Repeat interim order suspending compelled paternity test

BVerfG 1 BvR 2250/11Bverfg / 1. Senat 2. Kammer08.03.2012Granted

Zusammenfassung

The Federal Constitutional Court repeated its earlier interim order of 20 September 2011. The order suspends enforcement of the Higher Regional Court of Stuttgart’s decision that had sought to compel participation in a paternity test by buccal swab. In the summary balancing required for interim relief, the Court held that the potential disruption or destruction of the existing social-family relationship would outweigh the effects of immediate execution if the constitutional complaint later succeeded.

Regest

Art. 32 Abs. 1 BVerfGG, Art. 6 Abs. 2 S. 1 GG; Wiederholung einer einstweiligen Anordnung im Verfassungsbeschwerdeverfahren. Bei der Folgenabwägung ist maßgeblich, ob die vorläufige Vollziehung eines fachgerichtlichen Beschlusses irreparable Nachteile auslöst, die bei späterem Obsiegen in der Hauptsache nicht mehr rückgängig zu machen wären. Droht durch die Durchführung einer Abstammungsuntersuchung eine Störung oder Zerstörung der sozial-familiären Beziehung, kann dies die Aussetzung der Vollziehung rechtfertigen, wenn demgegenüber die Nachteile eines Aufschubs weniger schwer wiegen. Die Anordnung kann zeitlich befristet wiederholt werden, längstens bis zur Entscheidung in der Hauptsache (vgl. Art. 32 Abs. 6 S. 2 BVerfGG).

Gesamter Gesetzestext

BVerfG — 1 BvR 2250/11, Einstweilige Anordnung

Entscheidungsdatum: 2012-03-08

Aktenzeichen: 1 BvR 2250/11

ECLI: ECLI:DE:BVerfG:2012:rk20120308.1bvr225011

Dokumenttyp: Einstweilige Anordnung

Normen: Art 6 Abs 2 S 1 GG, § 32 Abs 1 BVerfGG, § 32 Abs 6 S 2 BVerfGG, §§ 1600ff BGB, § 1592 Nr 2 BGB, § 1600 Abs 1 Nr 5 BGB, § 1600 Abs 3 BGB, § 178 Abs 1 FamFG

Vorinstanz: vorgehend OLG Stuttgart, 25. Juli 2011, Az: 16 UF 284/10, Beschlussvorgehend BVerfG, 20. September 2011, Az: 1 BvR 2250/11, Einstweilige Anordnungnachgehend BVerfG, 20. August 2012, Az: 1 BvR 2250/11, Einstweilige Anordnungnachgehend BVerfG, 6. Februar 2013, Az: 1 BvR 2250/11, Einstweilige Anordnung

Spruchkörper: 1. Senat 2. Kammer

Titelzeile

Wiederholung einer einstweiligen Anordnung: Aussetzung eines fachgerichtlichen Beschlusses, mit dem die Teilnahme an einem Vaterschaftstest mittels Mundschleimhautabstrich erzwungen werden sollte - Überwiegen der Nachteile (Störung bzw Zerstörung der sozial-familiären Beziehung) bei Durchführung dieser Untersuchungen und späterem Erfolg der Verfassungsbeschwerde in der Hauptsache

Tenor

Die einstweilige Anordnung vom 20. September 2011 wird für die Dauer von weiteren sechs Monaten, längstens bis zur Entscheidung über die Verfassungsbeschwerde, wiederholt.

Schlagwörter

interim reliefconstitutional complaintpaternity testbuccal swabsocial-family relationshipbalancing of hardshipssuspensionfamily law