Constitutional complaint inadmissible for insufficient substantiation

BVerfG 1 BvR 2149/10Bverfg / 1. Senat 1. Kammer30.03.2011Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Constitutional Court did not admit the constitutional complaint. It held that the application was inadmissible because the complainants did not satisfy the substantiation requirements of §§ 23(1) sentence 2 and 92 BVerfGG. In particular, they did not engage with the Administrative Court of Appeal's detailed reasons concerning the substantive lawfulness of the possession-assignment order and failed to submit the referenced decision in the preliminary relief proceedings. The Court therefore gave no further reasoning under § 93d(1) sentence 3 BVerfGG.

Omnilex-Regeste

§§ 23 Abs. 1 S. 2, 92 BVerfGG; Anforderungen an die Begründung der Verfassungsbeschwerde: Die Beschwerdeschrift muss die behauptete Grundrechtsverletzung substantiiert und nachvollziehbar darlegen sowie sich mit den tragenden Erwägungen der angegriffenen Entscheidung auseinander setzen. Wird die angegriffene fachgerichtliche Begründung, namentlich zu der materiellen Rechtmäßigkeit des belastenden Hoheitsakts, nicht erörtert oder werden für die Beurteilung wesentliche Aktenbestandteile bzw. Entscheidungen nicht vorgelegt, genügt die Verfassungsbeschwerde den Zulässigkeitsanforderungen nicht und ist nicht zur Entscheidung anzunehmen (vgl. auch § 93d Abs. 1 S. 3 BVerfGG).

Gesamter Gesetzestext

BVerfG — 1 BvR 2149/10, Nichtannahmebeschluss

Entscheidungsdatum: 2011-03-30

Aktenzeichen: 1 BvR 2149/10

ECLI: ECLI:DE:BVerfG:2011:rk20110330.1bvr214910

Dokumenttyp: Nichtannahmebeschluss

Normen: § 23 Abs 1 S 2 BVerfGG, § 92 BVerfGG

Vorinstanz: vorgehend Bayerischer Verwaltungsgerichtshof, 23. April 2010, Az: 22 ZB 10.43, Beschlussvorgehend VG München, 20. Oktober 2009, Az: M 16 K 09.2072, Urteil

Spruchkörper: 1. Senat 1. Kammer

Titelzeile

Nichtannahmebeschluss: Unzureichende Substantiierung einer Verfassungsbeschwerde (§§ 23 Abs 1 S 2, 92 BVerfGG) führt zur Unzulässigkeit

Gründe

1 Die Verfassungsbeschwerde ist unzulässig, weil die Begründung nicht den sich aus § 92, § 23 Abs. 1 Satz 2 BVerfGG ergebenden Anforderungen (vgl. dazu etwa BVerfG, Beschluss der 1. Kammer des Ersten Senats vom 8. Dezember 2010 - 1 BvR 2704/10 -, www.bverfg.de, Rn. 2) gerecht wird. Die Begründung lässt insbesondere jegliche Auseinandersetzung mit den eingehenden Ausführungen des Verwaltungsgerichtshofs zur materiellen Rechtmäßigkeit des angegriffenen Besitzeinweisungsbeschlusses vermissen. Den vom Verwaltungsgericht in dem angegriffenen Urteil in Bezug genommenen Beschluss im Verfahren des vorläufigen Rechtsschutzes haben die Beschwerdeführer nicht vorgelegt.

2 Von einer weiteren Begründung wird nach § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.

3 Diese Entscheidung ist unanfechtbar.

Schlagwörter

constitutional complaintsubstantiationadmissibilitynon-entryadministrative lawpossession assignment

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the constitutional complaint met the substantiation requirements under §§ 23(1) sentence 2, 92 BVerfGG

Extrahierter Entscheid

No. The complaint was inadmissible because it failed to address the Administrative Court of Appeal's detailed reasoning on the substantive lawfulness of the challenged possession-assignment order and did not provide the referenced preliminary-relief decision.

Extrahierte Begründung

A constitutional complaint must set out, in a comprehensible and substantiated manner, the alleged constitutional violation. Mere assertions are insufficient where the complaint does not engage with the challenged decision's core reasoning and omits essential supporting documents.

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