Insolvency avoidance: creditor’s knowledge of debtor’s insolvency

BGH IX ZR 152/15Bgh / Civil Chamber 915.09.2016Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Court of Justice rejected the plaintiff’s complaint against denial of leave to appeal in an insolvency avoidance case under § 133 InsO. It held that the matter lacked fundamental importance and that neither legal development nor uniform case law required review. On the merits, the Court saw no admissible legal error in the appellate court’s assessment of whether the creditor knew of payment cessation or impending insolvency; the evaluation of such indicia is for the trial court under § 286 ZPO. The complaint was dismissed at the plaintiff’s cost, and the value of the proceedings was set at EUR 289,251.09.

Omnilex-Regeste

§ 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO, § 286 ZPO; non-admission complaint in an insolvency avoidance case. Leave to appeal is granted only where the case has fundamental significance or where development of the law or uniformity of case law requires a decision of the court of revision. The assessment whether a creditor had knowledge of payment cessation or impending insolvency is a factual evaluation reserved to the trier of fact under § 286 ZPO, based on all circumstances of the individual case. The insolvency administrator bears the burden of substantiating and proving the facts known to the creditor. If the known facts compel the inference of knowledge, the challenged payment does not ordinarily negate an already existing knowledge of the debtor’s intent to prejudice creditors (consid. 2).

Gesamter Gesetzestext

BGH — IX ZR 152/15, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2016-09-15

Aktenzeichen: IX ZR 152/15

ECLI: ECLI:DE:BGH:2016:150916BIXZR152.15.0

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 133 InsO

Vorinstanz: vorgehend OLG Frankfurt, 14. Juli 2015, Az: 14 U 154/14, Urteilvorgehend LG Fulda, 28. August 2014, Az: 2 O 701/13, Urteil

Spruchkörper: 9. Zivilsenat

Titelzeile

Insolvenzanfechtung: Kenntnis des Gläubigers von der Zahlungseinstellung oder -unfähigkeit des Schuldners

Tenor

Die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des 14. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main vom 14. Juli 2015 wird auf Kosten des Klägers zurückgewiesen.

Der Wert des Verfahrens der Nichtzulassungsbeschwerde wird auf 289.251,09 € festgesetzt.

Gründe

1 Die Rechtssache hat weder grundsätzliche Bedeutung, noch erfordert die Fortbildung des Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Revisionsgerichts (§ 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO).

2 Die subjektiven Voraussetzungen der Vorsatzanfechtung hat der Tatrichter gemäß § 286 ZPO unter Würdigung aller maßgeblichen Umstände des Einzelfalls auf der Grundlage des Gesamtergebnisses der Verhandlung und einer etwaigen Beweisaufnahme zu prüfen (BGH, Urteil vom 13. August 2009 - IX ZR 159/06, WM 2009, 1943 Rn. 8; vom 8. Januar 2015 - IX ZR 203/12, WM 2015, 381 Rn. 25). Ob ein bestimmter Gläubiger Kenntnis von der Zahlungseinstellung oder der (drohenden) Zahlungsunfähigkeit hat, hängt davon ab, welche konkreten Tatsachen dieser Gläubiger spätestens unmittelbar vor der jeweils angefochtenen Zahlung kannte. Der Insolvenzverwalter hat im jeweiligen Einzelfall darzulegen und zu beweisen, welche Tatsachen der Gläubiger kannte. Ist aus den dem Gläubiger bekannten Tatsachen zwingend auf eine Kenntnis der Zahlungseinstellung oder der (drohenden) Zahlungsunfähigkeit zu schließen, ist die angefochtene Zahlung selbst regelmäßig nicht geeignet, eine bereits vor der Zahlung bestehende Kenntnis des Gläubigers vom Benachteiligungsvorsatz des Schuldners wieder entfallen zu lassen (vgl. BGH, Urteil vom 25. Februar 2016 - IX ZR 109/15, WM 2016, 560 Rn. 28 f mwN).

3 In diesem Rahmen verantwortet der Tatrichter die Würdigung der für und gegen eine Kenntnis der Zahlungseinstellung oder der (drohenden) Zahlungsunfähigkeit sprechenden Indizien. Die vom Berufungsgericht vorgenommene Würdigung der im Streitfall unstreitigen, vom Kläger bewiesenen oder konkret vorgetragenen und ausreichend unter Beweis gestellten Indizien ist weder in zulassungsrelevanter Weise rechtsfehlerhaft noch weist sie sonst einen Zulassungsgrund auf.

4 Die geltend gemachten Verletzungen von Verfahrensgrundrechten hat der Senat geprüft, aber für nicht durchgreifend erachtet. Von einer weiteren Begründung wird gemäß § 544 Abs. 4 Satz 2 Halbs. 2 ZPO abgesehen.

Kayser Gehrlein Grupp

Möhring Schoppmeyer

Schlagwörter

insolvency avoidancecreditor knowledgepayment cessationimpending insolvencyburden of prooffact assessmentleave to appealnon-admission complaint

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether leave to appeal should be granted in the insolvency avoidance case

Extrahierter Entscheid

No grounds for leave to appeal existed; the case raised no fundamental question and did not require development of the law or uniformity of case law.

Extrahierte Begründung

The Federal Court of Justice held that the criteria under § 543(2) ZPO were not met.

Kernrechtsfrage

Whether the appellate court’s assessment of the creditor’s knowledge was legally objectionable

Extrahierter Entscheid

The appellate court’s evaluation of the indicia for knowledge of payment cessation or impending insolvency was not legally erroneous in a way relevant to admission.

Extrahierte Begründung

The trier of fact must assess all circumstances under § 286 ZPO; the debtor’s avoidance burden includes proving what facts the creditor knew, and the contested payment does not usually erase already existing knowledge.

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