Criminal appeal complaint against refusal to examine exhibits inadmissible

BGH 4 StR 298/16Bgh / Criminal Chamber 413.10.2016Dismissed

Zusammenfassung

The Federal Court granted the defendant reinstatement into the prior state after the deadline for filing the revision reasons had been missed, following the Federal Public Prosecutor General's submission. The revision itself was then dismissed as unfounded. The court held that the procedural complaint against the refusal to examine seized exhibits for blood, DNA, and gunshot residue was inadmissibly raised because the exhibit schedules were not filed. Without those schedules, the court could not identify the objects or assess their evidentiary significance. The defendant was ordered to bear the costs of reinstatement and the revision proceedings, including the necessary expenses of the co-plaintiffs.

Regest

§ 344 Abs. 2 Satz 2 StPO; procedural complaint against refusal to take evidence from exhibits designated only by exhibit numbers; where the rejected request identifies the objects solely by exhibit numbers, the exhibit schedules must also be submitted so that the reviewing court can ascertain the objects and their evidentiary relevance. Absent such submissions, the complaint is inadmissible (consid. related to the admissibility of the Rüge). Reinstatement into the prior state after missing the revision-reasons deadline may be granted where the statutory requirements are met and the court follows the prosecutor general’s submission.

Gesamter Gesetzestext

BGH — 4 StR 298/16, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2016-10-13

Aktenzeichen: 4 StR 298/16

ECLI: ECLI:DE:BGH:2016:131016B4STR298.16.0

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 244 Abs 3 S 2 StPO, § 344 Abs 2 S 2 StPO

Vorinstanz: vorgehend LG Detmold, 7. Januar 2016, Az: 4 Ks 28/15

Spruchkörper: 4. Strafsenat

Titelzeile

Revision in Strafsachen: Verfahrensrüge gegen die Ablehnung eines Antrags auf Untersuchung von Asservaten

Tenor

  1. Dem Angeklagten wird aus den Gründen der Zuschrift des Generalbundesanwalts vom 27. Juli 2016 Wiedereinsetzung in den vorigen Stand nach Versäumung der Frist zur Begründung der Revision gegen das Urteil des Landgerichts Detmold vom 7. Januar 2016 gewährt.

Die Kosten der Wiedereinsetzung trägt der Angeklagte.

  1. Die Revision des Angeklagten gegen das vorgenannte Urteil wird als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben hat.

Der Beschwerdeführer hat die Kosten seines Rechtsmittels und die den Nebenklägern im Revisionsverfahren entstandenen notwendigen Auslagen zu tragen.

Ergänzend bemerkt der Senat:

Die Rüge, das Landgericht habe bei der Ablehnung des Antrags auf Untersuchung von Asservaten auf „Spuren von Blut und DNA und Schmauchspuren“ gegen § 244 Abs. 3 Satz 2 StPO verstoßen, ist nicht zulässig erhoben (§ 344 Abs. 2 Satz 2 StPO). In dem abgelehnten Antrag wurden die zu untersuchenden Gegenstände anhand von Asservatennummern bezeichnet. Es wäre daher erforderlich gewesen, auch die Asservatenverzeichnisse vorzulegen. Dies ist nicht geschehen. Der Senat kann deshalb nicht prüfen, um welche Gegenstände es sich im Einzelnen handelt und welche Beweisbedeutung sie haben.

| VRinBGH Sost-Scheible ist urlaubsbedingt an der Beifügung der Unterschrift

gehindert.
CierniakCierniakFranke
BenderQuentin

Schlagwörter

revisionprocedural complaintevidence requestadmissibilityexhibitsreinstatementcosts