Cost allocation after withdrawal of tax appeal

BFH VII B 265/09, VII B 266/09, VII B 265/09, VII B 266/09Bfh / Division 718.03.2010Granted

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Fiscal Court dealt with the costs after the tax office withdrew two non-admission complaints against two judgments of the Saxon Fiscal Court. The plaintiff expressly requested that the tax office be ordered to pay the costs. The court held that, although costs normally follow automatically from withdrawal under § 136(2) FGO, an express cost decision is possible under § 144 FGO if reimbursement is sought. In cases like this, the intention to seek reimbursement may be presumed where the represented plaintiff likely incurred recoverable expenses. The request was therefore allowed and costs were imposed on the tax office.

Omnilex-Regeste

§ 136 Abs. 2 FGO, § 144 FGO; Kostenfolge bei Rücknahme eines Rechtsmittels und Voraussetzungen einer ausdrücklichen Kostenentscheidung. Bei Rücknahme des Rechtsmittels folgt die Kostentragung grundsätzlich unmittelbar aus dem Gesetz; eine gesonderte Kostenentscheidung unterbleibt regelmäßig. Eine Ausnahme nach § 144 FGO setzt einen Erstattungsantrag voraus. Die Absicht, Kostenerstattung zu beantragen, kann jedoch unterstellt werden, wenn bei anwaltlich vertretener Gegenpartei erstattungsfähige Aufwendungen naheliegen und diese ausdrücklich die Kostenauflage beantragt. Entscheidend ist die Interessenlage im Zeitpunkt der Rücknahme und der ersichtliche Wille zur Kostenverfolgung (vgl. Erwägungen zur unterstellbaren Antragstellung).

Gesamter Gesetzestext

BFH — VII B 265/09, VII B 266/09, VII B 265/09, VII B 266/09, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2010-03-18

Aktenzeichen: VII B 265/09, VII B 266/09, VII B 265/09, VII B 266/09

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 136 Abs 2 FGO, § 144 FGO

Vorinstanz: vorgehend Sächsisches Finanzgericht, 3. November 2009, Az: 5 K 783/07, Urteilvorgehend Sächsisches Finanzgericht, 3. November 2009, Az: 5 K 784/07, Urteil

Spruchkörper: 7. Senat

Titelzeile

Kostenentscheidung bei Rücknahme der Nichtzulassungsbeschwerde durch das FA

Leitsatz

NV: Die Absicht, i.S.v. § 144 FGO Kostenerstattung zu beantragen, kann unterstellt werden, wenn bei Rücknahme einer vom FA eingelegen Nichtzulassungsbeschwerde anzunehmen ist, dass dem anwaltlich vertretenen Kläger, der ausdrücklich beantragt, dem FA die Kosten des Beschwerdeverfahrens aufzuerlegen, erstattungsfähige Aufwendungen entstanden sind .

Tatbestand

1 I. Der Beklagte und Beschwerdeführer (das Finanzamt --FA--) hat wegen Nichtzulassung der Revision gegen die Urteile des Sächsischen Finanzgerichts vom 3. November 2009 5 K 783/07 und 5 K 784/07 Beschwerden eingelegt und diese mit Schriftsätzen vom 27. Januar 2010 zurückgenommen. Daraufhin hat der Senat mit Beschlüssen vom 17. Februar 2010 VII B 265/09 und VII B 266/09 die Verfahren über die Nichtzulassungsbeschwerden eingestellt. Mit Schriftsätzen vom 1. März 2010 hat die Klägerin und Beschwerdegegnerin (Klägerin) beantragt, dem FA die Kosten der Beschwerdeverfahren aufzuerlegen.

Entscheidungsgründe

2 II. Bei Rücknahme eines Rechtsmittels folgt die Kostenpflicht unmittelbar aus dem Gesetz (vgl. § 136 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung --FGO--). Deshalb unterbleibt in diesem Fall grundsätzlich eine Entscheidung über die Kosten. Nach § 144 FGO besteht aber dann eine Ausnahme, wenn ein Beteiligter Kostenerstattung beantragt. Diese Absicht kann unterstellt werden, wenn, wie in den Streitfällen, anzunehmen ist, dass der anwaltlich vertretenen Klägerin erstattungsfähige Aufwendungen entstanden sind (Beschlüsse des Bundesfinanzhofs vom 13. Juni 2000 VII R 68/97, nicht veröffentlicht, und vom 20. September 1966 VI R 107/66, BFHE 86, 811, BStBl III 1966, 680) und sie ausdrücklich beantragt, dem FA, das die von ihm eingelegten Nichtzulassungsbeschwerden zurückgenommen hat, die Kosten der Beschwerdeverfahren aufzuerlegen.

Schlagwörter

cost allocationwithdrawal of appealreimbursementtax proceedingsnon-admission complaintattorney representation

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether costs had to be allocated to the tax office after withdrawal of the non-admission complaints.

Extrahierter Entscheid

The tax office had to bear the costs of the complaint proceedings because cost allocation follows from the statute upon withdrawal, and an application for cost reimbursement may be presumed under the circumstances.

Extrahierte Begründung

Upon withdrawal of a remedy, costs normally follow directly from § 136(2) FGO. An express cost decision is exceptional under § 144 FGO when a party applies for reimbursement. Here, because the plaintiff was represented by counsel and likely incurred reimbursable expenses, and because she expressly requested cost allocation against the tax office, the intent to seek reimbursement could be presumed.

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