Provisional appeal by unrepresented party construed as PKH request

BFH VI B 83/13Bfh / 6. Abteilung14.11.2013Granted

Zusammenfassung

The Federal Fiscal Court dealt with filings by unrepresented plaintiffs who had asked whether the first-instance judgment was final and, as a precaution, filed a 'complaint/remedy' together with an application for legal aid. The court held that, in their favor, the filing was to be treated only as a request for legal aid and appointment of counsel for a yet-to-be-filed non-admission complaint, because a direct complaint would otherwise be inadmissible due to the representation requirement. The proceeding entered under the non-admission complaint docket had to be removed from the registers. No costs order was made.

Regest

§ 62 Abs. 4 FGO, § 142 FGO; precautionary filing by an unrepresented party in combination with a legal-aid request: if the party merely submits a 'complaint/remedy' as a safeguard and asks for PKH, the submission is to be construed in favor of the party exclusively as an application for legal aid and appointment of counsel for a yet-to-be-filed non-admission complaint. A directly filed non-admission complaint is otherwise inadmissible for lack of representation. The proceeding registered under such a complaint is to be deleted from the registers; no statutory basis exists for a costs order in the deletion decision (consid. 4-6).

Gesamter Gesetzestext

BFH — VI B 83/13, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2013-11-14

Aktenzeichen: VI B 83/13

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 142 FGO, § 62 Abs 4 FGO

Vorinstanz: vorgehend Sächsisches Finanzgericht, 14. Mai 2013, Az: 8 K 153/13, Urteil

Spruchkörper: 6. Senat

Titelzeile

Auslegung des "Rechtsmittels eines nicht Vertretenen als Antrag auf PKH

Leitsatz

  1. NV: Legt ein nicht vertretener Kläger gegen ein die Revision nicht zulassendes Urteil vorsichtshalber Rechtsmittel ein und beantragt in diesem Zusammenhang Prozesskostenhilfe, ist dies zu Gunsten des Klägers ausschließlich als Antrag auf PKH und Beiordnung eines Prozessvertreters für eine erst einzulegende NZB auszulegen.

  2. NV: Das eine solche Nichtzulassungsbeschwerde betreffende Verfahren ist in den Registern zu löschen.

Tatbestand

1 I. Mit Schriftsatz vom 22. Juni 2013 baten die nicht vertretenen Kläger, Beschwerdeführer und Antragsteller (Kläger) zu prüfen, ob das erstinstanzliche Urteil des Sächsischen Finanzgerichts vom 14. Mai 2013 8 K 153/13 trotz Aussetzung der Klage rechtskräftig sei. Vorsichtshalber legten sie zugleich "Beschwerde gegebenenfalls Rechtmittel" ein und beantragten in diesem Zusammenhang Prozesskostenhilfe (PKH).

2 Die Senatsgeschäftsstelle registrierte die Schriftsätze als Antrag auf PKH und Beiordnung eines Rechtsanwalts --Az. VI S 9/13 (PKH)-- sowie als Nichtzulassungsbeschwerde (Az. VI B 83/13).

3 Den Antrag auf PKH hat der Senat mit Beschluss vom 10. Oktober 2013 abgelehnt.

Entscheidungsgründe

4 II. Die von den Klägern persönlich erhobene Nichtzulassungsbeschwerde, die wegen des vor dem Bundesfinanzhof (BFH) geltenden Vertretungszwangs gemäß § 62 Abs. 4 der Finanzgerichtsordnung (FGO) unzulässig wäre, ist zu Gunsten (Vermeidung von Gerichtskosten) der Kläger ausschließlich als Antrag auf PKH und Beiordnung eines Prozessvertreters (§ 142 FGO) für eine erst einzulegende Nichtzulassungsbeschwerde auszulegen, wenn sie --wie vorliegend-- lediglich "vorsichtshalber" Beschwerde/ Rechtsmittel eingelegt und in diesem Zusammenhang PKH beantragt haben (vgl. Beschlüsse des BFH vom 27. März 1998 X B 50/98, BFH/NV 1998, 1252; vom 24. Februar 2006 III S 25/05 (PKH), BFH/NV 2006, 1302; vom 24. Oktober 2007 III S 25/07 (PKH), nicht veröffentlicht --n.v.--, und vom 18. Januar 2008 III S 44/07 (PKH), n.v.).

5 Das eine solche Nichtzulassungsbeschwerde betreffende Verfahren ist in den Registern zu löschen.

6 Eine Kostenentscheidung für den vorliegenden Löschungsbeschluss ist gesetzlich nicht vorgesehen.

Schlagwörter

legal aidrepresentation requirementnon-admission complaintprocedural interpretationregister deletion