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BVerfG 2 BvQ 5/10 ΓÇó Interim relief denied for lack of exhaustion of remedies
BVerfG 2 BvQ 5/10Bverfg / 2. Senat 3. Kammer04.02.2010Dismissed
The Federal Constitutional Court refused to issue an interim order sought against an allegedly faulty transfer into prison custody. It held that the application was inadmissible because the applicant had not shown exhaustion of available remedies before the ordinary courts. The Court reiterated that the subsidiarity principle applies equally to constitutional interim relief; only in exceptional cases may the Constitutional Court intervene before ordinary judicial protection has been pursued.
Section 32(1) BVerfGG; subsidiarity of constitutional interim relief and exhaustion of ordinary remedies. An interim order before or in a constitutional complaint procedure is available only if the applicant has first exhausted the existing possibilities of legal protection before the competent ordinary courts. The subsidiarity principle applies also to preliminary constitutional protection. In matters concerning transfer to prison custody and the lawfulness of enforcement of a criminal sentence, the ordinary courts are primarily competent; release on the ground of a defective transfer is conceivable only in extreme exceptional cases, since a conviction to a custodial sentence generally provides a sufficient basis for enforcement.
Entscheidungsdatum: 2010-02-04
Aktenzeichen: 2 BvQ 5/10
ECLI: ECLI:DE:BVerfG:2010:qk20100204.2bvq000510
Dokumenttyp: Ablehnung einstweilige Anordnung
Normen: § 32 Abs 1 BVerfGG, § 90 Abs 2 BVerfGG
Spruchkörper: 2. Senat 3. Kammer
Im Hinblick auf den Subsidiaritätsgrundsatz erfolgte Ablehnung des Antrags auf Erlass einer eA gegen eine fehlerhafte Überführung in die Strafhaft
1 Die beantragte einstweilige Anordnung ist nicht zu erlassen, weil die Voraussetzungen des § 32 Abs. 1 BVerfGG nicht erfüllt sind.
2 Der Antrag ist jedenfalls deshalb unzulässig, weil die Erschöpfung der fachgerichtlichen Rechtsschutzmöglichkeiten nicht dargetan ist.
3 Der Grundsatz der Subsidiarität der Verfassungsbeschwerde gilt auch für den vorgelagerten verfassungsrechtlichen Eilrechtsschutz. Der Erlass einer einstweiligen Anordnung im Rahmen eines Verfassungsbeschwerdeverfahrens oder in dessen Vorfeld kommt daher nur in Betracht, wenn der Antragsteller bestehende Möglichkeiten, Rechtsschutz zu erlangen, ausgeschöpft hat (vgl. zuletzt BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 30. März 2009 - 2 BvQ 18/09 -, juris, Rn. 2 m.w.N.).
4 Der Antragsteller ist daher zunächst gehalten, sich mit seinem Begehren an die Fachgerichte zu wenden. Diese sind in erster Linie berufen, über die Rechtmäßigkeit der Art und Weise der Überführung eines Verurteilten in die Strafhaft sowie etwaige Auswirkungen auf die Zulässigkeit der Freiheitsentziehung als solcher zu befinden. Dabei wird die von dem Antragsteller begehrte Freilassung wegen einer fehlerhaften Überführung in die Strafhaft jedoch allenfalls in extremen Ausnahmefällen zu erwägen sein, denn grundsätzlich bietet ein auf eine Freiheitsstrafe erkennendes Urteil eine zureichende Grundlage für deren Vollstreckung (vgl. BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 8. April 2004 - 2 BvR 1811/03 -, NStZ-RR 2004, S. 252 <253> ).
5 Diese Entscheidung ist unanfechtbar.