Non-recognition complaint rejected for lack of written form

BVerfG 2 BvC 11/13Bverfg / 2. Abteilung23.07.2013Dismissed

Zusammenfassung

The complainant challenged the Bundeswahlausschuss’s refusal to recognize it as a party for the 18th Bundestag election. The complaint was forwarded to the Federal Constitutional Court after an initial ‘objection’ to the Bundeswahlleiter. The Court held that the filing was inadmissible because it did not reveal who had lodged it: there was no signature and no indication of representatives or responsible persons, so the written-form requirement under § 23(1) sentence 1 BVerfGG was not satisfied.

Regest

§ 23 Abs. 1 Satz 1 BVerfGG; form requirements for a complaint before the Federal Constitutional Court; a filing must make it possible to identify the complainant and be attributable to it by signature or equivalent indication. A submission lacking any signature and any information on representatives or responsible persons does not satisfy the written-form requirement and is therefore inadmissible. The court may dismiss such a non-recognition complaint without examining the substantive prerequisites of party recognition under the BWahlG (consid. 4).

Gesamter Gesetzestext

BVerfG — 2 BvC 11/13, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2013-07-23

Aktenzeichen: 2 BvC 11/13

ECLI: ECLI:DE:BVerfG:2013:cs20130723.2bvc001113

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 13 Nr 3a BVerfGG, § 23 Abs 1 S 1 BVerfGG, § 96a BVerfGG, § 18 Abs 4 BWahlG, § 18 Abs 4a BWahlG

Spruchkörper: 2. Senat

Titelzeile

Verwerfung einer Nichtanerkennungsbeschwerde (§ 18 Abs 4a BWahlG) wegen Formmangels

Tenor

Die Nichtanerkennungsbeschwerde wird verworfen.

Gründe

A.

1 Die Beschwerdeführerin wendet sich gegen die Ablehnung der Anerkennung als Partei für die Wahl zum 18. Deutschen Bundestag.

2 Am 4. Juli 2013 stellte der Bundeswahlausschuss fest, dass die Beschwerde-führerin nicht als Partei für die Wahl zum 18. Deutschen Bundestag anzuerkennen ist. Die formellen Voraussetzungen des § 18 Abs. 2 BWG seien nicht erfüllt, da die Beteiligungsanzeige nicht im Original eingegangen und nicht von drei Mitgliedern des Bundesvorstands unterzeichnet sei. Die Entscheidung wurde der Beschwerdeführerin nebst Rechtsbehelfsbelehrung am selben Tag übersandt. Am Folgetag legte die Beschwerdeführerin "Widerspruch" beim Bundeswahlleiter ein, der am 9. Juli 2013 an das Bundesverfassungsgericht weitergeleitet wurde. Ebenfalls am 9. Juli 2013 hat die Beschwerdeführerin Beschwerde gegen die Entscheidung des Bundeswahlausschusses erhoben.

3 Der Bundeswahlausschuss hatte Gelegenheit zur Stellungnahme.

B.

4 Die Nichtanerkennungsbeschwerde ist unzulässig. Es fehlt bereits an der Einhaltung der Schriftform im Sinne des § 23 Abs. 1 Satz 1 BVerfGG, weil aus der Beschwerde nicht hervorgeht, von wem sie erhoben wurde (BVerfGE 15, 288 <291>). Eine Unterschrift fehlt ebenso wie Angaben zu den Vertretern oder Verantwortlichen der Beschwerdeführerin.

Schlagwörter

electoral lawparty recognitionwritten formsignature requirementinadmissibility