Constitutional complaint inadmissible in child contact dispute

BVerfG 1 BvR 401/17Bverfg / 1. Senat 2. Kammer09.03.2017Dismissed

Zusammenfassung

The Federal Constitutional Court did not admit a constitutional complaint by a biological father seeking contact with his child living in the family of the legal parents. The complaint was held inadmissible because the submission lacked essential materials, in particular statements by the guardian ad litem and Youth Welfare Office and the hearing minutes. On the available record, the family courts had constitutionally permissible grounds to reject contact as harmful to the child's welfare, especially because the complainant did not respect the legal parents' educational primacy.

Regest

Art. 6 Abs. 2 GG; §§ 23 Abs. 1 Satz 2, 92 BVerfGG; § 1686a Abs. 1 Nr. 1 BGB; constitutional complaint in child-contact matters. A constitutional complaint is inadmissible if the complainant fails to submit or at least substantially present the documents indispensable for constitutional review. In child-welfare assessments concerning contact between a biological father and a child living in the family of the legal parents, the specialised courts act within their constitutionally permissible margin of appreciation if they reject contact on the basis that it would cause emotional and psychological harm and that the father does not accept the primacy of the legal parents' upbringing role. The Federal Constitutional Court limits itself to reviewing whether fundamental rights were disregarded or the factual assessment is constitutionally untenable; it does not replace the specialised courts' prognostic assessment (consid. 3-4).

Gesamter Gesetzestext

BVerfG — 1 BvR 401/17, Nichtannahmebeschluss

Entscheidungsdatum: 2017-03-09

Aktenzeichen: 1 BvR 401/17

ECLI: ECLI:DE:BVerfG:2017:rk20170309.1bvr040117

Dokumenttyp: Nichtannahmebeschluss

Normen: Art 6 Abs 2 S 1 GG, § 23 Abs 1 S 2 BVerfGG, § 92 BVerfGG, § 1686a Abs 1 Nr 1 BGB

Vorinstanz: vorgehend Thüringer Oberlandesgericht, 2. Februar 2017, Az: 3 UF 42/16, Beschlussvorgehend Thüringer Oberlandesgericht, 6. Dezember 2016, Az: 3 UF 42/16, Beschlussvorgehend AG Rudolstadt, 9. September 2015, Az: 2 F 401/13, Beschluss

Spruchkörper: 1. Senat 2. Kammer

Titelzeile

Nichtannahmebeschluss: Kindeswohlabträglichkeit des Umgangs des biologischen Vaters mit im Familienverband der rechtlichen Eltern lebenden Kind bei mangelndem Respekt vor Erziehungsvorrang der rechtlichen Eltern - Verfassungsbeschwerde zudem mangels hinreichender Substantiierung (Nichtvorlage entscheidungserheblicher Unterlagen) unzulässig

Tenor

Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.

Gründe

1 Die Verfassungsbeschwerde betrifft die Ablehnung des Antrags des biologischen Vaters nach § 1686a Abs. 1 Nr. 1 BGB auf Umgang mit seinem im Familienverband der rechtlichen Eltern lebenden Kind.

2 Die Voraussetzungen des § 93a Abs. 2 BVerfGG für die Annahme der Verfassungsbeschwerde liegen nicht vor.

3 Die Verfassungsbeschwerde ist insbesondere unzulässig, weil sie nicht den Anforderungen der § 23 Abs. 1 Satz 2, § 92 BVerfGG an eine hinreichend substantiierte Begründung genügt. Der Beschwerdeführer hat für die verfassungsrechtliche Beurteilung unverzichtbare Schriftstücke, nämlich Stellungnahmen von Verfahrensbeistand und Jugendamt sowie (amtsgerichtliche) Anhörungsprotokolle, weder vorgelegt noch ihrem wesentlichen Inhalt nach wiedergegeben (zu den Substantiierungsanforderungen vgl. nur BVerfGE 78, 320 <329>; 93, 266 <288>; 99, 84 <87>; 115, 166 <179 f.>; 130, 1 <21>; stRspr).

4 Soweit auf der Grundlage des Vorbringens des Beschwerdeführers beurteilbar bewegt sich im Übrigen die am Kindeswohl ausgerichtete Entscheidung der Gerichte im verfassungsrechtlich vertretbaren Rahmen fachrichterlicher Überzeugungsbildung. Die Gerichte haben ohne Verkennung von Grundrechten der Beteiligten die Kindeswohldienlichkeit des Umgangs des Beschwerdeführers mit seiner leiblichen Tochter mit der verfassungsrechtlich nicht zu beanstandenden Erwägung abgelehnt, dass ein solcher zu kindeswohlabträglichen seelischen und emotionalen Belastungen des Kindes führen würde, da der Beschwerdeführer nicht akzeptiere, dass er nicht der rechtliche und soziale Vater des Kindes ist, sondern sich massiv in den Familienverband des Kindes dränge und den Erziehungsvorrang der rechtlichen Eltern nicht respektiere.

5 Von einer weiteren Begründung wird nach § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.

6 Diese Entscheidung ist unanfechtbar.

Schlagwörter

constitutional complaintchild contactsubstantiationadmissibilitychild welfarebiological fatherlegal parentseducational primacy