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BGH 2 StR 286/16 ΓÇó Spurenbeseitigung is not a sentencing aggravator
BGH 2 StR 286/16Bgh / II. Strafkammer25.10.2016Partially Granted
The Federal Court partly granted the defendant's revision against a Frankfurt Regional Court judgment convicting him of two thefts and imposing a total sentence of two years' imprisonment. It held that the sentencing court erred by treating mere destruction of traces as an aggravating factor; such conduct is not automatically punishable more severely. Because this error affected the sentence for count II.1 and the total sentence, both were set aside and the case was remitted to another criminal chamber for a new sentencing decision. The conviction itself remained undisturbed, and the rest of the revision was rejected.
§ 46 StGB; mere destruction of traces cannot, as such, be used to aggravate punishment. Sentencing factors must reflect the offender's culpability and the concrete wrongfulness of the conduct; only where the trace elimination is accompanied by a special additional injustice may it be taken into account adversely (consid. 3). An error in the sentence for one count may vitiate the aggregate sentence and require partial annulment and remittal, while the findings of fact need not be set aside if the new court can make non-contradictory findings (consid. 4).
Entscheidungsdatum: 2016-10-25
Aktenzeichen: 2 StR 286/16
ECLI: ECLI:DE:BGH:2016:251016B2STR286.16.0
Dokumenttyp: Beschluss
Normen: § 46 StGB, § 242 StGB
Vorinstanz: vorgehend LG Frankfurt, 2. Februar 2016, Az: XX
Spruchkörper: 2. Strafsenat
Spurenbeseitigung kein Strafschärfungsgrund
Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Frankfurt am Main vom 2. Februar 2016 im Strafausspruch zu Fall II.1 der Urteilsgründe sowie im Gesamtstrafenausspruch aufgehoben.
Im Umfang der Aufhebung wird die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsmittels, an eine andere Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen.
Die weitergehende Revision wird verworfen.
1 Das Landgericht hat den Angeklagten wegen Diebstahls in zwei Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Seine auf die allgemeine Sachrüge gestützte Revision hat in dem aus dem Tenor ersichtlichen Umfang Erfolg; im Übrigen ist sie offensichtlich unbegründet.
2 1. Der Schuldspruch begegnet keinen rechtlichen Bedenken. Hingegen hält der Strafausspruch zu Fall II. 1 der Urteilsgründe rechtlicher Nachprüfung nicht stand.
3 Das Landgericht hat zu Lasten des Angeklagten berücksichtigt, dass die Taten mit hoher krimineller Energie und professioneller Vorgehensweise begangen worden sind, und hat insoweit unter anderem die „Vernichtung von Spuren bei der Tat zu II.1“ angeführt. Die bloße Spurenbeseitigung aber darf einem Täter nicht strafschärfend angelastet werden (vgl. Fischer, StGB, 63. Aufl., § 46 Rn. 49 m.N. zur Rspr.). Ob das Verschütten einer klebrigen Flüssigkeit über den Fensterrahmen und die aufgebrochenen Spielautomaten einen besonderen Unrechtsgehalt aufweist (vgl. BGH NStZ 2011, 512), der es rechtfertigt, die damit verbundene Vernichtung von Spuren strafschärfend zu berücksichtigen, lässt sich den Urteilsgründen nicht entnehmen.
4 2. Die Aufhebung des Strafausspruchs im Fall II.1 der Urteilsgründe entzieht dem Gesamtstrafenausspruch die Grundlage. Der Aufhebung von Feststellungen bedarf es nicht. Der Tatrichter ist nicht gehindert, neue, den getroffenen nicht widersprechende Feststellungen zu treffen.
5 Hinsichtlich der Entscheidung über die Versagung der Strafaussetzung zur Bewährung wird auf die Zuschrift des Generalbundesanwalts Bezug genommen.
Fischer Krehl Ott
Zeng Bartel