projekte
BVerfG 1 BvQ 26/15 ΓÇó Interim relief refused for spatial restriction on assembly
BVerfG 1 BvQ 26/15Bverfg / 1. Senat 3. Kammer03.08.2015Dismissed
The Federal Constitutional Court rejected the application for an interim order concerning a municipal assembly restriction in Saarbrücken. It held that, on a provisional balance of consequences, the applicant had not shown disadvantages severe enough to justify extraordinary interim relief. The planned assembly could still be held in the city center, near and within sight of the chosen place, so the challenged restriction did not warrant intervention at the interim stage.
§ 32 Abs. 1 BVerfGG; interim constitutional relief against an assembly restriction; the Court grants provisional relief only where the balance of consequences shows serious, irreparable disadvantages that urgently require intervention. The Federal Constitutional Court is not a regular further instance of provisional legal protection. Where the assembly can still take place in spatial proximity and within sight of the originally intended location, the hardship caused by a local restriction is normally insufficient to justify an interim order (consid. 2).
Entscheidungsdatum: 2015-08-03
Aktenzeichen: 1 BvQ 26/15
ECLI: ECLI:DE:BVerfG:2015:qk20150803.1bvq002615
Dokumenttyp: Ablehnung einstweilige Anordnung
Normen: § 32 Abs 1 BVerfGG, § 15 Abs 1 VersammlG, Art 8 Abs 1 VersammlG, Art 8 Abs 2 VersammlG
Vorinstanz: vorgehend Verwaltungsgericht des Saarlandes, 3. August 2015, Az: 1 L 940/15, Beschlussvorgehend Oberverwaltungsgericht des Saarlandes, 3. August 2015, Az: 1 B 143/15, Beschluss
Spruchkörper: 1. Senat 3. Kammer
Ablehnung des Erlasses einer eA: Versammlungsrechtliche Auflage zur örtlichen Beschränkung einer Versammlung begründet keinen schweren Nachteil, weil Versammlung räumlicher Nähe und in Sichtweite zum gewählten Ort stattfinden kann
1 Der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung, der eine versammlungsrechtliche Verfügung der Landeshauptstadt Saarbrücken betrifft, mit der dem Antragsteller die Durchführung der von ihm beabsichtigten Versammlung an der Ecke Wilhelm-Heinrich-Brücke/Am Stadtgraben/Betzenstraße in Saarbrücken aufgegeben und jede Verlegung der Versammlung auf andere Örtlichkeiten untersagt wurde, hat ungeachtet der Frage der Verfassungsmäßigkeit der angegriffenen Verfügung und der gerichtlichen Entscheidungen, deren Prüfung gegebenenfalls dem Hauptsacheverfahren vorbehalten ist, keinen Erfolg.
2 Im Rahmen der bei der Prüfung von Anträgen auf Erlass einer einstweiligen Anordnung vor dem Bundesverfassungsgericht grundsätzlich maßgeblichen Folgenabwägung (vgl. BVerfGE 71, 158 <161>; 88, 185 <186>; 91, 252 <257 f.>; 111, 147 <152 f.>; stRspr) ist ausgehend vom Vorbringen des Antragstellers und den vorläufigen Rechtsschutzentscheidungen der Verwaltungsgerichte nicht erkennbar, dass die Nachteile des Antragstellers im Verhältnis zu den drohenden Beeinträchtigungen Dritter so schwer wiegen, dass der Erlass einer einstweiligen Anordnung durch das Bundesverfassungsgericht, das keine reguläre weitere Instanz des vorläufigen Rechtsschutzes ist, dringend geboten wäre. Maßgeblich ist insoweit, dass die geplante Versammlung unter dem vom Antragsteller gewählten Thema und zu der von ihm gewählten Zeit im Stadtzentrum Saarbrückens und nach den Feststellungen des Verwaltungsgerichts in Sichtweite zum gewählten Ort der Versammlung stattfinden kann.
3 Diese Entscheidung ist unanfechtbar.