Gegenvorstellung inadmissible against final non-amendable decision

BFH III S 11/10Bfh / 3. Abteilung28.05.2010Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The BFH rejected a Gegenvorstellung filed against its earlier decision dismissing a non-admission complaint in a child-benefit matter. The court held that, under the newer case law, a Gegenvorstellung is only admissible against an amendable judicial decision. Because the challenged refusal of leave to appeal was not amendable and had become final on the merits, the filing was not statutorily available and had to be dismissed.

Omnilex-Regeste

§ 132 FGO; Gegenvorstellung against judicial decisions: a Gegenvorstellung is admissible only against an amendable decision of the court. It is not available against a decision that is no longer amendable and has become final on the merits, including the rejection of a non-admission complaint. In light of the newer case law of the Federal Constitutional Court and the BFH, the extraordinary remedy is confined to residual corrective use where the court’s decision remains open to modification; it cannot be used to reopen final determinations (consid. 2-3).

Gesamter Gesetzestext

BFH — III S 11/10, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2010-05-28

Aktenzeichen: III S 11/10

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 132 FGO

Vorinstanz: vorgehend BFH, 26. Januar 2010, Az: III B 160/09, Beschluss

Spruchkörper: 3. Senat

Titelzeile

Gegenvorstellung gegen nicht abänderbare gerichtliche Entscheidung nicht statthaft

Leitsatz

NV: Eine Gegenvorstellung kann nur gegen eine abänderbare Entscheidung des Gerichts erhoben werden. Gegen eine nicht abänderbare Entscheidung, die materiell rechtskräftig wird, ist eine Gegenvorstellung nicht statthaft.

Tatbestand

1 I. Mit Beschluss vom 26. Januar 2010 hat der Senat die Nichtzulassungsbeschwerde III B 160/09 in einer Kindergeldsache als unbegründet zurückgewiesen. Dagegen erhebt der Kläger, Beschwerdeführer und Rügeführer Gegenvorstellung. Zur Begründung trägt er vor, die Feststellung des Senats, er habe in der mündlichen Verhandlung vor dem Finanzgericht (FG) die Vernehmung der Zeuginnen nicht beantragt, sei so nicht zutreffend. Vielmehr habe sein Prozessbevollmächtigter auf die Frage der Vorsitzenden Richterin, ob auf die Zeuginnen verzichtet werde, dies abgelehnt und erklärt, die Zeuginnen seien schon mehrfach bezeichnet worden. Dass sich dies aus dem Protokoll über die mündliche Verhandlung nicht ergebe, sei unschädlich, denn seinem Bevollmächtigten sei nicht bekannt gewesen, dass der Antrag auf Zeugenvernehmung in der mündlichen Verhandlung vor einem FG noch einmal ausdrücklich gestellt werden müsse. Das FG hätte daher nicht ohne Beweisaufnahme entscheiden dürfen. Darüber hinaus habe sich der Senat bei seiner Entscheidung ausschließlich nach den gesetzlichen Regelungen gerichtet, ohne den "verfassungsrechtlichen Grundsatz der Einzelfallgerechtigkeit nach Art. 20 Abs. 3 des Grundgesetzes" zu würdigen.

Entscheidungsgründe

2 II. Die Gegenvorstellung ist nicht statthaft und deshalb durch Beschluss zu verwerfen (§ 132 der Finanzgerichtsordnung).

3 Nach der neueren Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts (Beschluss vom 25. November 2008 1 BvR 848/07, BVerfGE 122, 190) und des Bundesfinanzhofs (Beschlüsse vom 1. Juli 2009 V S 10/07, BFHE 225, 310, BStBl II 2009, 824; vom 19. November 2009 III S 43/09, BFH/NV 2010, 453, und vom 20. November 2009 III S 16/09, nicht veröffentlicht) kann eine Gegenvorstellung nur noch gegen eine abänderbare Entscheidung des Gerichts --wie z.B. eine die Prozesskostenhilfe ablehnende Entscheidung-- erhoben werden. Gegen eine nicht abänderbare Entscheidung, die --wie die Zurückweisung einer Nichtzulassungsbeschwerde-- materiell rechtskräftig wird, ist eine Gegenvorstellung dagegen nicht mehr statthaft.

Schlagwörter

admissibilityextraordinary remedyfinalitynon-amendable decisionchild benefitprocedural law

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether a Gegenvorstellung is admissible against a non-amendable decision that becomes final on the merits.

Extrahierter Entscheid

A Gegenvorstellung may be filed only against a decision that remains amendable; it is inadmissible against a decision that is not amendable and becomes final on the merits, such as the rejection of a non-admission complaint.

Extrahierte Begründung

Recent case law of the Federal Constitutional Court and the BFH limits the Gegenvorstellung to amendable decisions, for example decisions refusing legal aid. Since the earlier rejection of the non-admission complaint was not amendable and attained substantive finality, the remedy was unavailable.

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