Constitutional complaint inadmissible for missed deadline

BVerfG 2 BvR 704/14Bverfg / 2. Senat 2. Kammer14.01.2015Inadmissible

Zusammenfassung

The Federal Constitutional Court held that the constitutional complaint was filed after the one-month time limit. The complainant’s request for reinstatement was rejected because he did not show that he was prevented from meeting the deadline without fault. His belief that the deadline began only upon formal service and a legal-remedy notice was legally wrong and could not excuse the lapse. The request for appointment of a process guardian was also denied. The complaint was therefore not admitted.

Regest

§ 93 Abs. 1 S. 1, Abs. 2 S. 1 BVerfGG; Fristversäumung und Wiedereinsetzung bei Verfassungsbeschwerde. Die Monatsfrist des § 93 Abs. 1 S. 1 BVerfGG beginnt unabhängig von einer förmlichen Zustellung oder Rechtsbehelfsbelehrung, wenn die angegriffene Entscheidung anderweitig bekannt ist. Wiedereinsetzung setzt voraus, dass der Beschwerdeführer ohne Verschulden an der Fristwahrung gehindert war; eine rechtsirrige Vorstellung über den Fristbeginn genügt hierfür nicht. Der Antragsteller hat die fehlende Verschuldensfreiheit substantiiert darzulegen. Wird diese Darlegung nicht erbracht, bleibt die Verfassungsbeschwerde unzulässig (consid. in der Tenorbegründung).

Gesamter Gesetzestext

BVerfG — 2 BvR 704/14, Nichtannahmebeschluss

Entscheidungsdatum: 2015-01-14

Aktenzeichen: 2 BvR 704/14

ECLI: ECLI:DE:BVerfG:2015:rk20150114.2bvr070414

Dokumenttyp: Nichtannahmebeschluss

Normen: § 93 Abs 1 S 1 BVerfGG, § 93 Abs 2 S 1 BVerfGG

Vorinstanz: vorgehend OLG Stuttgart, 21. Januar 2014, Az: 4 Ws 78-81/13 (V), Beschlussvorgehend OLG Stuttgart, 2. Dezember 2013, Az: 4a Ws 202/13 (V), Beschlussvorgehend OLG Stuttgart, 2. Dezember 2013, Az: 4a Ws 203/13 (V), Beschlussvorgehend OLG Stuttgart, 2. Dezember 2013, Az: 4a Ws 204/13 (V), Beschlussvorgehend OLG Stuttgart, 2. Dezember 2013, Az: 4a Ws 205/13 (V), Beschlussvorgehend OLG Stuttgart, 20. November 2013, Az: 4a Ws 202/13 (V), Beschlussvorgehend OLG Stuttgart, 20. November 2013, Az: 4a Ws 203/13 (V), Beschlussvorgehend LG Ulm, 10. Oktober 2013, Az: 10 StVK 391/134 c), Beschlussvorgehend LG Ulm, 9. Oktober 2013, Az: 10 StVK 391/13 c), Beschlussvorgehend LG Ulm, 9. Oktober 2013, Az: 10 StVK 391/13 c), Beschlussvorgehend LG Ulm, 12. September 2013, Az: 10 StVK 391/13 c), Beschlussvorgehend LG Ulm, 13. August 2013, Az: 10 StVK 356/13 c), Beschlussvorgehend LG Ulm, 13. August 2013, Az: 10 StVK 356/13 c), Beschluss

Spruchkörper: 2. Senat 2. Kammer

Titelzeile

Nichtannahmebeschluss mit Tenorbegründung: Verfassungsbeschwerde wegen Versäumung der Monatsfrist des § 93 Abs 1 S 1 BVerfGG unzulässig - Ablehnung der Wiedereinsetzung in den vorigen Stand - Verschulden der Fristversäumung bei Verkennung des Fristbeginns

Tenor

Der Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand wird abgelehnt, da der Beschwerdeführer nicht dargelegt hat, dass er ohne Verschulden gehindert war, die Monatsfrist des § 93 Abs. 1 BVerfGG einzuhalten. Der Umstand, dass der Beschwerdeführer rechtsfehlerhaft die Auffassung vertritt, dass für den Beginn der Frist eine förmliche Zustellung der angegriffenen Entscheidung sowie eine Rechtsbehelfsbelehrung erforderlich seien, ist nicht geeignet, eine Wiedereinsetzung zu begründen.

Der Antrag auf Bestellung eines Prozesspflegers wird abgelehnt.

Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.

Diese Entscheidung ist unanfechtbar.

Schlagwörter

constitutional complaintdeadlinereinstatementprocedural guardianinadmissibility