projekte
BGH IX ZR 130/13 ΓÇó Effect of direct debit revocation in insolvency clawback
BGH IX ZR 130/13Bgh / Civil Chamber 926.06.2014Dismissed
The Federal Court of Justice rejected the plaintiff's complaint against the refusal to admit revision in an insolvency clawback dispute. It held that the appellate judgment did not depart from its case law on direct debit revocation and that no ground for admission existed under § 543(2) ZPO. The court reaffirmed that if direct debit approval is refused, the bank must correct the debit booking retroactively to the booking date, and the extent of a loan repayment challenged under §§ 130, 131 InsO is determined from the corrected account balance. No violation of procedural rights was found.
§ 543 Abs. 2 ZPO; § 544 Abs. 4 Satz 2 Halbsatz 2 ZPO; §§ 130, 131 InsO; direct debit revocation and insolvency clawback: where the debtor or provisional insolvency administrator refuses approval of a debit entry, the bank must correct the debit posting as of the date of booking. For the avoidance of preferences under insolvency law, the extent of repayment is to be calculated on the basis of the corrected account balance. A non-admission complaint is unsuccessful if the appellate judgment accords with settled case law and no ground for admission is shown.
Entscheidungsdatum: 2014-06-26
Aktenzeichen: IX ZR 130/13
Dokumenttyp: Beschluss
Normen: § 130 InsO, § 131 InsO, § 140 InsO
Vorinstanz: vorgehend OLG Frankfurt, 26. April 2013, Az: 19 U 265/12vorgehend LG Frankfurt, 25. September 2012, Az: 2-32 O 78/12
Spruchkörper: 9. Zivilsenat
Insolvenzeröffnungswirkung: Folgen eines Lastschriftwiderrufs für Darlehensraten durch den Insolvenzschuldner bzw. den Insolvenzverwalter
Wird die Genehmigung einer Lastschrift verweigert, hat die Zahlstelle die Belastungsbuchung zum Datum der Belastung zu berichtigen; der Umfang einer Darlehensrückführung ist bei einer Anfechtung auf der Grundlage des berichtigten Kontostandes zu ermitteln.
Die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des 19. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main vom 26. April 2013 wird auf Kosten des Klägers zurückgewiesen.
Der Wert des Verfahrens der Nichtzulassungsbeschwerde wird auf 46.694,47 € festgesetzt.
1 Die Rechtssache hat keine grundsätzliche Bedeutung, und weder die Fortbildung des Rechts noch die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung erfordert eine Entscheidung des Revisionsgerichts (§ 543 Abs. 2 ZPO).
2 Das Berufungsurteil ist nicht in entscheidungserheblicher Weise von der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zu den Wirkungen eines Lastschriftwiderrufs abgewichen. Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH, Urteil vom 28. Februar 1977 - II ZR 52/75, BGHZ 69, 82, 84 f; vom 14. Februar 1989 - XI ZR 141/88, WM 1989, 520, 521; vom 20. Juli 2010 - IX ZR 37/09, BGHZ 186, 242 Rn. 6 f; vom 20. Juli 2010 - XI ZR 236/07, BGHZ 186, 269 Rn. 10) gestattet der Forderungsschuldner seinem Gläubiger im Einziehungsermächtigungsverfahren alter Art, um das es hier noch geht, lediglich die Nutzung des von der Kreditwirtschaft entwickelten technischen Verfahrens des Lastschrifteinzugs. Verweigert er (oder nach einer Anordnung gemäß § 21 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1, § 22 Abs. 1 oder 2 InsO statt seiner der vorläufige Insolvenzverwalter) die Genehmigung, indem er der Belastungsbuchung widerspricht, muss die Zahlstelle die ausgewiesene Belastung berichtigen (BGH, Urteil vom 20. Juli 2010 - XI ZR 236/07, aaO). Sie ist verpflichtet, die ihrem Kunden zu Unrecht entzogene Buchposition durch berichtigten Kontenausweis seines Forderungsbestandes wiederherzustellen (BGH, Urteil vom 28. Juni 2012 - IX ZR 219/10, BGHZ 194, 1 Rn. 14). Die Berichtigung kann sich nur auf den Zeitpunkt der Belastungsbuchung beziehen. Ficht der Verwalter die Rückführung eines Darlehens im "kritischen" Zeitraum der §§ 130, 131 InsO an, ist der Umfang der Rückführung auf der Grundlage des berichtigten Kontenausweises zu ermitteln. Das hat das Berufungsgericht nicht verkannt.
3 Verfahrensgrundrechte des Klägers wurden nicht verletzt. Von einer weiteren Begründung wird gemäß § 544 Abs. 4 Satz 2 Halbsatz 2 ZPO abgesehen.
Vill Gehrlein Lohmann
Pape Möhring