No revision for vague investment reserve

BFH IV B 104/09Bfh / 4. Abteilung06.09.2010Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Fiscal Court dismissed the complaint against the denial of leave to appeal. It held that the tax court had not deviated from BFH case law when it refused an investment reserve for an investment that was not sufficiently concrete. A reserve under § 7g Abs. 3 EStG does not require proof of an investment intention, but the planned investment must still be concrete in type, scope and timing and must be objectively feasible. Alleged errors in fact-finding or subsumption do not amount to a qualifying divergence or procedural defect.

Omnilex-Regeste

§ 115 Abs. 2 Nr. 2 Alt. 2 FGO; § 7g Abs. 3 Satz 1 EStG 2002; leave to appeal is not justified by mere errors in the assessment of facts or by incorrect application of established principles to the individual case. An investment reserve may be formed without proof of a specific investment intention, but only for a planned investment that is sufficiently concretized as to type, scope and timing and that is still feasible and objectively possible; an investment 'in the blue' is not privileged. Divergence requires a conflicting abstract legal principle, not merely a different factual appraisal or subsumption (consid. 2-3).

Gesamter Gesetzestext

BFH — IV B 104/09, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2010-09-06

Aktenzeichen: IV B 104/09

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 115 Abs 2 Nr 2 Alt 2 FGO, § 7g Abs 3 S 1 EStG 2002, § 115 Abs 2 Nr 3 FGO

Vorinstanz: vorgehend FG Köln, 29. Juli 2009, Az: 4 K 1669/07, Urteil

Spruchkörper: 4. Senat

Titelzeile

Keine Ansparabschreibung für Investition "ins Blaue" - Nicht zur Zulassung der Revision führende Tatbestände

Leitsatz

  1. NV: Eine Ansparabschreibung begünstigt keine Investition "ins Blaue", sondern setzt voraus, dass die geplante Investition nach Art, Umfang und Investitionszeitpunkt hinreichend konkretisiert, (noch) durchführbar und objektiv möglich ist .

  2. NV: Eine Divergenz in der Würdigung von Tatsachen, die fehlerhafte Umsetzung von Rechtsprechungsgrundsätzen auf die Besonderheiten des Einzelfalls oder bloße Subsumtionsfehler des FG führen nicht zur Zulassung der Revision .

Gründe

1 Die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision hat keinen Erfolg. Es ist bereits zweifelhaft, ob die Beschwerde den Darlegungserfordernissen des § 116 Abs. 3 Satz 3 i.V.m. § 115 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) genügt. Jedenfalls ist die Beschwerde unbegründet.

2 1. Die von der Klägerin und Beschwerdeführerin (Klägerin) behauptete Divergenz (§ 115 Abs. 2 Nr. 2 2. Alternative FGO) ist nicht ersichtlich. Das Finanzgericht (FG) hat seine Entscheidung --nach § 105 Abs. 5 FGO zulässigerweise unter Verweis auf die Einspruchsentscheidung des Beklagten und Beschwerdegegners (Finanzamt)-- im Wesentlichen darauf gestützt, dass eine den Gewinn mindernde Rücklage (Ansparabschreibung) nach § 7g Abs. 3 Satz 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) in seiner im Streitjahr (2004) gültigen Fassung nicht "ins Blaue hinein" gebildet werden dürfe. Damit hat das FG keinen Rechtssatz aufgestellt, der von der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) abweicht. Denn danach setzt zwar --wie die Klägerin zu Recht ausgeführt hat-- eine Ansparabschreibung nach § 7g Abs. 3 EStG nicht voraus, dass der Steuerpflichtige die Absicht einer Investition nachweist. Allerdings muss die geplante Investition nach Art, Umfang und Investitionszeitpunkt hinreichend konkretisiert sein (vgl. z.B. Senatsurteil vom 6. März 2003 IV R 23/01, BFHE 202, 250, BStBl II 2004, 187; BFH-Urteil vom 11. Juli 2007 I R 104/05, BFHE 218, 323, BStBl II 2007, 957; Senatsbeschluss vom 9. April 2009 IV B 114/08, BFH/NV 2009, 1420, jeweils m.w.N.). Dabei ist auch zu prüfen, ob die Investition überhaupt möglich ist (BFH-Urteil vom 19. September 2002 X R 51/00, BFHE 200, 343, BStBl II 2004, 184, m.w.N.). Die Bezeichnung der "voraussichtlichen" Investition muss eine (noch) durchführbare, objektiv mögliche Investition enthalten (BFH-Beschluss vom 8. April 2008 X B 239/07, BFH/NV 2008, 1153, m.w.N.). Diesen Maßstäben entspricht, dass das FG eine Investition "ins Blaue hinein" --sinngemäß also eine nicht ausreichend konkretisierte Investition-- nicht als begünstigt angesehen hat.

3 2. Soweit sich die Klägerin auch gegen die Würdigung des Einzelfalls durch das FG wendet, hat die Beschwerde gleichfalls keinen Erfolg. Eine Divergenz in der Würdigung von Tatsachen, die fehlerhafte Umsetzung von Rechtsprechungsgrundsätzen auf die Besonderheiten des Einzelfalls oder bloße Subsumtionsfehler des FG können nicht zur Zulassung der Revision führen (z.B. BFH-Beschlüsse vom 8. März 2004 VII B 334/03, BFH/NV 2004, 974; vom 16. Dezember 2005 IX B 38/05, BFH/NV 2006, 772; vom 2. September 2005 I B 56-59/05, BFH/NV 2006, 96). Ein offensichtlicher Rechtsanwendungsfehler von erheblichem Gewicht im Sinne einer willkürlichen oder greifbar gesetzeswidrigen Entscheidung (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 28. Juli 2003 III B 125/02, BFH/NV 2003, 1445, m.w.N.), der ausnahmsweise zur Zulassung der Revision nach § 115 Abs. 2 Nr. 2 2. Alternative FGO führt, ist weder von der Klägerin hinreichend substantiiert dargelegt worden noch sonst ersichtlich.

4 Im Übrigen entfaltet die Würdigung von Tatsachen durch das FG nach § 118 Abs. 2 FGO Bindungswirkung, nachdem die Klägerin nicht in substantiierter Form Verfahrensmängel (§ 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO) vorgebracht hat, auf denen die Einzelfallwürdigung der Vorinstanz beruhen kann.

Schlagwörter

taxationinvestment reserveleave to appealdivergencesubsumptionprocedural defectfactual assessment

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether leave to appeal had to be granted for an alleged divergence regarding the requirements of an investment reserve under § 7g EStG.

Extrahierter Entscheid

No divergence was shown. The lower court applied the BFH case law correctly by requiring a sufficiently concrete, feasible and objectively possible planned investment.

Extrahierte Begründung

A reserve under § 7g Abs. 3 EStG does not require proof of an investment intention, but the planned investment must be specified by type, scope and timing; an investment 'in the blue' is not privileged.

Kernrechtsfrage

Whether alleged misapplication of case-law and fact-specific errors justified leave to appeal.

Extrahierter Entscheid

No. Mere errors in subsumption, fact assessment, or implementation of legal principles do not justify leave to appeal; no grave, arbitrary legal error was shown.

Extrahierte Begründung

The court distinguished between reviewable divergence and non-reviewable errors in fact-finding or application to the individual case; no substantial procedural defect was substantiated.

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