Interim relief denied because main constitutional complaint inadmissible

BVerfG 2 BvQ 31/17Bverfg / 2. Senat 2. Kammer21.06.2017Dismissed

Zusammenfassung

The applicant sought legal aid and an interim injunction before the Federal Constitutional Court. The Court held that a constitutional complaint in the main proceedings would be inadmissible because no specific sovereign act was identified, the complaint was insufficiently substantiated, and subsidiarity was not observed because ordinary remedies had not been exhausted. As a result, both legal aid and interim relief were refused. The decision is final and not appealable.

Regest

§ 32 Abs. 1 BVerfGG; interim relief is unavailable where the constitutional complaint intended to be pursued in the main proceedings is plainly inadmissible or manifestly unfounded. A complaint must identify a specific sovereign act and satisfy the substantiation requirements of §§ 23 Abs. 1 S. 2, 92 BVerfGG; moreover, the principle of subsidiarity under § 90 Abs. 2 S. 1 BVerfGG requires exhaustion of the specialist courts. If these requirements are lacking, both interim relief and legal aid for the intended proceeding are to be refused.

Gesamter Gesetzestext

BVerfG — 2 BvQ 31/17, Ablehnung einstweilige Anordnung

Entscheidungsdatum: 2017-06-21

Aktenzeichen: 2 BvQ 31/17

ECLI: ECLI:DE:BVerfG:2017:qk20170621.2bvq003117

Dokumenttyp: Ablehnung einstweilige Anordnung

Normen: § 23 Abs 1 S 2 BVerfGG, § 32 Abs 1 BVerfGG, § 90 Abs 2 S 1 BVerfGG, § 92 BVerfGG

Spruchkörper: 2. Senat 2. Kammer

Titelzeile

Ablehnung des Erlasses einer eA bei Unzulässigkeit einer in der Hauptsache zu erhebenden Verfassungsbeschwerde

Tenor

Der Antrag auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe und Beiordnung eines Rechtsanwalts wird abgelehnt, weil die Rechtsverfolgung keine Aussicht auf Erfolg hat.

Der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung wird abgelehnt.

Gründe

1 Nach § 32 Abs. 1 BVerfGG kann das Bundesverfassungsgericht im Streitfall einen Zustand durch einstweilige Anordnung vorläufig regeln, wenn dies zur Abwehr schwerer Nachteile, zur Verhinderung drohender Gewalt oder aus einem anderen wichtigen Grund zum gemeinen Wohl dringend geboten ist. Dabei müssen die Gründe, welche für die Verfassungswidrigkeit der angegriffenen Maßnahme sprechen, außer Betracht bleiben. Für eine einstweilige Anordnung ist allerdings kein Raum, wenn der Antrag in der Hauptsache sich von vornherein als unzulässig oder offensichtlich unbegründet erweist (vgl. BVerfGE 89, 38 <44>; 118, 111 <122>; 130, 367 <369>; stRspr). Dies ist vorliegend der Fall.

2 Eine in der Hauptsache zu erhebende Verfassungsbeschwerde wäre von vornherein unzulässig. Sie bezeichnet keinen konkreten Hoheitsakt im Sinne des § 90 Abs. 1 BVerfGG. Die Verfassungsbeschwerde genügt offensichtlich nicht den Anforderungen der § 23 Abs. 1 Satz 2 1. Halbsatz, § 92 BVerfGG. Ihre Begründung (Bl. 52 ff. d. A.) lässt eine Verletzung von Rechten im Sinne des § 90 Abs. 1 BVerfGG inhaltlich nachvollziehbar nicht erkennen. Sie wird zudem dem Grundsatz der Subsidiarität der Verfassungsbeschwerde nicht gerecht (§ 90 Abs. 2 BVerfGG). Die Beschwerdeführerin hat den fachgerichtlichen Rechtsweg nicht erschöpft.

3 Diese Entscheidung ist unanfechtbar.

Schlagwörter

interim reliefconstitutional complaintsubsidiarityadmissibilitysubstantiationlegal aid