Non-admission complaint dismissed for insufficient grounds

BSG B 14 AS 101/14 BBsg / Division 1407.08.2014Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Social Court dismissed the plaintiff's non-admission complaint as inadmissible. It held that the complaint failed to satisfy the substantiation requirements for a fundamental-importance ground under Section 160a(2) sentence 3 SGG. The plaintiff had not shown why the question of a child's household membership under Section 1(1) No. 8 AlgII-V 2008 remained unresolved despite existing case law on household membership of adult children under Section 7(3) No. 4 SGB II. Costs were not reimbursed.

Omnilex-Regeste

§ 160a Abs. 2 Satz 3 SGG; § 160 Abs. 2 Nr. 1 SGG; requirements for substantiating fundamental importance in a non-admission complaint. A complaint alleging grundsätzliche Bedeutung must identify a precise legal question, show its relevance beyond the individual case, explain its unresolved nature in light of applicable law and existing highest-court case law, and demonstrate that the intended revision can answer it. Mere reference to a different statutory provision is insufficient where the court has already developed analogous criteria from broader social-law case law; the complainant must address why divergent standards should apply and why further clarification is still needed (consid. 1-3).

Gesamter Gesetzestext

BSG — B 14 AS 101/14 B, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2014-08-07

Aktenzeichen: B 14 AS 101/14 B

ECLI: ECLI:DE:BSG:2014:070814BB14AS10114B0

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 160a Abs 2 S 3 SGG, § 160 Abs 2 Nr 1 SGG, § 7 Abs 3 Nr 4 SGB 2, § 1 Abs 1 Nr 8 AlgIIV 2008

Vorinstanz: vorgehend SG Düsseldorf, 7. Oktober 2013, Az: S 35 AS 2749/12, Urteilvorgehend Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 24. Februar 2014, Az: L 19 AS 2286/13, Urteil

Spruchkörper: 14. Senat

Titelzeile

Nichtzulassungsbeschwerde - grundsätzliche Bedeutung - Darlegung der Klärungsbedürftigkeit - Grundsicherung für Arbeitsuchende - Haushaltszugehörigkeit von Kindern

Tenor

Die Beschwerde der Klägerin gegen die Nichtzulassung der Revision im Urteil des Landessozialgerichts Nordrhein-Westfalen vom 24. Februar 2014 wird als unzulässig verworfen.

Kosten des Beschwerdeverfahrens sind nicht zu erstatten.

Gründe

1 Die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision in der angefochtenen Entscheidung ist als unzulässig zu verwerfen (§ 160a Abs 4 Satz 1 iVm § 169 Sozialgerichtsgesetz ) , weil der zu ihrer Begründung allein angeführte Zulassungsgrund der grundsätzlichen Bedeutung der Rechtssache (§ 160 Abs 2 Nr 1 SGG) nicht gemäß § 160a Abs 2 S 3 SGG schlüssig dargelegt ist.

2 Grundsätzliche Bedeutung hat eine Rechtssache, wenn sie eine Rechtsfrage aufwirft, die - über den Einzelfall hinaus - aus Gründen der Rechtseinheit oder der Fortbildung des Rechts einer Klärung durch das Revisionsgericht bedürftig und fähig ist. Nach den aus § 160a Abs 2 S 3 SGG sich ergebenden Anforderungen muss ein Beschwerdeführer dazu anhand des anwendbaren Rechts sowie unter Berücksichtigung der höchstrichterlichen Rechtsprechung aufzeigen, welche Fragen sich stellt, dass diese Rechtsfrage noch nicht geklärt ist, weshalb deren Klärung aus Gründen der Rechtseinheit oder der Fortbildung des Rechts erforderlich ist und dass das angestrebte Revisionsverfahren eine Klärung dieser Rechtsfragen erwarten lässt (vgl Krasney/ Udsching, Handbuch des sozialgerichtlichen Verfahrens, 6. Aufl 2011, IX, RdNr 63 ff) .

