Transfer allowance not to be topped up to reference gross pay

BAG 5 AZR 16/15Bag / 5. Abteilung16.12.2015Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The plaintiff, employed in a transfer employment relationship with the defendant transfer company, sought a higher transfer entitlement, additional wage statements, and indemnification. The Labor Court Munich and the Munich Regional Labor Court dismissed the action. The Federal Labor Court rejected the plaintiff's revision. It held that there was no entitlement to top up transfer short-time work benefits to the reference gross pay, no further accounting claim because statements for payments already made had been issued and section 108(1) GewO does not create a pre-payment accounting right, and no indemnification claim because the defendant had correctly calculated the remuneration. The plaintiff had to bear the costs of the revision.

Omnilex-Regeste

§ 108 Abs. 1 GewO; transfer remuneration in a transfer employment relationship; no entitlement to a pre-payment accounting claim and no indemnification claim where remuneration is correctly calculated. A claim for wage statements under section 108(1) GewO relates to accounting for payments already made; it does not establish a right to an account statement before payment. Where the employer has correctly determined the payment claims, ancillary claims for indemnification based on an alleged erroneous payroll calculation fail. Costs of the unsuccessful revision are borne by the appellant pursuant to § 97 Abs. 1 ZPO.

Gesamter Gesetzestext

BAG — 5 AZR 16/15, Urteil

Entscheidungsdatum: 2015-12-16

Aktenzeichen: 5 AZR 16/15

ECLI: ECLI:DE:BAG:2015:161215.U.5AZR16.15.0

Dokumenttyp: Urteil

Vorinstanz: vorgehend ArbG München, 25. März 2014, Az: 11 Ca 3185/13, Urteilvorgehend Landesarbeitsgericht München, 28. August 2014, Az: 4 Sa 282/14, Urteil

Spruchkörper: 5. Senat

Tenor

  1. Die Revision des Klägers gegen das Urteil des Landesarbeitsgerichts München vom 28. August 2014 - 4 Sa 282/14 - wird zurückgewiesen.

  2. Der Kläger hat die Kosten der Revision zu tragen.

Tatbestand

1 Die Parteien streiten über die Höhe des Entgelts im Transferarbeitsverhältnis (Transferentgelt) sowie über Abrechnung und Freistellung.

2 Der Kläger war bis zum 31. August 2012 bei der N S N GmbH & Co. KG (im Folgenden NSN) in deren Betrieb Region S-W beschäftigt. Die beklagte N S N Tg mbH (NSN TG) ist eine von NSN finanzierte Transfergesellschaft, zu der der Kläger seit dem 1. September 2012 in einem Transferarbeitsverhältnis stand. Die Beklagte berechnete für den Zeitraum der Bewilligung von Transferkurzarbeitergeld das monatliche Transferentgelt des Klägers so, dass die Summe von Transferkurzarbeitergeld und Zuschuss dem Betrag entsprach, den der Kläger auf Basis des Referenzbruttoentgelts (75 vH des 13,5-fachen Betrags des zuletzt bei NSN bezogenen Bruttomonatseinkommens dividiert durch zwölf) nach Abzug von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen als Nettoentgelt erhalten hätte.

3 Mit der Klage verlangt der Kläger ein Bruttotransferentgelt in Höhe des Referenzbruttoentgelts. Hiervon dürfe das bezogene Transferkurzarbeitergeld in Abzug gebracht werden. Wegen ihres vertragswidrigen Verhaltens sei die Beklagte verpflichtet, ihn von den Nachteilen freizustellen, die ihm durch die unzutreffende Berechnung und Zahlung der Vergütung entstünden.

4 Der Kläger hat, soweit für die Revision von Bedeutung, zuletzt sinngemäß beantragt, die Beklagte zur Zahlung des von ihm errechneten Differenzbetrags, Erteilung entsprechender Abrechnungen und Freistellung von Nachteilen zu verurteilen.

5 Im Ergebnis haben die Vorinstanzen die Klage abgewiesen. Mit der vom Landesarbeitsgericht zugelassenen Revision verfolgt der Kläger seine Klageforderungen weiter.

Entscheidungsgründe

6 Die Revision des Klägers ist unbegründet.

7 I. Der Kläger hat keinen Anspruch auf Aufstockung des Transferkurzarbeitergeldes auf das monatliche Referenzbruttoentgelt. Dies hat der Senat in seinem am heutigen Tag ergangenen Urteil in einem Parallelverfahren (- 5 AZR 567/14 - Rn. 10 ff.) entschieden, auf dessen Begründung verwiesen wird.

8 II. Der Kläger hat keinen Anspruch auf Erteilung weiterer Lohnabrechnungen. Abrechnungen über geleistete Zahlungen hat die Beklagte erteilt. Einen Abrechnungsanspruch „vor Zahlung“ begründet § 108 Abs. 1 GewO nicht.

9 III. Da die Beklagte die Zahlungsansprüche des Klägers zutreffend berechnet hat, stehen ihm die erhobenen Freistellungsansprüche nicht zu. Auch insoweit wird zur Begründung auf die vorgenannte Senatsentscheidung vom heutigen Tag (- 5 AZR 567/14 - Rn. 37 ff.) verwiesen.

10 IV. Die Kostenentscheidung folgt aus § 97 Abs. 1 ZPO.

BieblWeberVolk
ZollerJungbluth

Schlagwörter

transfer employmentshort-time work benefitswage statementindemnificationremuneration calculationcosts

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the transfer allowance had to be topped up to the monthly reference gross pay.

Extrahierter Entscheid

No; the employee had no entitlement to top up transfer short-time work benefits to the reference gross amount.

Extrahierte Begründung

The court relied on its parallel decision of the same day and adopted that reasoning.

Kernrechtsfrage

Whether the employee could demand additional wage statements.

Extrahierter Entscheid

No; statements for payments already made had been issued, and section 108(1) GewO does not create a right to an account statement before payment.

Extrahierte Begründung

Because payment statements had already been provided and the statute does not support a pre-payment accounting claim, the request failed.

Kernrechtsfrage

Whether the employee was entitled to indemnification for alleged disadvantages caused by incorrect remuneration calculation.

Extrahierter Entscheid

No; since the defendant correctly calculated the payment claims, no indemnification claim existed.

Extrahierte Begründung

The underlying remuneration claims were correctly determined, so no contractual breach-generated loss needed to be compensated.

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