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BGH I ZB 100/16 ΓÇó No new deadline after resumption of legal complaint proceedings
BGH I ZB 100/16Bgh / I. Zivilkammer28.06.2017Dismissed
The Federal Court of Justice rejected the respondent's request to set a new deadline for the grounds of its legal complaint after the interrupted proceedings had been resumed following the opening of insolvency proceedings. The court held that the Code of Civil Procedure does not provide for a judicially fixed new deadline in this situation. Instead, the statutory one-month period for filing the grounds begins anew upon effective resumption of the proceedings. The earlier extension expired at the end of its extension period.
§ 240, § 249 Abs. 1, § 575 Abs. 2 S. 1 ZPO; after interruption of legal complaint proceedings by opening of insolvency proceedings and subsequent resumption, the period for filing the grounds runs anew by operation of law for one month. A previously extended deadline expires with the end of the extension period. The court has no authority to determine a new grounds deadline, since the commencement of the period follows directly from statute and leaves no room for judicial fixing (consid. 1–3).
Entscheidungsdatum: 2017-06-28
Aktenzeichen: I ZB 100/16
ECLI: ECLI:DE:BGH:2017:280617BIZB100.16.0
Dokumenttyp: Beschluss
Normen: § 240 ZPO, § 249 Abs 1 ZPO, § 575 Abs 2 S 1 ZPO
Vorinstanz: vorgehend OLG Celle, 14. Oktober 2016, Az: 13 Sch 1/15 (Kart), Beschluss
Spruchkörper: 1. Zivilsenat
Rechtsbeschwerdeverfahren: Begründungsfrist nach Aufnahme des unterbrochenen Rechtsbeschwerdeverfahrens wegen Insolvenzverfahrenseröffnung
Der Antrag der Antragsgegnerin und Rechtsbeschwerdeführerin vom 16. Juni 2017, nach Aufnahme des Rechtsbeschwerdeverfahrens die Frist zur Begründung der Rechtsbeschwerde neu zu bestimmen, wird abgelehnt.
1 Der Antrag der Antragsgegnerin vom 16. Juni 2017 ist abzulehnen, weil die Bestimmung einer Frist zur Begründung der Rechtsbeschwerde im Gesetz nicht vorgesehen ist.
2 Die Antragsgegnerin hat gegen den ihr am 20. Oktober 2016 zugestellten Beschluss des Oberlandesgerichts Celle vom 14. Oktober 2016 am 7. November 2016 Rechtsbeschwerde eingelegt. Antragsgemäß hat der Vorsitzende die Frist zur Begründung der Rechtsbeschwerde zunächst bis 23. Januar 2017 und anschließend bis 15. Februar 2017 verlängert. Nachdem über das Vermögen der Antragsgegnerin durch Beschluss des Amtsgerichts Wolfsburg vom 1. Januar 2017 das Insolvenzverfahren eröffnet worden war, ist das Verfahren nach § 240 ZPO unterbrochen worden.
3 Die Antragsgegnerin hat mit Schriftsatz vom 9. Juni 2017 die Aufnahme des unterbrochenen Rechtsbeschwerdeverfahrens erklärt. Im Fall einer wirksamen Aufnahme des Rechtsbeschwerdeverfahrens läuft die gesetzliche Frist zur Begründung der Rechtsbeschwerde von einem Monat gemäß § 575 Abs. 2 Satz 1 ZPO erneut. Die Fristverlängerung bis 15. Februar 2017 ist nach Ablauf des Verlängerungszeitraums entfallen und es steht der Antragsgegnerin nach wirksamer Aufnahme des Verfahrens gemäß § 249 Abs. 1 ZPO die gesetzliche Frist zur Begründung der Rechtsbeschwerde zur Verfügung (vgl. BGH, Urteil vom 13. Januar 1975 - VII ZR 220/73, BGHZ 64, 1, 3). Der Beginn der Frist ergibt sich mit Aufnahme des Verfahrens unmittelbar aus dem Gesetz. Für eine richterliche Bestimmung der Begründungsfrist ist insoweit kein Raum (vgl. BGHZ 64, 1, 4).
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