3 Diesen Darlegungsanforderungen wird die Beschwerdebegründung nicht gerecht. Als grundsätzlich klärungsbedürftig erachtet sie die Frage: "Lebt ein Kind bereits dann im Haushalt des Hilfebedürftigen im Sinne des § 1 I Nr. 8 ALGII-VO, wenn es sich räumlich eine Unterkunft mit dem Hilfebedürftigen teilt oder müssen hierzu noch weitere Merkmale erfüllt sein? Wenn ja, wie lauten diese?" Inwieweit dieser Frage ungeachtet der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts (BSG) zur Haushaltszugehörigkeit volljähriger Kinder iS von § 7 Abs 3 Nr 4 SGB II (vgl Urteile vom 14.3.2012 zu B 14 AS 17/11 R - BSGE 110, 204 = SozR 4-4200 § 9 Nr 10, RdNr 26 und zu B 14 AS 45/11 R - juris RdNr 18) weiter oder erneut Klärungsbedürftigkeit zukommen könnte, ist der Beschwerdebegründung nicht ausreichend zu entnehmen. Nach diesen Urteilen ist maßgebend für die Zugehörigkeit zum Haushalt des Elternteils unter Rückgriff auf Rechtsprechung des BSG zu vergleichbaren Regelungen in anderen Büchern des Sozialgesetzbuchs (SGB) das Bestehen einer Familiengemeinschaft, die eine Schnittstelle von Merkmalen örtlicher (Familienwohnung), materieller (Vorsorge, Unterhalt) und immaterieller Art (Zuwendung, Fürsorge, Begründung eines familienähnlichen Bandes) darstellt (Urteile vom 14.3.2012 aaO) . Vor diesem Hintergrund hätte es besonderer Ausführungen dazu bedurft, inwieweit die von der Klägerin als grundsätzlich bedeutsam bezeichnete Frage noch weiteren Klärungsbedarf aufwirft und/oder erneut klärungsbedürftig geworden ist. Nicht ausreichend war dafür der Hinweis, die genannten Urteile hätten nicht die Vorschrift des § 1 Abs 1 Nr 8 ALG II-VO betroffen. Das trifft zwar zu. Im Hinblick auf den Rückgriff auf Rechtsprechung auch zu anderen Büchern des SGB wären vielmehr Angaben dazu erforderlich gewesen, inwieweit die Frage der Haushaltszugehörigkeit nach § 1 Abs 1 Nr 8 ALG II-VO nach anderen Maßstäben zu beurteilen sein könnte als die nach § 7 Abs 3 Nr 4 SGB II und daher noch offener Klärungsbedarf grundsätzlicher Art besteht. Daran fehlt es aber.

4 Die Kostenentscheidung beruht auf einer entsprechenden Anwendung des § 193 Abs 1 SGG.

Schlagwörter

non-admission complaintfundamental importancesubstantiation requirementshousehold membershipsocial benefitsadmissibilityfamily community

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the non-admission complaint showed a ground for leave based on fundamental importance under Section 160(2) No. 1 SGG.

Extrahierter Entscheid

The complaint did not sufficiently demonstrate that the case raised a still-unclarified legal question requiring review by the appellate court.

Extrahierte Begründung

The appellant failed to meet the strict substantiation requirements of Section 160a(2) sentence 3 SGG. The cited question on household membership of a child was not shown to require further clarification beyond existing case law, which already links household membership to a family community with local, material, and immaterial elements.

Kernrechtsfrage

Whether the earlier case law on household membership of adult children left unresolved questions under Section 1(1) No. 8 AlgII-V 2008.

Extrahierter Entscheid

No sufficient new or unresolved fundamental question was shown.

Extrahierte Begründung

The mere fact that the cited decisions concerned Section 7(3) No. 4 SGB II rather than Section 1(1) No. 8 AlgII-V 2008 was insufficient, because the court had relied on analogous social-law case law and the appellant did not explain why different standards should apply.

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