Tariff reference to old agreement replaced by new collective agreement

BAG 5 AZR 165/12Bag / 5. Abteilung13.03.2013Dismissed

Zusammenfassung

The claimant, a non-union meat inspector, sought to continue receiving remuneration under an old collective agreement after it had been replaced by the TV-Fleischuntersuchung. The Labour Court and the Regional Labour Court dismissed the claim. On revision, the Federal Labour Court held that remuneration was governed by the new collective agreement from 1 September 2008 and that the contractual reference to collective agreements in their current version did not violate property rights, occupational freedom, human dignity, or negative association freedom. The revision was therefore dismissed, and the claimant was ordered to bear the costs of the revision.

Regest

Contractual reference to collective agreements in their current version; replacement of an older collective agreement by a new collective agreement and no constitutional objections. If an individual employment contract refers dynamically to collective agreements, the employee is bound by the tariff regime as it changes over time; the later collective agreement applies upon entry into force, even if it modifies the remuneration system. Such a change does not, as a rule, infringe property, occupational freedom, human dignity, or negative association freedom, because the individual employee remains free to renounce the reference clause (consid. I).

Gesamter Gesetzestext

BAG — 5 AZR 165/12, Urteil

Entscheidungsdatum: 2013-03-13

Aktenzeichen: 5 AZR 165/12

Dokumenttyp: Urteil

Vorinstanz: vorgehend ArbG Halle (Saale), 20. Januar 2010, Az: 3 Ca 1779/09 E, Urteilvorgehend Landesarbeitsgericht Sachsen-Anhalt, 27. Oktober 2011, Az: 3 Sa 86/10, Urteil

Spruchkörper: 5. Senat

Tenor

  1. Die Revision des Klägers gegen das Urteil des Landesarbeitsgerichts Sachsen-Anhalt vom 27. Oktober 2011 - 3 Sa 86/10 - wird zurückgewiesen.

  2. Der Kläger hat die Kosten der Revision zu tragen.

Tatbestand

1 Die Parteien streiten über die Höhe der Vergütung.

2 Der nicht tarifgebundene Kläger trat 1991 als Fleischkontrolleur in die Dienste des Rechtsvorgängers des beklagten Landkreises und wird in Großbetrieben eingesetzt. Der Kläger wurde bis Ende August 2008 nach dem Tarifvertrag über die Regelung der Rechtsverhältnisse der amtlichen Tierärzte und Fleischkontrolleure außerhalb öffentlicher Schlachthöfe-Ost vom 9. November 1994 (im Folgenden: TV Ang-O aöS) vergütet, an den der Beklagte kraft Mitgliedschaft in einem kommunalen Arbeitgeberverband und damit der VKA gebunden war. Zum 1. September 2008 trat der von der VKA geschlossene Tarifvertrag zur Regelung der Rechtsverhältnisse der Beschäftigten in der Fleischuntersuchung (im Folgenden: TV-Fleischuntersuchung) in Kraft, der TV Ang-O aöS trat außer Kraft.

3 Der Kläger hat sinngemäß beantragt festzustellen, dass der Beklagte verpflichtet sei, weiterhin Vergütung nach dem TV Ang-O aöS zu leisten. Der Beklagte hat Klageabweisung beantragt.

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Das Arbeitsgericht hat die Klage abgewiesen. Das Landesarbeitsgericht hat die Berufung zurückgewiesen. Mit der vom Landesarbeitsgericht zugelassenen Revision wird das Klagebegehren weiterverfolgt.

Entscheidungsgründe

5 Die Revision ist unbegründet.

6 I. Das Landesarbeitsgericht hat die Berufung gegen das die Klage abweisende Urteil des Arbeitsgerichts zu Recht und mit zutreffender Begründung in Anwendung der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts (vgl. BAG 16. Dezember 2009 - 5 AZR 888/08 - AP TVG § 1 Bezugnahme auf Tarifvertrag Nr. 73 = EzA TVG § 3 Bezugnahme auf Tarifvertrag Nr. 44; 23. März 2011 - 5 AZR 153/10 -; 18. April 2012 - 4 AZR 392/10 - NZA 2012, 1171) zurückgewiesen. Die Vergütung richtet sich seit dem 1. September 2008 nach dem TV-Fleischuntersuchung. Die gemäß § 7 TV-Fleischuntersuchung an Stelle der Stückvergütung neu eingeführte Zeitvergütung greift weder in bestehende Eigentumspositionen noch in die Berufsfreiheit der in der Fleischuntersuchung Beschäftigten ein. Die tarifliche Neuregelung verletzt nicht deren Menschenwürde. Die vom Landesarbeitsgericht vorgenommene Auslegung der einzelvertraglichen Bezugnahme auf Tarifverträge in ihrer jeweiligen Fassung berührt nicht die negative Koalitionsfreiheit der Beschäftigen (vgl. BAG 24. Februar 2010 - 4 AZR 691/08 - Rn. 47, 48, AP TVG § 1 Bezugnahme auf Tarifvertrag Nr. 75 = EzA TVG § 3 Bezugnahme auf Tarifvertrag Nr. 47; 10. November 2010 - 5 AZR 633/09 - ZTR 2011, 150) . Denn jedem einzelnen Arbeitnehmer bleibt es unbenommen, von einer einzelvertraglichen Bezugnahme auf einen Tarifvertrag Abstand zu nehmen.

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II. Die Kostenentscheidung beruht auf § 97 Abs. 1 ZPO.

Müller-GlögeLauxBiebl
BuschA. Christen

Schlagwörter

remunerationcollective agreement referencedynamic referencemeat inspectionconstitutional rightsnegative association freedomcosts