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BGH 3 StR 235/16 ΓÇó Calculation of interruption periods in criminal trial
BGH 3 StR 235/16Bgh / III. Strafkammer29.11.2016Dismissed
The Federal Court of Justice dismissed the defendants' revisions against the Regional Court of Stade. It rejected a procedural complaint alleging that the main hearing had been interrupted too long without a court order. The court held that the interruption periods of Section 229 StPO are not subject to the counting rules of Sections 42 and 43 StPO; the day of the interruption order and the day of resumption are excluded. Since the hearing was last held on 2015-03-12, the period ended on 2015-04-02, and resumption on 2015-04-07 was still timely because 2015-04-03 was Good Friday.
§ 229 StPO, §§ 42, 43 StPO; interruption of the main hearing and computation of the interruption period: The periods under Section 229 StPO are not 'periods' within the meaning of Sections 42 and 43 StPO. Neither the day on which the interruption is ordered nor the day on which the hearing is resumed is counted. If the period expires on a public holiday, resumption is postponed under Section 229(4) sentence 2 StPO. A chairman's order is sufficient as long as the interruption period has not yet expired (consid. on the procedural complaint).
Entscheidungsdatum: 2016-11-29
Aktenzeichen: 3 StR 235/16
ECLI: ECLI:DE:BGH:2016:291116B3STR235.16.0
Dokumenttyp: Beschluss
Normen: § 42 StPO, § 43 StPO, § 229 StPO
Vorinstanz: vorgehend LG Stade, 15. Oktober 2015, Az: 1300 Ks 3/14
Spruchkörper: 3. Strafsenat
Strafverfahren: Berechnung der Fristen für die Unterbrechung der Hauptverhandlung
Die Revisionen der Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Stade vom 15. Oktober 2015 werden als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigungen keinen Rechtsfehler zum Nachteil der Angeklagten ergeben hat (§ 349 Abs. 2 StPO).
Jeder Beschwerdeführer hat die Kosten seines Rechtsmittels und die den Nebenklägern im Revisionsverfahren entstandenen notwendigen Auslagen zu tragen.
Ergänzend zu den Ausführungen des Generalbundesanwalts bemerkt der Senat:
Die Verfahrensrüge des Angeklagten S. , mit der er geltend macht, die Hauptverhandlung sei entgegen den gesetzlichen Vorgaben vom 12. März 2015 bis zum 7. April 2015 und damit drei Wochen und zwei "Werktage" allein auf Anordnung des Vorsitzenden unterbrochen worden, obgleich es nach § 228 Abs. 1 Satz 1, § 229 Abs. 2 StPO eines Gerichtsbeschlusses bedurft hätte, erweist sich als unbegründet.
Die Unterbrechungsfrist des § 229 Abs. 1 StPO ist bei der Fortsetzung der Hauptverhandlung noch nicht abgelaufen gewesen, so dass die Verfügung des Vorsitzenden nach § 228 Abs. 1 Satz 2 StPO genügt hat. Die Fristen des § 229 StPO stellen keine Fristen im Sinne der §§ 42, 43 StPO dar. Weder der Tag, an dem die Unterbrechung angeordnet wird, noch derjenige, an dem die Verhandlung wieder aufgenommen wird, sind in die Frist einzuberechnen (LR/Becker, StPO, 26. Aufl., § 229 Rn. 6). Vor dem 7. April 2015 war zuletzt am Donnerstag, den 12. März 2015, verhandelt worden, so dass die Unterbrechungsfrist am Freitag, den 13. März 2015, zu laufen begann und am Donnerstag, den 2. April 2015, endete. Da der 3. April 2015 an dem die Hauptverhandlung hätte fortgesetzt werden müssen, der Karfreitag war, musste nach § 229 Abs. 4 Satz 2 StPO die Hauptverhandlung erst am Dienstag, den 7. April 2015, wieder aufgenommen werden. Dies ist auch geschehen.
Becker Schäfer Gericke
Spaniol Berg