Non-admission complaint in avoidance case over installment request

BGH IX ZR 308/14Bgh / Civil Chamber 924.09.2015Dismissed

Zusammenfassung

The Federal Court of Justice dismissed the defendant’s complaint against the refusal to admit an appeal. It held that the case raised no ground warranting leave to appeal under the ZPO. On the merits, the Court agreed with the lower court that the debtor’s request for an installment agreement, made only after repeated unsuccessful reminders, an unkept payment promise, and involvement of an inkasso agency, did not reflect ordinary commercial practice and could be interpreted as evidence that the debtor could not otherwise satisfy due debts. Costs were imposed on the complainant.

Regest

Art. 133 Abs. 1 InsO; installment request as an indicium of impending insolvency: A debtor’s request for payment by instalments does not, in itself, indicate inability to pay where it is made in ordinary commercial dealings. However, after repeated unsuccessful dunning, an unfulfilled payment promise, and only after involvement of a collection agency, such a request no longer corresponds to customary business practice and may be construed as an acknowledgment that the debtor cannot otherwise discharge due liabilities (consid. 3). A non-admission complaint is unsuccessful if it raises neither a question of fundamental importance nor a need for legal development under § 543 ZPO (consid. 1-2).

Gesamter Gesetzestext

BGH — IX ZR 308/14, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2015-09-24

Aktenzeichen: IX ZR 308/14

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 133 Abs 1 InsO

Vorinstanz: vorgehend Thüringer Oberlandesgericht, 4. Dezember 2014, Az: 1 U 981/13, Urteilvorgehend LG Erfurt, 29. November 2013, Az: 9 O 408/13nachgehend BGH, 9. Januar 2017, Az: IX ZR 308/14, Beschluss

Spruchkörper: 9. Zivilsenat

Titelzeile

Insolvenzanfechtung: Kenntnis des Anfechtungsgegners von drohender Zahlungsunfähigkeit bei Bitte des Schuldners auf Abschluss einer Ratenzahlungsvereinbarung

Leitsatz

Die Bitte des Schuldners um Abschluss einer Ratenzahlungsvereinbarung entspricht nicht den Gepflogenheiten des Geschäftsverkehrs, wenn sie nach mehrmaligen fruchtlosen Mahnungen und nicht eingehaltenen Zahlungszusagen gegenüber einem von dem Gläubiger mit dem Forderungseinzug betrauten Inkassounternehmen geäußert wird.

Tenor

Die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision im Urteil des 1. Zivilsenats des Thüringer Oberlandesgerichts in Jena vom 4. Dezember 2014 wird auf Kosten der Beklagten zu 1 zurückgewiesen.

Der Streitwert des Beschwerdeverfahrens wird auf 25.296,98 € festgesetzt.

Gründe

1 Die Beschwerde deckt keinen Zulassungsgrund auf.

2 1. Die angefochtene Entscheidung betrifft einen Einzelfall, der keine Rechtsfragen aufwirft, denen grundsätzliche Bedeutung zukommt (§ 543 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 ZPO) oder die Anlass für eine Rechtsfortbildung geben (§ 543 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Fall 1 ZPO).

3 2. Entgegen der Auffassung der Beschwerde handelt es sich im Streitfall nicht um eine Ratenzahlungsvereinbarung, die sich im Rahmen der Gepflogenheiten des üblichen Geschäftsverkehrs hält und deshalb kein Indiz für eine Zahlungseinstellung oder Zahlungsunfähigkeit des Schuldners bildet (vgl. BGH, Beschluss vom 16. April 2015 - IX ZR 6/14, WM 2015, 933 Rn. 3 f). Die Beklagte zu 1 hatte gegenüber der Schuldnerin vor Abschluss der Ratenzahlungsvereinbarung wiederholt die Zahlung der rückständigen Rechnungen ohne Erfolg angemahnt. Ausweislich der dritten Mahnung hatte die Schuldnerin eine fernmündlich erteilte Zahlungszusage nicht eingehalten. Die erst nach Einschaltung eines Inkassounternehmens und Offenbarwerden der Zahlungsschwierigkeiten geschlossene Ratenzahlungsvereinbarung entspricht nicht den üblichen Gepflogenheiten des Geschäftsverkehrs. Bei dieser Sachlage konnte die Bitte der Schuldnerin um Ratenzahlung entsprechend der Auslegung des Berufungsgerichts dahin verstanden werden, ihre fälligen Verbindlichkeiten anders nicht begleichen zu können.

Kayser Gehrlein Vill

Lohmann Bär

Schlagwörter

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