projekte
BVerfG 2 BvC 12/11 ΓÇó Negative voting weight challenge to Bundestag seat allocation rejected
BVerfG 2 BvC 12/11Bverfg / 2. Abteilung19.01.2012Dismissed
The Federal Constitutional Court rejected an election complaint concerning the 2009 Bundestag election and the allocation of seats under the former electoral law. The complainant argued that direct mandates should have been offset at the level of the combined state lists, rather than separately by Land. The Court held that this objection had already been addressed in prior constitutional case law. Although the legislature had to reform the relevant electoral rules, the old seat-allocation method could still be applied exceptionally to the 17th Bundestag. No new arguments were presented, so the complaint was manifestly unfounded.
Art. 38 GG; § 24 Abs. 2, § 48 BVerfGG; § 6 Abs. 4 S. 1 BWahlG a.F.: The Federal Constitutional Court may, notwithstanding the unconstitutionality of certain electoral-law arrangements, exceptionally permit continued application of the former seat-allocation rules for an election already held. Where the challenged method has already been expressly covered by such transitional acceptance and the complainant advances no new arguments, the election complaint is manifestly unfounded and must be dismissed (cf. cons. II).
Entscheidungsdatum: 2012-01-19
Aktenzeichen: 2 BvC 12/11
ECLI: ECLI:DE:BVerfG:2012:cs20120119.2bvc001211
Dokumenttyp: Beschluss
Normen: Art 38 GG, § 24 Abs 2 BVerfGG, § 48 BVerfGG, § 6 Abs 4 S 1 BWahlG vom 17.03.2008
Spruchkörper: 2. Senat
Verwerfung einer Wahlprüfungsbeschwerde: Sog. negatives Stimmgewicht bei Bundestagswahl - Sitzzuteilung nach alter Rechtslage gem BVerfGE 121, 266 <308 ff> bei Wahl zum 17. Deutschen Bundestag im Jahr 2009 noch hinzunehmen
I.
1 Die Beschwerde betrifft die Gültigkeit der Wahl zum 17. Deutschen Bundestag am 27. September 2009.
2 Der Beschwerdeführer macht geltend, die bundesweit erzielten Direktmandate jeder Partei hätten auf deren aus dem Zweitstimmenergebnis insgesamt resultierende Sitze angerechnet werden müssen, weil die verbundenen Landeslisten der Parteien nach § 7 Abs. 1 und Abs. 2 des Bundeswahlgesetzes in der bis zum 2. Dezember 2011 gültigen Fassung (BWG a.F.) jeweils als eine einheitliche Liste zu behandeln seien, so dass § 6 Abs. 4 Satz 1 BWG a.F. nicht gesondert nach Ländern, sondern bezogen auf die Ebene der verbundenen Listen anzuwenden gewesen wäre.
II.
3 Die Wahlprüfungsbeschwerde ist offensichtlich unbegründet.
4 Sie betrifft wahlrechtliche Normen und deren Auslegung durch den Bundeswahlleiter, die bereits Gegenstand der verfassungsgerichtlichen Überprüfung gewesen sind. Dabei hat das Bundesverfassungsgericht dem Gesetzgeber zwar aufgegeben, Aspekte des Regelungskomplexes, zu dem § 6 und § 7 BWG a.F. gehören, neu zu regeln, hierbei aber entschieden, es könne ausnahmsweise hingenommen werden, dass die Sitze im 17. Deutschen Bundestag noch nach der bisherigen Rechtslage zugeteilt werden (vgl. BVerfGE 121, 266 <316>; 122, 304 <311 f.>). Hiervon umfasst war ausdrücklich auch die mit der Beschwerde beanstandete Methode der Sitzzuteilung (vgl. BVerfGE 121, 266 <308 ff.>). Der Beschwerdeführer hat dazu keine neuen Gesichtspunkte vorgetragen.