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BVerfG 2 BvR 2432/12 ΓÇó Constitutional complaint inadmissible for failure to exhaust remedies
BVerfG 2 BvR 2432/12Bverfg / 2. Senat 1. Kammer21.11.2012Inadmissible
The Federal Constitutional Court held that the constitutional complaint was inadmissible. The complainant had not sufficiently raised in the ordinary proceedings the arguments now relied on, in particular the alleged costs of internet-based television reception as an alternative to the satellite dish. He also failed to prompt the lower courts to consider authorization of an appeal under § 511(4) ZPO. Because of this breach of subsidiarity, the complaint was not examined on the merits.
§ 90 Abs. 2 BVerfGG; subsidiarity of the constitutional complaint; failure to exhaust available procedural possibilities. A constitutional complaint is inadmissible if the complainant did not raise in the specialized proceedings the factual and legal arguments decisive for the alleged constitutional violation and thereby did not give the ordinary courts the opportunity to remedy it. This particularly applies where the complainant could have substantiated burdensome alternative conduct already before the trial court and, where appropriate, requested leave to appeal under § 511 Abs. 4 ZPO to secure further review. The Court may dispense with further reasoning under § 93d Abs. 1 sentence 3 BVerfGG.
Entscheidungsdatum: 2012-11-21
Aktenzeichen: 2 BvR 2432/12
ECLI: ECLI:DE:BVerfG:2012:rk20121121.2bvr243212
Dokumenttyp: Nichtannahmebeschluss
Normen: § 90 Abs 2 BVerfGG, § 511 Abs 4 ZPO
Vorinstanz: vorgehend AG Frankfurt, 19. September 2012, Az: 33 C 1802/12 (93), Urteil
Spruchkörper: 2. Senat 1. Kammer
Nichtannahmebeschluss: Subsidiarität der Verfassungsbeschwerde bei unterlassener Geltendmachung entscheidungserheblicher Argumente im fachgerichtlichen Verfahren - hier: Empfang von Heimatsendern über Internet anstatt per TV-Satellitensignal (Parabolantenne) - zudem fehlende Anregung der Berufungszulassung vor Fachgerichten
1 Die Verfassungsbeschwerde ist unzulässig, weil der Beschwerdeführer nach seinem Vorbringen nicht das ihm Mögliche getan hat, den geltend gemachten Verfassungsverstoß im fachgerichtlichen Verfahren abzuwenden (Grundsatz der Subsidiarität der Verfassungsbeschwerde; vgl. BVerfGE 112, 50 <60> m.w.N.). In Ermangelung diesbezüglicher Rügen ist davon auszugehen, dass die Frage, ob es dem Beschwerdeführer zuzumuten ist, Heimatsender nicht über die von ihm aufgestellte Parabolantenne, sondern vermittels eines anzuschaffenden Computers über das Internet zu empfangen, im amtsgerichtlichen Verfahren erörtert worden ist. Der Beschwerdeführer hatte somit Anlass und Gelegenheit, dazu vorzutragen und dabei insbesondere die vergleichsweise hohen Kosten eines Internetfernsehempfangs, auf die er sich nunmehr beruft, zu substantiieren, was zu einer abweichenden Abwägung der widerstreitenden Interessen der Parteien durch das Amtsgericht und zu einer Abweisung der auf Entfernung der Parabolantenne gerichteten Klage der Vermieterin hätte führen können. Darüber hinaus hätte es dem Beschwerdeführer oblegen, die Zulassung der Berufung gemäß § 511 Abs. 4 ZPO im Hinblick darauf anzuregen, dass die Rechtsauffassung des Amtsgerichts über den Einzelfall hinausgehende Aspekte aufweisen dürfte, die grundsätzlicher Klärung zugänglich und bedürftig sind (vgl. etwa LG Berlin, Urteil vom 25. Oktober 2011 - 65 S 38/11 -, juris).
2 Von einer weiteren Begründung wird nach § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.
3 Diese Entscheidung ist unanfechtbar.