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BVerfG 2 BvR 1392/17 ΓÇó Non-admission of constitutional complaint due to subsidiarity
BVerfG 2 BvR 1392/17Bverfg / 2. Senat 2. Kammer04.07.2017Dismissed
The Federal Constitutional Court did not admit the constitutional complaint against the Cottbus Regional Court decision because the complainant had not exhausted the main proceedings remedies and had not shown any urgency for interim relief. The pending application for an interim injunction therefore became moot. The Court additionally pointed out that an obvious inadmissible interim application may trigger a misuse fee under § 34(2) BVerfGG.
§ 90 Abs. 2 S. 1 BVerfGG; material subsidiarity of the constitutional complaint: A complainant must first exhaust the ordinary remedies in the main proceedings when this is reasonable. Interim relief under § 32 Abs. 1 BVerfGG requires substantiated urgency; a merely asserted or unsubstantiated need for urgent protection does not suffice. If an application for interim relief is obviously inadmissible, § 34 Abs. 2 BVerfGG allows consideration of a misuse fee. Further reasoning may be dispensed with under § 93d Abs. 1 sentence 3 BVerfGG.
Entscheidungsdatum: 2017-07-04
Aktenzeichen: 2 BvR 1392/17
ECLI: ECLI:DE:BVerfG:2017:rk20170704.2bvr139217
Dokumenttyp: Nichtannahmebeschluss
Normen: § 32 Abs 1 BVerfGG, § 34 Abs 2 BVerfGG, § 90 Abs 2 S 1 BVerfGG
Vorinstanz: vorgehend Brandenburgisches Oberlandesgericht, 23. Mai 2017, Az: 2 Ws (Vollz) 54/17, Beschlussvorgehend LG Cottbus, 23. März 2017, Az: 21 StVK 0187/17, Beschluss
Spruchkörper: 2. Senat 2. Kammer
Nichtannahme einer Verfassungsbeschwerde wegen Subsidiarität - Hinweis auf Möglichkeit der Verhängung einer Missbrauchsgebühr bei offensichtlicher Unzulässigkeit eines eA-Antrags
Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.
Damit erledigt sich der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung.
1 Soweit sich die Verfassungsbeschwerde gegen den Beschluss des Landgerichts richtet, steht ihrer Annahme der Grundsatz der materiellen Subsidiarität entgegen. Es ist dem Beschwerdeführer zumutbar, den Rechtsweg in der Hauptsache zu erschöpfen. Darüber hinaus hat der Beschwerdeführer mit Blick auf den Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung Gründe für eine Eilbedürftigkeit nicht im Ansatz vorgetragen.
2 Auf die Möglichkeit, dem Beschwerdeführer gemäß § 34 Abs. 2 Var. 3 BVerfGG bei Einlegung eines offensichtlich unzulässigen Antrags auf Erlass einer einstweiligen Anordnung eine Missbrauchsgebühr aufzuerlegen (vgl. BVerfG, Beschluss der 1. Kammer des Ersten Senats vom 29. September 2016 - 1 BvQ 33/16 -, juris, Rn. 3), wird hingewiesen.
3 Von einer weiteren Begründung wird nach § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.
4 Diese Entscheidung ist unanfechtbar.