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BVerfG 1 BvR 625/16 ΓÇó Constitutional complaint rejected; no costs or higher value
BVerfG 1 BvR 625/16Bverfg / 1. Senat 1. Kammer27.06.2016Dismissed
The Federal Constitutional Court did not accept the constitutional complaint for decision. It held that the Federal Social Court's interpretation and application of Section 160a(2) sentence 3 SGG in relation to substantiation requirements for a non-admission complaint was not arbitrarily erroneous and did not violate effective judicial protection. The requests for reimbursement of expenses and for a higher subject-matter value were also rejected or held inadmissible.
Art. 19 Abs. 4 S. 1 GG, Art. 20 Abs. 3 GG; § 93a BVerfGG, § 34a BVerfGG, § 37 Abs. 2 S. 2 RVG: A constitutional complaint against the interpretation and application of Section 160a(2) sentence 3 SGG is not to be accepted where the challenged application is not objectively arbitrary and no violation of effective judicial protection is shown. Expense reimbursement under Section 34a BVerfGG presupposes a successful constitutional complaint; discretionary reimbursement for the unsuccessful complainant remains exceptional and requires special equity reasons. Where the statutory minimum value governs lawyers' fees, there is generally no need for a separate determination of a higher subject-matter value absent specific indications justifying it (consid. 3, 5, 6).
Entscheidungsdatum: 2016-06-27
Aktenzeichen: 1 BvR 625/16
ECLI: ECLI:DE:BVerfG:2016:rk20160627.1bvr062516
Dokumenttyp: Nichtannahmebeschluss
Normen: Art 19 Abs 4 S 1 GG, Art 20 Abs 3 GG, § 34a BVerfGG, § 90 BVerfGG, § 37 Abs 2 S 2 RVG, § 160a Abs 2 S 3 SGG
Vorinstanz: vorgehend BSG, 4. Februar 2016, Az: B 11 AL 84/15 B, Beschluss
Spruchkörper: 1. Senat 1. Kammer
Nichtannahmebeschluss: Keine verfassungsrechtlichen Bedenken gegen Auslegung und Anwendung des § 160a Abs 2 S 3 SGG zu Darlegungserfordernissen im Rahmen der Nichtzulassungsbeschwerde - Ablehnung der Auslagenerstattung (§ 34a Abs 2, Abs 3 BVerfGG) - kein Rechtsschutzbedürfnis für vom Mindestwert abweichende Gegenstandswertfestsetzung
Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.
Der Antrag auf Auslagenerstattung wird abgelehnt.
Der Antrag auf Festsetzung des Gegenstandswerts der anwaltlichen Tätigkeit wird als unzulässig verworfen.
1 1. Die Verfassungsbeschwerde ist nicht zur Entscheidung anzunehmen, weil die Voraussetzungen des § 93a Abs. 2 BVerfGG nicht vorliegen.
2 Der Verfassungsbeschwerde kommt keine grundsätzliche verfassungsrechtliche Bedeutung zu. Die Annahme der Verfassungsbeschwerde ist auch nicht zur Durchsetzung des als verletzt bezeichneten Grundrechts angezeigt (§ 93a Abs. 2 Buchstabe b BVerfGG), weil die Verfassungsbeschwerde keine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat (vgl. BVerfGE 90, 22 <26>; 96, 245 <250>; 108, 129 <136>; stRspr).
3 Das Bundessozialgericht hat § 160a Abs. 2 Satz 3 Sozialgerichtsgesetz nicht in objektiv willkürlicher Weise fehlerhaft angewendet. Der Beschwerdeführer wird durch die Auslegung, die die Vorschrift durch das Bundessozialgericht gefunden hat, nicht in seinem Justizgewährungsanspruch aus Art. 19 Abs. 4 Satz 1 GG in Verbindung mit Art. 20 Abs. 3 GG verletzt.
4 Von einer weiteren Begründung wird gemäß § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.
5 2. Eine Auslagenerstattung nach § 34a Abs. 2 BVerfGG kommt nicht in Betracht, weil diese Bestimmung voraussetzt, dass sich eine Verfassungsbeschwerde als begründet erweist. Eine fakultative Auslagenerstattung nach § 34a Abs. 3 BVerfGG scheidet ebenfalls aus; es liegt kein Fall vor, in dem aufgrund von Billigkeitserwägungen ausnahmsweise eine Auslagenerstattung für den mit seiner Verfassungsbeschwerde erfolglosen Beschwerdeführer anzuordnen ist.
6 3. Der Antrag auf Festsetzung des Gegenstandswerts ist unzulässig. Für die Berechnung der Rechtsanwaltsgebühren ist hier der gesetzliche Mindestwert nach § 37 Abs. 2 Satz 2 RVG in Höhe von 5.000 Euro maßgebend. In diesen Fällen besteht kein Rechtsschutzbedürfnis für die Festsetzung des Gegenstandswerts (vgl. BVerfGE 79, 365 <369>). Für die Festsetzung eines darüber hinaus gehenden Wertes ist ein Rechtsschutzbedürfnis nicht erkennbar. Anhaltspunkte, die es rechtfertigen könnten, für das Verfassungsbeschwerdeverfahren einen über den gesetzlichen Mindestbetrag hinausgehenden Gegenstandswert festzusetzen, sind weder dargetan noch sonst ersichtlich.
7 Diese Entscheidung ist unanfechtbar.