Procedural orders not appealable by complaint

BFH IX B 54/11Bfh / Division 906.04.2011Dismissed

Zusammenfassung

The Federal Fiscal Court dismissed the complainants’ complaint as inadmissible. It held that the Finance Court rapporteur’s order requiring submission of a power of attorney was a procedural case-management order and therefore not appealable by complaint under § 128(2) FGO. The court additionally observed, for the further proceedings, that requests for a power of attorney under § 62(6) FGO require concrete indications when directed at persons within the meaning of § 62(2) sentence 1 FGO, and noted that the tax assessment and objection decision had been addressed to the claimants’ authorized representative.

Regest

§ 128 Abs. 2 FGO; prozessleitende Verfügungen sind nicht mit der Beschwerde anfechtbar. Hierzu gehört auch die Anforderung einer Prozessvollmacht mit einfacher Frist durch den Berichterstatter. § 62 Abs. 6 S. 1 und 4 FGO; die Anforderung einer Prozessvollmacht bei Personen i.S. von § 62 Abs. 2 S. 1 FGO setzt konkrete Anhaltspunkte voraus. Die Beschwerde gegen eine solche prozessleitende Maßnahme ist unstatthaft und als unzulässig zu verwerfen (vgl. auch die Hinweise zu den einschlägigen BFH-Vorentscheidungen).

Gesamter Gesetzestext

BFH — IX B 54/11, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2011-04-06

Aktenzeichen: IX B 54/11

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 62 Abs 2 S 1 FGO, § 62 Abs 6 S 1 FGO, § 62 Abs 6 S 4 FGO, § 128 Abs 2 FGO, § 132 FGO

Vorinstanz: vorgehend Finanzgericht Berlin-Brandenburg, 21. Februar 2011, Az: 4 K 4308/10, Beschluss

Spruchkörper: 9. Senat

Titelzeile

Keine Anfechtbarkeit prozessleitender Verfügungen mit der Beschwerde - Anforderung einer Prozessvollmacht

Leitsatz

  1. NV: Prozessleitende Verfügungen --wie im Streitfall die Anforderung einer Prozessvollmacht mit einfacher Frist durch den Berichterstatter des FG-- können nicht mit der Beschwerde angefochten werden .

  2. NV: Für die Anforderung einer Prozessvollmacht sind bei Personen i.S.d. § 62 Abs. 2 Satz 1 FGO konkrete Anhaltspunkte erforderlich .

Gründe

1 Die Beschwerde ist unstatthaft und daher durch Beschluss (§ 132 der Finanzgerichtsordnung --FGO--) als unzulässig zu verwerfen.

2 Gemäß § 128 Abs. 2 FGO können prozessleitende Verfügungen nicht mit der Beschwerde angefochten werden. Zu solchen Verfügungen zählt auch --wie im Streitfall-- die Anforderung einer Prozessvollmacht mit einfacher Frist durch den Berichterstatter (vgl. Beschlüsse des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 16. Juli 2003 III B 77/03, BFH/NV 2003, 1443; vom 12. November 2009 VIII B 167/09, Zeitschrift für Steuern & Recht 2010, R 167).

3 Für das weitere Verfahren weist der Senat vorsorglich auf die zu § 62 Abs. 6 Sätze 1 und 4 FGO ergangene Rechtsprechung hin (BFH-Beschlüsse vom 10. Februar 2009 X B 211/08, BFH/NV 2009, 782; vom 11. November 2009 I B 152/09, BFH/NV 2010, 449; vom 15. April 2010 V B 7/09, BFH/NV 2010, 1830). Danach sind bei Personen i.S. des § 62 Abs. 2 Satz 1 FGO für die Anforderung einer Prozessvollmacht konkrete Anhaltspunkte erforderlich. Im Streitfall wurden jedenfalls der Einkommensteuerbescheid und der Einspruchsbescheid an den Prozessbevollmächtigten der Kläger und Beschwerdeführer als deren Vertreter adressiert.

Schlagwörter

procedural ordercomplaint inadmissiblepower of attorneycase-managementtax procedure