Criminal appeal dismissed; cost complaint limited to cost allocation

BGH 4 StR 567/16Bgh / Criminal Chamber 410.05.2017Dismissed

Zusammenfassung

The Federal Court of Justice rejected the defendant's revision against the Landgericht Bochum judgment as unfounded. It also dismissed her immediate complaint against the costs order. The court held that under § 464(3) StPO only the basic allocation of costs may be reviewed by immediate complaint; objections to individual cost items, including translation costs arising from telephone interception, belong in the cost assessment procedure under § 19(2) GKG. The defendant had not challenged the underlying cost allocation, and no exceptional case under § 465(2) StPO existed.

Regest

§ 464 Abs. 3 StPO; § 19 Abs. 2 GKG; cost complaint against individual items and translation costs from telephone interception; immediate complaint is limited to review of the basic cost allocation and does not permit examination of the recoverability of individual cost items. Such objections must be pursued in the cost assessment procedure under § 19 Abs. 2 GKG. This also applies to translation costs incurred because of telephone interception measures; an exception under § 465 Abs. 2 StPO requires special grounds and is not lightly assumed.

Gesamter Gesetzestext

BGH — 4 StR 567/16, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2017-05-10

Aktenzeichen: 4 StR 567/16

ECLI: ECLI:DE:BGH:2017:100517B4STR567.16.0

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 464 Abs 3 StPO, § 19 Abs 2 GKG

Vorinstanz: vorgehend BGH, 10. Mai 2017, Az: 4 StR 567/16, Beschlussvorgehend LG Bochum, 20. Januar 2016, Az: 7 KLs 21/14nachgehend BGH, 10. Mai 2017, Az: 4 StR 567/16, Beschluss

Spruchkörper: 4. Strafsenat

Tenor

Die Revision der Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Bochum vom 20. Januar 2016 wird als unbegründet verworfen.

Die sofortige Beschwerde der Angeklagten gegen die Kostenentscheidung des vorbezeichneten Urteils wird verworfen.

Die Beschwerdeführerin hat die Kosten der Rechtsmittel zu tragen.

Gründe

1 1. Die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung hat keinen Rechtsfehler zum Nachteil der Angeklagten ergeben (§ 349 Abs. 2 StPO).

2 2. Die Kostenbeschwerde war ebenfalls zu verwerfen. Die Beschwerdeführerin wendet sich gegen die Auferlegung von Kosten, welche durch die Übersetzung der Ergebnisse von Telefonüberwachungsmaßnahmen entstanden sind. Auf die sofortige Beschwerde nach § 464 Abs. 3 StPO ist jedoch nur die Kostengrundentscheidung zu überprüfen - gegen diese hat die Beschwerdeführerin keine Einwände erhoben. Inwiefern einzelne Kostenpositionen zu tragen sind, ist dagegen im Kostenansatzverfahren nach § 19 Abs. 2 GKG zu entscheiden (vgl. Meyer-Goßner/Schmitt, StPO, 60. Aufl., § 464a Rn. 1). Dies betrifft auch Übersetzungskosten, die infolge von Telefonüberwachungsmaßnahmen entstanden sind (vgl. OLG Koblenz, NStZ-RR 2002, 160; OLG Schleswig, SchlHA 2003, 206; Meyer-Goßner/Schmitt, aaO, § 464a Rn. 2). Ein Fall, bei dem nach § 465 Abs. 2 StPO ausnahmsweise von der Auferlegung einzelner Kosten abgesehen werden kann, liegt ersichtlich nicht vor.

Sost-ScheibleRoggenbuckFranke
QuentinFeilcke

Schlagwörter

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