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BSG B 4 SF 37/16 S ΓÇó Determination of competent court for joint claim by heirs
BSG B 4 SF 37/16 SBsg / 4. Abteilung22.11.2016Granted
The heirs of a deceased mother sued a health insurer for reimbursement of costs of home nursing. Because the plaintiffs lived in different social-court districts, there was no common local jurisdiction. The BSG held that it was competent to determine the forum and designated SG Würzburg as the competent court. The designation was justified by the plaintiffs’ choice of that court, its territorial competence for one plaintiff, the absence of objections, and the fact that the case had already been pending there for years.
§ 58 Abs. 2 SGG in conjunction with § 58 Abs. 1 Nr. 5 SGG; determination of the competent social court in the absence of a common local forum for jointly suing co-heirs. The BSG, as the next higher common court, may designate the competent court where no common local jurisdiction exists because the parties are assigned to different Landessozialgerichtsbezirke. A necessary joinder of co-heirs is not excluded in such proceedings and can justify the designation of a common forum. In selecting the court, the plaintiffs’ choice, territorial competence for one co-plaintiff, absence of contrary reasons, and the procedural history may be taken into account (consid. 3-4).
Entscheidungsdatum: 2016-11-22
Aktenzeichen: B 4 SF 37/16 S
ECLI: ECLI:DE:BSG:2016:221116BB4SF3716S0
Dokumenttyp: Beschluss
Normen: § 57 Abs 1 S 1 Halbs 1 SGG, § 58 Abs 1 Nr 5 SGG, § 58 Abs 2 SGG, § 74 SGG, § 62 ZPO
Vorinstanz: vorgehend SG Würzburg, 30. August 2016, Az: S 11 KR 206/16, Beschluss
Spruchkörper: 4. Senat
Sozialgerichtliches Verfahren - Bestimmung des zuständigen Gerichts - gemeinsame Klage von Miterben auf Leistung an die Erbengemeinschaft
Das Sozialgericht Würzburg wird zum zuständigen Gericht bestimmt.
1 I. Die Kläger streiten als Miterben ihrer im Januar 2016 verstorbenen Mutter mit der beklagten Krankenkasse darüber, ob die Beklagte zur Erstattung von Kosten für die häusliche Krankenpflege verpflichtet ist. Der Kläger zu 1. wohnt im Bezirk des SG Trier, der Kläger zu 2. im Bezirk des SG Nürnberg und die Klägerin zu 3. im Bezirk des SG Würzburg.
2 Mit Beschluss vom 30.8.2016 hat das SG Würzburg, zu dem die Kläger gemeinsam Klage erhoben haben, nach Anhörung der Beteiligten das BSG zur Bestimmung des zuständigen Gerichts innerhalb der Sozialgerichtsbarkeit angerufen.
3 II. Die Voraussetzungen zur Zuständigkeitsbestimmung durch das BSG liegen vor. Das BSG ist als nächsthöheres gemeinschaftlich übergeordnetes Gericht zur Bestimmung des zuständigen Gerichts berufen (§ 58 Abs 2 SGG) . Eine gemeinsame örtliche Zuständigkeit iS von § 58 Abs 1 Nr 5 SGG ist nicht gegeben, weil für die Kläger Sozialgerichte verschiedener Landessozialgerichtsbezirke zuständig sind. Bei den als Miterben klagenden Klägern ist eine notwendige Streitgenossenschaft iS von § 74 SGG, § 62 Abs 1 ZPO jedenfalls nicht ausgeschlossen. Dies rechtfertigt die Bestimmung eines gemeinsamen Gerichtsstands der notwendigen Streitgenossenschaft (BSG Beschluss vom 30.3.2004 - B 7 SF 36/03 S - SozR 4-1500 § 58 Nr 2) .
4 Zum zuständigen Gericht ist das SG Würzburg zu bestimmen. Dieses ist das für den Wohnort der Klägerin zu 3. zuständige Gericht, das die Kläger, vertreten durch den Kläger zu 2. für ihre gemeinsame Klage gewählt haben. Die Beteiligten haben keine Gründe vorgebracht, die gegen die Bestimmung des SG Würzburg sprechen. Das Verfahren ist zudem bei diesem Gericht seit April 2006 rechtshängig.
5 Die Entscheidung ist unanfechtbar (§ 177 SGG) .