Immediate complaint against final PKH denial inadmissible

BSG B 3 P 3/16 S, B 3 P 4/16 S, B 3 P 5/16 SBsg / 3. Abteilung29.11.2016Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The claimant filed complaints against BSG orders of 21 December 2015 refusing legal aid for non-admission appeals in three care-insurance disputes and again sought legal aid. The BSG held that an immediate complaint is not available against such final legal-aid denials. The only conceivable remedy would be an objection based on denial of the right to be heard, but the claimant missed the two-week deadline and did not substantiate any hearing violation. The renewed legal-aid applications were therefore rejected. The proceedings were declared free of charge and final.

Omnilex-Regeste

§ 73a Abs. 1 S. 1 SGG, § 114 ZPO, § 127 Abs. 2 S. 2 ZPO, § 172 SGG; gegen die Ablehnung von Prozesskostenhilfe durch letztinstanzlichen Beschluss ist die sofortige Beschwerde nicht statthaft. Ein derartiger Beschluss kann nur mit der Anhörungsrüge nach § 178a SGG angegriffen werden; die Zweiwochenfrist des § 178a Abs. 2 S. 1 SGG ist strikt. Wird weder eine fristgerechte Anhörungsrüge erhoben noch eine Gehörsverletzung substantiiert dargetan, sind erneute PKH-Anträge abzulehnen und das Rechtsmittel als unzulässig zu verwerfen.

Gesamter Gesetzestext

BSG — B 3 P 3/16 S, B 3 P 4/16 S, B 3 P 5/16 S, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2016-11-29

Aktenzeichen: B 3 P 3/16 S, B 3 P 4/16 S, B 3 P 5/16 S

ECLI: ECLI:DE:BSG:2016:291116BB3P316S0

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 73a Abs 1 S 1 SGG, § 172 SGG, § 114 ZPO, § 127 Abs 2 S 2 ZPO, § 567 Abs 1 Nr 1 ZPO

Vorinstanz: vorgehend SG Gießen, 23. März 2015, Az: S 7 P 41/13vorgehend Hessisches Landessozialgericht, 19. Oktober 2015, Az: L 8 P 11/15, Urteilvorgehend BSG, 21. Dezember 2015, Az: B 3 P 2/15 BH, Beschlussvorgehend SG Gießen, 23. März 2015, Az: S 7 P 55/13vorgehend Hessisches Landessozialgericht, 20. Oktober 2015, Az: L 8 P 12/15, Urteilvorgehend BSG, 21. Dezember 2015, Az: B 3 P 3/15 BH, Beschlussvorgehend SG Gießen, 23. März 2015, Az: S 7 P 3/14vorgehend Hessisches Landessozialgericht, 26. Oktober 2015, Az: L 8 P 13/15, Urteilvorgehend BSG, 21. Dezember 2015, Az: B 3 P 4/15 BH, Beschluss

Spruchkörper: 3. Senat

Titelzeile

Sozialgerichtliches Verfahren - Prozesskostenhilfe - Ablehnung der Bewilligung durch letztinstanzlichen Beschluss - Unzulässigkeit der sofortigen Beschwerde

Tenor

Die Rechtsmittel des Klägers gegen die Senatsbeschlüsse vom 21. Dezember 2015

– B 3 P 2/15 BH, B 3 P 3/15 BH und B 3 P 4/15 BH – werden als unzulässig verworfen.

Die erneuten Anträge auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe werden abgelehnt.

Gründe

1 Mit Beschlüssen vom 21.12.2015 - jeweils zugestellt am 9.1.2016 - hat der Senat die Anträge des Klägers, ihm für die Verfahren der Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision in den Urteilen des Hessischen LSG vom 19.10.2015 (L 8 P 11/15) , vom 20.10.2015 (L 8 P 12/15) und vom 26.10.2015 (L 8 P 13/15) PKH zu bewilligen, mangels Erfolgsaussicht abgelehnt (§ 73a Abs 1 S 1 SGG, § 114 ZPO) . Im Streit standen Ansprüche auf Leistungen der Pflegestufe I ab Mai 2013, auf Gewährung von Zuschüssen zu den Kosten des Einbaus einer Badewanne mit Tür und zum Einbau eines Waschmaschinenanschlusses im Bad aus der sozialen Pflegeversicherung (SGB XI), die das LSG verneint hatte.

2 Mit persönlich unterzeichneten Schreiben des Klägers vom 2.10.2016 nebst Anlagen, die beim BSG am selben Tag und erneut am 21.11.2016 eingegangen sind, legt der Kläger Beschwerden gegen die Ablehnung der PKH durch die og Senatsbeschlüsse vom 21.12.2015 ein und stellt wiederholt Anträge auf Bewilligung von PKH. Zur Begründung führt er aus, dass sich sein Gesundheitszustand verschlechtert habe und er schmerzbedingt nur mit großer Mühe in die Badewanne einsteigen könne.

3 Die Rechtsmittel der Beschwerde gegen die Ablehnung der Bewilligung von PKH durch den Senat sind als unzulässig zu verwerfen. Eine sofortige Beschwerde gegen die letztinstanzlichen Senatsbeschlüsse ist weder gemäß § 73a Abs 1 S 1 SGG iVm § 127 Abs 2 S 2 iVm § 567 Abs 1 ZPO noch gemäß § 172 SGG statthaft (vgl auch BSG Beschluss vom 13.10.2011 - B 13 R 11/11 C) .

4 Das allein in Frage kommende Rechtsmittel wäre eine Anhörungsrüge nach § 178a SGG; die insoweit geltende 2-Wochen-Frist (§ 178a Abs 2 S 1 SGG) hat der Kläger bei Weitem versäumt. Im Übrigen ist seinem Vortrag auch nicht zu entnehmen, dass das BSG seinen Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt haben könnte. Die Erfordernisse von § 178a Abs 2 S 5 SGG sind mithin nicht erfüllt.

5 Die wiederholten Anträge auf Bewilligung von PKH waren abzulehnen.

6 Die Entscheidung ergeht kostenfrei. Sie ist endgültig.

Schlagwörter

legal aidinadmissible appealhearing violationsocial insurancecare benefitsprocedural time limit

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether an immediate complaint lies against the BSG's final orders denying legal aid.

Extrahierter Entscheid

No. Neither the Social Court Act nor the Code of Civil Procedure makes an immediate complaint admissible against such final BSG orders.

Extrahierte Begründung

The only possible remedy would be an objection based on a violation of the right to be heard; the filed complaint is not statutorily provided for and is therefore inadmissible.

Kernrechtsfrage

Whether the renewed applications for legal aid could be granted.

Extrahierter Entscheid

No. The renewed legal-aid applications were rejected.

Extrahierte Begründung

Because the attempted remedy was inadmissible and the claimant did not show any basis for renewed legal aid entitlement, the applications had to be denied.

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