Correction of facts in revision judgment inadmissible

BGH I ZR 6/10Bgh / I. Zivilkammer29.05.2012Dismissed

Zusammenfassung

The Federal Court of Justice rejected the defendants' request to correct the factual statement of its prior revision judgment by substituting 'recovery CD' for 'backup CD'. The Senate held that a revision judgment’s factual recital is generally not subject to correction under Section 320 ZPO because it has no evidentiary force, and no exceptional case giving it such force under Section 314 ZPO existed. The request was therefore denied without oral hearing.

Regest

§ 320 ZPO, § 314 ZPO; Tatbestandsberichtigung eines Revisionsurteils: Der Tatbestand eines Revisionsurteils ist grundsätzlich nicht gemäß § 320 ZPO berichtigungsfähig, weil die darin enthaltene verkürzte Wiedergabe des Parteivorbringens keine urkundliche Beweiskraft entfaltet. Ein Ausnahmefall setzt voraus, dass der Tatbestand nach Zurückverweisung für das weitere Verfahren urkundliche Beweiskraft nach § 314 ZPO besitzt; fehlt es hieran, ist der Berichtigungsantrag unzulässig. Über die Verwerfung eines unzulässigen Antrags kann ohne mündliche Verhandlung entschieden werden, wenn § 320 Abs. 3 ZPO hierfür keine Bedeutung hat (consid. 2-3).

Gesamter Gesetzestext

BGH — I ZR 6/10, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2012-05-29

Aktenzeichen: I ZR 6/10

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 314 ZPO, § 320 ZPO

Vorinstanz: vorgehend BGH, 6. Oktober 2011, Az: I ZR 6/10vorgehend OLG Frankfurt, 12. November 2009, Az: 6 U 160/08vorgehend LG Frankfurt, 23. Juli 2008, Az: 2-6 O 439/07

Spruchkörper: 1. Zivilsenat

Titelzeile

Revisionsurteil: Berichtigung des Tatbestandes

Tenor

Der Antrag der Beklagten, den Tatbestand des Urteils des Senats vom 6. Oktober 2011 zu berichtigen, wird als unzulässig abgelehnt.

Gründe

1 Die Beklagten haben beantragt, den Tatbestand des Urteils des Senats vom 6. Oktober 2011 dahingehend zu berichtigen, dass "Sicherungs-CD" ersetzt wird durch "Recovery-CD". Dieser Antrag ist unzulässig.

2 Der Tatbestand eines Revisionsurteils unterliegt grundsätzlich nicht der Tatbestandsberichtigung gemäß § 320 ZPO, weil die in ihm enthaltene verkürzte Wiedergabe des Parteivorbringens keine urkundliche Beweiskraft besitzt (BGH, Beschluss vom 17. Dezember 1998 - V ZR 224/97, NJW 1999, 796; Beschluss vom 30. Oktober 2003 - I ZR 176/01, GRUR 2004, 271; Musielak/Musielak, ZPO, 9. Aufl., § 320 Rn. 3, jeweils mwN). Ein Ausnahmefall, in dem der Tatbestand des Revisionsurteils nach einer Zurückverweisung für das weitere Verfahren urkundliche Beweiskraft nach § 314 ZPO entfaltet, liegt nicht vor.

3 Die Entscheidung kann unbeschadet der Vorschrift des § 320 Abs. 3 ZPO ohne mündliche Verhandlung ergehen, da dieser für die Verwerfung des unzulässigen Antrags keine Bedeutung zukommt (BGH, GRUR 2004, 271, 272). Im Übrigen hat auch keine der Parteien eine mündliche Verhandlung beantragt.

Büscher Pokrant Schaffert

Kirchhoff Löffler

Schlagwörter

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