Section 21 GKG does not apply to abuse fee under BVerfGG

BVerfG 1 BvR 1237/91Bverfg / 1. Senat 3. Kammer30.12.2012Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The applicant asked the Federal Constitutional Court to reimburse an abuse fee of 2,500 DM previously imposed under Section 34 BVerfGG, invoking Section 21(1) GKG as a remedy for allegedly incorrect handling of the matter. The Chamber held the application inadmissible. It reasoned that the GKG does not apply to proceedings before the Federal Constitutional Court, which are fee-free under Section 34(1) BVerfGG, and that Section 21 GKG cannot be applied by analogy to an abuse fee imposed by an unappealable constitutional-court order.

Omnilex-Regeste

§ 21 Abs. 1 Satz 1 GKG ist auf eine nach § 34 BVerfGG auferlegte Missbrauchsgebühr nicht anwendbar; analoge Anwendung scheidet aus. Der Anwendungsbereich des GKG erfasst Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht nicht (§ 1 GKG), da diese nach § 34 Abs. 1 BVerfGG kostenfrei sind. § 21 GKG betrifft nur gesetzlich entstehende Gebühren, die an Prozesshandlungen anknüpfen und bei richtiger Behandlung nicht entstanden wären. Die Missbrauchsgebühr nach § 34 BVerfGG ist demgegenüber keine prozesshandlungsgestützte Gebühr, sondern eine durch unanfechtbaren Beschluss verhängte Sachentscheidung als Reaktion auf missbräuchliche Rechtsverfolgung (vgl. auch BVerfGE 13, 289 <290>).

Gesamter Gesetzestext

BVerfG — 1 BvR 1237/91, Kammerbeschluss

Entscheidungsdatum: 2012-12-30

Aktenzeichen: 1 BvR 1237/91

ECLI: ECLI:DE:BVerfG:2012:rk20121230.1bvr123791

Dokumenttyp: Kammerbeschluss

Normen: § 34 Abs 1 BVerfGG vom 12.12.1985, § 1 GKG, § 21 Abs 1 S 1 GKG

Vorinstanz: vorgehend BVerfG, 11. Mai 1992, Az: 1 BvR 1237/91, Kammerbeschlussvorgehend Bayerischer Verfassungsgerichtshof, 19. April 1991, Az: Vf. 19-VI-88, Entscheidungvorgehend Landesarbeitsgericht Nürnberg, 8. Dezember 1986, Az: 4 Sa 120/84, Urteilvorgehend ArbG Bayreuth, 22. August 1984, Az: 3 Ca 31/84 H, Urteil

Spruchkörper: 1. Senat 3. Kammer

Titelzeile

§ 21 GKG nicht auf Missbrauchsgebühr (hier: gem § 34 Abs 4 BVerfGG F: 12.12.1985) anwendbar

Gründe

1 Der Antrag des Beschwerdeführers, die ihm mit Beschluss vom 11. Mai 1992 auferlegte Missbrauchsgebühr in Höhe von 2.500 DM wegen angeblich unrichtiger Sachbehandlung zu erstatten (§ 21 Abs. 1 Satz 1 GKG), ist unzulässig.

2 § 21 Abs. 1 Satz 1 GKG ist nicht anwendbar auf eine gemäß § 34 BVerfGG auferlegte Missbrauchsgebühr. Der Anwendungsbereich des Gerichtskostengesetzes erstreckt sich nach seinem § 1 nicht auf Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht. Das Verfahren des Bundesverfassungsgerichts ist nach § 34 Abs. 1 BVerfGG vielmehr kostenfrei. Die Regelung des § 21 Abs. 1 Satz 1 GKG ist auch nicht entsprechend anwendbar. § 21 GKG betrifft die im Gerichtskostengesetz geregelten Gebühren, die grundsätzlich kraft Gesetzes mit der Vornahme einer bestimmten Prozesshandlung entstehen; diese Gebühren werden nicht erhoben, wenn sie bei richtiger Behandlung der Sache nicht entstanden wären. Demgegenüber liegt der Gebühr des § 34 BVerfGG keine Prozesshandlung zugrunde; sie wird vielmehr durch einen unanfechtbaren Beschluss des Bundesverfassungsgerichts auferlegt, wenn die Einlegung der Beschwerde nach Auffassung des Gerichts einen Missbrauch darstellt und ist insofern eine Sachentscheidung (vgl. BVerfGE 13, 289 <290>).

3 Diese Entscheidung ist unanfechtbar.

Schlagwörter

abuse feecourt feesinadmissibilityanalogyconstitutional court

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether Section 21(1) GKG applies to reimbursement of an abuse fee imposed under Section 34 BVerfGG.

Extrahierter Entscheid

No. Section 21(1) GKG does not apply to an abuse fee under Section 34 BVerfGG, and by analogy is also unavailable.

Extrahierte Begründung

The GKG does not extend to proceedings before the Federal Constitutional Court under Section 1 GKG. Those proceedings are fee-free under Section 34(1) BVerfGG. Section 21 GKG concerns statutory court fees arising from procedural acts; the abuse fee under Section 34 BVerfGG is not based on a procedural act but is imposed by final, unappealable decision as a substantive sanction for abusive filing.

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