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BVerfG 2 BvR 2196/11 ΓÇó Constitutional complaint inadmissible due to missed deadline
BVerfG 2 BvR 2196/11Bverfg / 2. Senat 3. Kammer20.11.2012Inadmissible
The Federal Constitutional Court did not admit the constitutional complaint. It held that the complaint was inadmissible because the applicant failed to demonstrate compliance with the one-month filing period under § 93 Abs. 1 BVerfGG; the submission had been received on 2011-09-27, more than four months after the latest challenged decision. The Court therefore did not examine whether the refusal to appoint counsel, in a situation of alleged compulsory medication, infringed effective legal protection, equality of arms, or the right to a fair procedure.
§ 93 Abs. 1 BVerfGG; admissibility of constitutional complaint and burden of substantiation as to timeliness. A constitutional complaint is inadmissible where the complainant does not make it apparent that the one-month period for lodging the complaint has been observed. The complainant bears the burden of setting out the relevant facts from which timely filing follows (consid. 2). If the complaint is late, the Federal Constitutional Court need not decide whether the underlying refusal of appointed counsel and the treatment of procedural defects infringed Art. 19 Abs. 4 GG, Art. 3 Abs. 1 GG in conjunction with Art. 20 Abs. 3 GG, or Art. 2 Abs. 1 GG.
Entscheidungsdatum: 2012-11-20
Aktenzeichen: 2 BvR 2196/11
Dokumenttyp: Nichtannahmebeschluss
Normen: § 23 Abs 1 S 2 BVerfGG, § 92 BVerfGG, § 93 Abs 1 BVerfGG
Vorinstanz: vorgehend Hanseatisches Oberlandesgericht in Bremen, 18. Mai 2011, Az: Ws 36/11, Beschlussvorgehend Hanseatisches Oberlandesgericht in Bremen, 30. März 2011, Az: Ws 36/11, Beschlussvorgehend LG Bremen, 28. Januar 2011, Az: StVK 898/10 VZ, Beschluss
Spruchkörper: 2. Senat 3. Kammer
Nichtannahmebeschluss: Unzulässigkeit der Verfassungsbeschwerde wegen Verfristung - Grundrechtsverletzung durch Versagung der Beiordnung eines Anwalts trotz Beeinträchtigung des Betroffenen infolge Zwangsmedikation muss offen bleiben
1 Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen (§ 93a Abs. 2 BVerfGG), weil sie keine Aussicht auf Erfolg hat (vgl. BVerfGE 90, 22 <25 f.>).
2 Sie ist unzulässig, weil sie nicht erkennen lässt, dass die Monatsfrist zur Erhebung der Verfassungsbeschwerde (§ 93 Abs. 1 BVerfGG) gewahrt ist (zur insoweit bestehenden Darlegungslast vgl. BVerfGK 14, 468 <469>). Die Verfassungsbeschwerde ist am 27. September 2011 - und damit mehr als vier Monate nach dem Datum der jüngsten angegriffenen Entscheidung und nach dem Zeitraum, für den der Beschwerdeführer angibt, unter Zwangsmedikation gestanden zu haben - eingegangen.
3 Ob es mit den grundrechtlichen Ansprüchen des Beschwerdeführers auf effektiven Rechtsschutz (Art. 19 Abs. 4 GG), Rechtsschutzgleichheit (Art. 3 Abs. 1 GG i.V.m. Art. 20 Abs. 3 GG) und ein faires Verfahren (Art. 2 Abs. 1 GG) vereinbar ist, dass seinen Rechtsschutzbegehren im fachgerichtlichen Verfahren Formfehler, Fristversäumnis und Begründungsmängelentgegengehalten wurden und das Oberlandesgerichtseinen Antrag auf Beiordnung eines Rechtsanwalts abgelehnt hat, obwohl der Beschwerdeführer nach seinen Angaben zu den relevanten damaligen Zeitpunkten unter Zwangsmedikation stand - und daher möglicherweise zu einer zielführenden Wahrnehmung seiner Rechte aus diesem Grund nicht in der Lage war - kann deshalb nicht entschieden werden.
4 Diese Entscheidung ist unanfechtbar.