGO, UStG VZ 2014

Vorinstanz: vorgehend FG Nürnberg, 13. November 2014, Az: 2 K 1384/14, Urteil

Spruchkörper: 5. Senat

Titelzeile

Pflicht zur elektronischen Abgabe von Umsatzsteuer-Voranmeldungen ist verfassungsgemäß - Keine Verletzung des Steuergeheimnisses durch Datenübermittlung nach StDÜV

Leitsatz

NV: Die Verpflichtung eines Unternehmers, seine Umsatzsteuer-Voranmeldungen dem Finanzamt grundsätzlich durch Datenfernübertragung elektronisch zu übermitteln, ist verfassungsgemäß .

Tenor

Die Beschwerde der Klägerin wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts Nürnberg vom 13. November 2014 2 K 1384/14 wird als unbegründet zurückgewiesen.

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat die Klägerin zu tragen.

Gründe

1 Die Beschwerde der Klägerin und Beschwerdeführerin (Klägerin) hat keinen Erfolg. Entgegen ihrer Auffassung hat die Rechtssache keine grundsätzliche Bedeutung i.S. von § 115 Abs. 2 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO).

2 1. Der Zulassungsgrund der grundsätzlichen Bedeutung setzt voraus, dass die von einem Beschwerdeführer als grundsätzlich bedeutsam bezeichnete Rechtsfrage im Allgemeininteresse klärungsbedürftig und im Streitfall klärbar ist. An der Klärungsbedürftigkeit fehlt es, wenn die Rechtsfrage anhand der gesetzlichen Grundlagen und der bereits vorliegenden Rechtsprechung beantwortet werden kann und keine neuen Gesichtspunkte erkennbar sind, die eine erneute Prüfung und Entscheidung der Rechtsfrage durch den Bundesfinanzhof (BFH) geboten erscheinen lassen (ständige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Beschlüsse vom 29. August 2011 III B 110/10, BFH/NV 2011, 2100; vom 8. Dezember 2011 III B 72/11, BFH/NV 2012, 379; vom 8. Januar 2014 XI B 120/13, BFH/NV 2014, 686, und vom 6. Mai 2014 XI B 4/14, BFH/NV 2014, 1406).

3 2. Die Klägerin geht davon aus, dass die Frage, ob die Finanzverwaltung berechtigt ist, "die Abgabe einer Steuererklärung auf elektronischem Wege mit Zwangsmitteln durchzusetzen" trotz des BFH-Urteils vom 14. März 2012 XI R 33/09 (BFHE 236, 283, BStBl II 2012, 477), in dem der BFH bereits entschieden hat, dass die Verpflichtung eines Unternehmers, seine Umsatzsteuer-Voranmeldungen dem Finanzamt grundsätzlich durch Datenfernübertragung elektronisch zu übermitteln, verfassungsgemäß ist, von grundsätzlicher Bedeutung sei. Sie verweist hierzu auf die "NSA-Affäre" und die "Datensicherheit im Internet" sowie darauf, dass "das Steuergeheimnis durch eine zwangsweise Übertragung auf elektronischem Wege nicht gewährt" sei, während der "Transportweg von Briefen" durch das Postgeheimnis geschützt sei. Die "Verschlüsselungstechnik" sei "für einen Fachmann ... kein unlösbares Problem". Das Steuergeheimnis gelte aber auch gegenüber "Fachmännern der IT-Branche".

4 Dies genügt nicht, um von einem neuen Klärungsbedarf trotz des BFH-Urteils in BFHE 236, 283, BStBl II 2012, 477 auszugehen. Der BFH hat in dieser Entscheidung die nach § 18 Abs. 1 des Umsatzsteuergesetzes bestehende Verpflichtung zur Abgabe von Voranmeldungen nach amtlich vorgeschriebenem Datensatz durch Datenfernübertragung nach Maßgabe der Steuerdaten-Übermittlungsverordnung bestätigt. Aus welchen Gründen die Übermittlung nach der Steuerdaten-Übermittlungsverordnung das Steuergeheimnis verletzen sollte, ist für den Senat mangels weitergehender Angaben zu konkreten Gefährdungsgründen im Streitfall nicht ersichtlich und rechtfertigt daher keine Revisionszulassung.

5 3. Die Kostenentscheidung beruht auf § 135 Abs. 2 FGO.

Schlagwörter

VAT advance returnselectronic filingfundamental significancetax secrecydata transmissionconstitutional reviewcosts

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the complaint establishes a ground for admission of revision based on fundamental significance concerning mandatory electronic submission of VAT advance returns.

Extrahierter Entscheid

No. The question was already answered by existing BFH case law, so no further clarification was needed.

Extrahierte Begründung

The legal question could be resolved from the statutory framework and prior case law; the appellant did not show new aspects requiring renewed review.

Kernrechtsfrage

Whether electronic transmission under the VAT and tax data transmission rules violates tax secrecy or constitutional rights.

Extrahierter Entscheid

No. The court saw no concrete risk factors showing a breach of tax secrecy and relied on its prior decision upholding the rule.

Extrahierte Begründung

The appellant’s references to general internet security concerns and the NSA affair were too abstract; the challenged transmission duty had already been found constitutional.

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