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BFH IX B 77/10 ΓÇó No extraordinary economic depreciation for falling rents
BFH IX B 77/10Bfh / Division 923.09.2010Dismissed
The BFH rejected the taxpayer's complaint against the FG Düsseldorf judgment concerning extraordinary economic depreciation due to reduced rental income. It held that the asserted legal question did not arise on the FG's binding findings: the reduced usability of the building was caused by a combination of factors, including the effects of a change-freeze, local competition, and existing construction defects. Because the matter depended on case-specific factual assessment, neither fundamental significance nor a need to develop the law was shown.
§ 7 Abs. 1 Satz 7 EStG; § 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO; § 115 Abs. 2 Nr. 2 Alt. 1 FGO; § 118 Abs. 2 FGO: A complaint seeking admission of revision is unfounded where the asserted question on extraordinary economic depreciation does not arise on the factual findings binding on the BFH. The assessment whether a decline in rental income is attributable to a qualifying extraordinary event or to a combination of several causes is primarily a question of the individual facts and their evaluation by the facts court. Such case-specific weighing, absent substantiated procedural challenges, is not capable of general clarification and therefore does not establish fundamental significance or a need for development of the law (consid. 2-3).
Entscheidungsdatum: 2010-09-23
Aktenzeichen: IX B 77/10
Dokumenttyp: Beschluss
Normen: § 7 Abs 1 S 7 EStG 2002, § 115 Abs 2 Nr 1 FGO, § 118 Abs 2 FGO
Vorinstanz: vorgehend FG Düsseldorf, 29. April 2010, Az: 11 K 3645/08 F, Urteil
Spruchkörper: 9. Senat
Absetzungen für eine außergewöhnliche wirtschaftliche Abnutzung wegen deutlich rückläufiger Mieterlöse
NV: Die Rechtsfrage, ob Absetzungen für außergewöhnliche wirtschaftliche Abnutzung wegen deutlich rückläufiger Mieterlöse angesetzt werden können, stellt sich dann nicht, wenn nach den bindenden Feststellungen des FG die Beeinträchtigung der Nutzungsmöglichkeit des Gebäudes auf eine Gemengelage verschiedener Umstände zurückzuführen ist .
1 Die Beschwerde hat keinen Erfolg. Der geltend gemachte Zulassungsgrund ist nicht gegeben.
2 Die Rechtssache hat keine grundsätzliche Bedeutung i.S. von § 115 Abs. 2 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO). Die von der Klägerin und Beschwerdeführerin aufgeworfene Rechtsfrage, ob Absetzungen für eine außergewöhnliche wirtschaftliche Abnutzung nach § 7 Abs. 1 Satz 7 des Einkommensteuergesetzes angesetzt werden können, wenn hinsichtlich des vermieteten Grundstücks eine ins Gewicht fallende Mietminderung vorliegt (zum Streitstand vgl. Lambrecht in Kirchhof, EStG, 9. Aufl. 2010, § 7 Rz 66 f.; Schmidt/Kulosa, EStG, 29. Aufl., § 7 Rz 123, sowie Urteil des Finanzgerichts --FG-- Schleswig-Holstein vom 4. Juni 2009 1 K 61/08, Entscheidungen der Finanzgerichte 2009, 1453, unter 1. b), stellt sich vorliegend nicht. Denn nach den nicht mit Verfahrensrügen angegriffenen und damit gemäß § 118 Abs. 2 FGO den Senat --auch im Beschwerdeverfahren-- bindenden Feststellungen des FG, zu denen auch Würdigungen und Schlussfolgerungen tatsächlicher Art gehören (vgl. Beschluss des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 31. Oktober 2007 IX B 34/07, BFH/NV 2008, 239, m.w.N.), war die Beeinträchtigung der Nutzungsmöglichkeit des Gebäudes (in Gestalt um ca. 50 % rückläufiger Mieterlöse) auf eine "Gemengelage" "verschiedener Umstände zurückzuführen" (Nachwirkungen der Veränderungssperre, Konkurrenzsituation in unmittelbarer Nachbarschaft, vorhandene Baumängel), die eine außergewöhnliche wirtschaftliche Abnutzung, jedenfalls im Streitjahr (2006), nicht rechtfertigte. Zudem ist die Gewichtung eines von außen kommenden Ereignisses ("unmittelbar oder auch mittelbar") eine Frage der Umstände des Einzelfalls und deren Würdigung durch das FG als Tatsacheninstanz generell nicht klärungsbedürftig und damit nicht grundsätzlich bedeutsam (z.B. BFH-Beschluss vom 6. November 2008 XI B 172/07, BFH/NV 2009, 617).
3 Entsprechend ist auch keine Entscheidung des BFH zur Fortbildung des Rechts nach § 115 Abs. 2 Nr. 2 Alt. 1 FGO erforderlich.