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BFH IX B 184/11 ΓÇó No leave to appeal based solely on alleged misapplication of law
BFH IX B 184/11Bfh / Division 910.07.2012Dismissed
The Federal Fiscal Court dismissed a complaint seeking leave to appeal against a Thuringian Fiscal Court judgment. It held that alleged factual deficiencies were immaterial because the decisive useful-life question was already resolved against the complainant, and that claims of fundamental importance were not properly substantiated. The court further ruled that an asserted risk of repeated misapplication of law does not itself justify admission of the appeal. Costs were not expressly detailed in the extract.
§ 115 Abs. 2 Nr. 1, § 116 Abs. 3 S. 3 FGO; Grundsätzliche Bedeutung und Darlegungslast für die Revisionszulassung: Die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision genügt den Begründungsanforderungen nicht, wenn sie lediglich die materielle Unrichtigkeit der finanzgerichtlichen Entscheidung rügt. Die grundsätzliche Bedeutung ist nur schlüssig dargetan, wenn die Beschwerde eine über den Einzelfall hinausgehende Klärungsbedürftigkeit anhand einer ungeklärten, umstrittenen Rechtsfrage aufzeigt. Eine bloße Behauptung künftiger Wiederholungsgefahr fehlerhafter Rechtsanwendung ersetzt keinen Zulassungsgrund; auch unbeachtliche Rügen der Sachaufklärung, Überraschungsentscheidung oder des übergangenen Beweisantrags tragen die Zulassung nicht, wenn die beanstandeten Umstände für die Entscheidung nicht erheblich waren.
Entscheidungsdatum: 2012-07-10
Aktenzeichen: IX B 184/11
Dokumenttyp: Beschluss
Normen: § 115 Abs 2 Nr 1 FGO, § 116 Abs 3 S 3 FGO
Vorinstanz: vorgehend Thüringer Finanzgericht, 10. November 2011, Az: 2 K 621/08, Urteil
Spruchkörper: 9. Senat
Keine Revisionszulassung bei bloßer Rüge fehlerhafter Rechtsanwendung - Darlegung der grundsätzlichen Bedeutung einer Rechtssache
NV: Allein die Darlegung, dass hinsichtlich der angeblich fehlerhaften Rechtsanwendung seitens des FG konkrete Wiederholungsgefahr bestünde, weil das FG auch zukünftig dieser materiellen Rechtsauffassung folgen werde, kann die Revisionszulassung nicht rechtfertigen.
1 Die Beschwerde hat keinen Erfolg.
2 Soweit sich die Beschwerde auf eine nicht hinreichende finanzgerichtliche Sachverhaltsermittlung stützt (§ 115 Abs. 2 Nr. 3, § 76 der Finanzgerichtsordnung --FGO--), waren die Ermittlungen hinsichtlich einer Nutzungsdauer von 40 Jahren ab dem 1. Juli 1990 insoweit nicht entscheidungserheblich, als das Finanzgericht (FG) davon ausging, dass maximal eine hundertjährige Nutzungsdauer als Obergrenze in Betracht gekommen wäre. Da das Gebäude 1901 errichtet wurde, war diese Nutzungsdauer beim Erbfall im Jahr 2001 abgelaufen. Entsprechendes gilt, soweit die Beschwerde von einer Überraschungsentscheidung sowie vom Übergehen eines Beweisantrags ausgeht.
3 Soweit die Beschwerde grundsätzliche Bedeutung (§ 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO) geltend macht, handelt es sich lediglich um einen Angriff gegen die materielle Richtigkeit der finanzgerichtlichen Entscheidung. Mit dem Hinweis, die vorgetragene Frage sei, soweit ersichtlich, weder im Schrifttum diskutiert noch in der Rechtsprechung entschieden, wird die grundsätzliche Bedeutung auch nicht in schlüssiger Weise dargelegt. Es fehlt schon an Ausführungen, inwieweit die aufgeworfene Frage in Rechtsprechung und/oder Schrifttum umstritten ist und deshalb eine höchstrichterliche Klärung über die materiell-rechtliche Beurteilung des Streitfalls hinaus für die Allgemeinheit Bedeutung erlangt.
4 Soweit sich die Beschwerde darauf beruft, dass Wiederholungsgefahr hinsichtlich der fehlerhaften Rechtsanwendung seitens des FG bestünde, weil dieses sich auf ein Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen stütze, so kann auch dies die Revisionszulassung nicht rechtfertigen. Denn letztlich zielt auch dies lediglich auf die Rüge einer fehlerhaften Rechtsanwendung, nicht aber wird ein Revisionszulassungsgrund i.S. von § 115 Abs. 2 FGO schlüssig dargelegt.