Mietverhältnis between related persons is assessed case by case

BFH IX B 20/12Bfh / Division 925.05.2012Dismissed

Zusammenfassung

The BFH rejected the non-admission complaint against a judgment of the Finanzgericht Baden-Württemberg concerning the tax treatment of a lease between related persons. It held that whether a proximity relationship exists, indicating aligned economic interests, cannot be determined in the abstract but only from the totality of the objective circumstances in the individual case. The tax court’s factual assessment is binding on the BFH absent admissible and substantiated procedural objections. The complaint therefore failed to show a case of fundamental importance or a need for legal development or uniformity.

Regest

§ 115 Abs. 2 Nr. 1 und Nr. 2 FGO; question of a proximity relationship between persons indicating aligned economic interests in the context of a lease: the existence of such a relationship cannot be determined abstractly and independently of the individual case. It is to be assessed on the basis of the totality of objective circumstances and belongs to the fact-finding and overall appraisal of the FG. The BFH is bound by this factual assessment as a revision court under § 118 Abs. 2 FGO absent admissible and substantiated procedural objections. Admission of the revision is not warranted merely because the appellant seeks a different evaluation of the facts.

Gesamter Gesetzestext

BFH — IX B 20/12, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2012-05-25

Aktenzeichen: IX B 20/12

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 21 EStG 2002, § 115 Abs 2 Nr 1 FGO, § 12 Nr 1 EStG 2002

Vorinstanz: vorgehend Finanzgericht Baden-Württemberg, 18. Oktober 2011, Az: 8 K 4663/09, Urteil

Spruchkörper: 9. Senat

Titelzeile

Zuordnung eines Mietverhältnisses zwischen "nahe stehenden Personen" zum steuerlich relevanten oder zum privaten Bereich - Einzelfallbezogene Beurteilung eines Näheverhältnisses

Leitsatz

NV: Es kann nicht allgemein und losgelöst vom jeweiligen Einzelfall geklärt werden, wann zwischen zwei Personen ein Näheverhältnis besteht, das auf einen Gleichklang wirtschaftlicher Interessen schließen lässt .

Gründe

1 Die Nichtzulassungsbeschwerde ist unbegründet.

2 Die Rechtssache ist weder grundsätzlich bedeutsam (§ 115 Abs. 2 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung --FGO--) noch ist eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) zur Fortbildung des Rechts oder zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung erforderlich (§ 115 Abs. 2 Nr. 2 FGO).

3 Es kann nicht allgemein und losgelöst vom jeweiligen Einzelfall geklärt werden, wann zwischen zwei Personen ein Näheverhältnis besteht, das auf einen Gleichklang wirtschaftlicher Interessen schließen lässt (vgl. zu diesem Beweisanzeichen BFH-Beschlüsse vom 20. Januar 2003 IX B 94/02, BFH/NV 2003, 617, und vom 10. Februar 2010 IX B 163/09, BFH/NV 2010, 887). Maßgebend für die Beurteilung ist die Gesamtheit der objektiven Gegebenheiten. Wie bei der Prüfung der Fremdüblichkeit eines Mietverhältnisses kommt es auf die konkreten Umstände im Einzelfall an, die das Finanzgericht (FG) im Rahmen der erforderlichen Gesamtwürdigung als Tatfrage zu beurteilen hat (vgl. BFH-Beschluss vom 15. April 2008 IX B 154/07, BFH/NV 2008, 1340).

4 Die vom FG insoweit vorgenommene --zu den tatsächlichen Feststellungen i.S. des § 118 Abs. 2 FGO zählende-- Tatsachenwürdigung ist für den BFH als Revisionsgericht mangels zulässiger und begründeter Verfahrensrügen bindend. Nur ergänzend weist der Senat darauf hin, dass das FG im Streitfall die maßgeblichen Grundsätze der höchstrichterlichen Rechtsprechung in seinem Urteil beachtet und im Einzelfall zutreffend angewandt hat.

Schlagwörter

tax lawleaserelated personsnon-admission complaintfactual assessmentfundamental importance