Non-admission for insufficiently substantiated constitutional complaint

BVerfG 1 BvR 3039/06Bverfg / 1. Senat 2. Kammer05.01.2010Dismissed

Zusammenfassung

The Federal Constitutional Court refused to admit a constitutional complaint against a Federal Social Court judgment. It held that the complaint did not satisfy the substantiation requirements because it failed to engage with the reasoning of the challenged judgment and merely referred to a copy of another person's draft complaint, which was itself inadequate. The Court therefore found no sufficient prospects of success and dispensed with further reasons.

Regest

§ 23 Abs. 1 S. 2, § 92 BVerfGG; substantiation requirements for constitutional complaints directed against judgments. A complainant must specifically identify the constitutional norms allegedly violated and make the possibility of a fundamental-rights violation apparent. Where the complaint challenges a judgment, it must engage with the impugned decision and its concrete reasoning. Mere reference to a third party’s draft constitutional complaint cannot substitute for this obligation, especially if that draft itself does not meet the statutory substantiation requirements (consid. 2-3).

Gesamter Gesetzestext

BVerfG — 1 BvR 3039/06, Nichtannahmebeschluss

Entscheidungsdatum: 2010-01-05

Aktenzeichen: 1 BvR 3039/06

ECLI: ECLI:DE:BVerfG:2010:rk20100105.1bvr303906

Dokumenttyp: Nichtannahmebeschluss

Normen: GG, § 23 Abs 1 S 2 BVerfGG, § 92 BVerfGG

Vorinstanz: vorgehend BSG, 5. Juli 2006, Az: B 12 KR 20/04 R, Urteilvorgehend SG Köln, 22. Juni 2004, Az: S 26 KR 21/04, Urteil

Spruchkörper: 1. Senat 2. Kammer

Titelzeile

Nichtannahmebeschluss: Mangelnde Substantiierung einer Urteilsverfassungsbeschwerde bei Bezugnahme auf ihrerseits unsubstantiierte Verfassungsbeschwerde

Gründe

1 Die Verfassungsbeschwerde ist nicht zur Entscheidung anzunehmen, weil die Annahmevoraussetzungen des § 93a Abs. 2 BVerfGG nicht vorliegen. Sie hat keine hinreichende Aussicht auf Erfolg, weil sie unzulässig ist.

2 Die Verfassungsbeschwerde ist nicht hinreichend begründet (§ 23 Abs. 1 Satz 2, § 92 BVerfGG). Ein Beschwerdeführer muss substantiiert darlegen, mit welchen verfassungsrechtlichen Anforderungen die angegriffene Maßnahme kollidiert; die Möglichkeit einer Grundrechtsverletzung ist deutlich zu machen (vgl. BVerfGE 108, 370 <386 f.>). Richtet sich die Verfassungsbeschwerde gegen ein Urteil bedarf es einer Auseinandersetzung mit der angegriffenen Entscheidung und deren konkreter Begründung (vgl. BVerfGE 88, 40 <45>; 101, 331 <345>; 105, 252 <264>).

3 Diesen Anforderungen genügt die Verfassungsbeschwerde schon deswegen nicht, weil sie sich mit der angegriffenen Entscheidung des Bundessozialgerichts nicht auseinandersetzt. Diese fehlende Auseinandersetzung kann auch nicht durch Bezugnahme auf den in Kopie beigefügten Entwurf der Verfassungsbeschwerde eines Dritten ersetzt werden, da diese ihrerseits den Begründungserfordernissen nicht genügt (vgl. BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Ersten Senats vom 5. Januar 2010 - 1 BvR 2973/06 -).

4 Von einer weiteren Begründung wird nach § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.

5 Diese Entscheidung ist unanfechtbar.

Schlagwörter

constitutional complaintsubstantiationadmissibilityjudgment challengeincorporation by reference